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Geithain Prießnitzer Verein will altes Bauernrathaus erhalten
Region Geithain Prießnitzer Verein will altes Bauernrathaus erhalten
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16:00 17.05.2019
Das ist der Verein Bauernrathaus Prießnitz: hintere Reihe von links: Daniel Hupfer, Patrick Andrä, Thomas Zschammer, Monty Ebers, vordere Reihe von links: Peggy Kramer, Bärbel Vorwerk und Jessica Böttcher-Ebers. Quelle: privat
Frohburg/Prießnitz

Wenn sich das Prießnitzer Bauernrathaus zum Tag des Umgebindehauses am 26. Mai, 10 bis 14 Uhr, für alle Interessenten öffnet, können sich die Besucher von Stand und vom Fortgang der Sanierungsarbeiten an dem mehr als 300 Jahre alten Bauwerk überzeugen. „Wir bereiten eine Ausstellung vor, um über unsere weiteren Pläne zu informieren“, sagt Jessica Böttcher-Ebers, Vorsitzende des Vereins Bauernrathaus Prießnitz, der sich vor drei Jahren gründete.

2017 haben die Mitglieder die denkmalgeschützte Immobilie von der Stadt Frohburg gepachtet und mit der behutsamen Sicherung und Sanierung begonnen. Für ein Vierteljahrhundert hat der nur siebenköpfige Verein diesen Vertrag geschlossen – eine Zeitspanne, die vielleicht gerade reichen wird, um das 1712 erbaute Haus mit seiner markanten Fachwerk-Fassade und dem Türmchen auf dem Dach umfassend herzurichten.

Ein Teil der Ostfassade des Bauwerks ist freigelegt und bereits neu hergerichtet. Quelle: privat

Bauernrathaus war Angelpunkt des Dorflebens in Prießnitz

„Wir müssen es als Verein stemmen können. Deshalb gehen wir schrittweise, also seitenweise, vor“, sagt Böttcher-Ebers und will nicht leugnen, dass es sich um eine Lebensaufgabe handelt. „Wir sind nicht viele Mitglieder, aber es sind viele, die uns unterstützen.“

Ein Zeichen dafür, dass die Prießnitzer Dorfgemeinschaft das Bauernrathaus als Gebäude betrachtet, das ein Angelpunkt des Dorflebens war und ist. Möglich werden die Sanierungen vor allem durch verschiedene Förderungen. Die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig etwa stellt 10.000 Euro zur Verfügung.

So sah das Bauernrathaus zwischen 1933 und 1945 aus. Quelle: heimatverein

Das Geld kann der Verein als Eigenmittel einsetzen, um rund 40.000 Euro aus dem Sonderprogramm Umgebinde- und Fachwerkhäuser zu bekommen, dass die sächsische Denkmalpflege auflegt. Mit dieser Summe will man die im vergangenen Jahr begonnenen Arbeiten an der Ostseite, dem Garten und der mächtigen Blutbuche zugewandt, fortsetzen.

Holzschutz-Experte bringt Fachwissen am Umgebindehaus ein

Grundlage dafür ist das Holzschutz-Gutachten, dass Experte Jan Körner erstellte. Der Frankenhainer bringt sich und sein Wissen in die Sanierung ein. Nach der Freilegung des Fachwerks wurden bereits stark verwitterte Balkenteile ausgetauscht; weitere müssen folgen.

Außerdem werden Fenster gewechselt, und es soll eine Fachwerkwand im Inneren hergerichtet werden, die vermutlich noch aus der Erbauungszeit stammt. Sie wurde erst im Herbst entdeckt und muss ebenfalls saniert werden.

Schon 2018 wurde viel am Rathaus gewerkelt: Zimmerer Jan Körner sägt Holz zurecht, um das Fachwerk auszubessern. Quelle: Claudia Carell

Parallel zum Umbau setzt der Verein auf Veranstaltungen. „Die Vorlese-Abende am Kachelofen für die Kinder erfreuen sich im Winter großer Beliebtheit“, sagt die Vereinsvorsitzende. Zum Frühschoppen am 1. Mai wurde ein Backofen vor dem Haus in Betrieb genommen. In ihm bäckt am 26. Mai Obstkuchen für die Gäste des Umgebindehaus-Tages. „Wilhelm Tell“ nach Schiller und Lene Voigt präsentiert die Mundartbühne Borna Open Air am 28. Juni, 19 Uhr.

Unterstützt wird das Ensemble durch Kinder aus dem Dorf. Terminiert sind ferner das Quetschfest am 5. Oktober; dann ist wieder die mobile Saftpresse vor Ort. Weihnachtskränze werden am 22. November gebunden. Auch an der Prießnitzer Schlossweihnacht am ersten Advent beteiligt sich der Bauernrathaus-Verein mit einem Stand.

Von Ekkehard Schulreich

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