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Geithain Private Schule zieht ins frühere Arbeitsamt
Region Geithain Private Schule zieht ins frühere Arbeitsamt
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05:00 26.06.2018
Kampfgruppen-Depot, Arbeitsamt, Jobcenter – künftig private Grundschule: In diesem Haus in Geithain-West soll möglichst schon ab Beginn des neuen Schuljahres unterrichtet werden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

In ein eigenes Gebäude zieht demnächst die International Primary School Geithain. Die Saxony International SchoolCarl Hahn gGmbH eröffnete die Grundschule vor zwei Jahren in jenem Gebäude in Geithain-West, in dem sie das Internationale Gymnasium und das Wirtschaftsgymnasium betreibt.

Früheres Arbeitsamt wird Grundschule

Weil die Kapazität dort längst nicht mehr reichte, entschloss sich der Bildungsträger, das Haus des einstigen Jobcenters zu kaufen. Es liegt nur einen Katzensprung entfernt an der Straße der Deutschen Einheit. Geht alles klar, soll der Umbau im Inneren während der Sommerferien gestemmt werden, so dass mit Beginn des neuen Schuljahres zumindest Teile des Gebäudes bereits nutzbar sind.

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„Der Kaufvertrag ist unterschrieben. Jetzt geht es um eher geringe bauliche Veränderungen. Wir befinden uns in enger Abstimmung mit der Baubehörde des Landkreises“, sagt Geschäftsführer Rüdiger School. Bis Anfang Juli reiche man die Unterlagen komplett ein, und man habe den Eindruck, dass die Behörde flexibel und zügig die Sache bearbeite.

Ab Schuljahresbeginn zumindest Teilnutzung des Gebäudes

Das Gebäude eigne sich nicht nur von seiner Kubatur gut als Unterrichtsstätte. Es befinde sich auch baulich in einem guten Zustand. Aufgrund der früheren Behördennutzung sei zum Beispiel viel in den Brandschutz investiert worden. „Wir sind guten Mutes, bis zum Schuljahresbeginn zumindest eine Teilnutzung zu ermöglichen.“ Habe die Primary School 2016 mit drei Schülern, der kleinsten 1. Klasse Sachsens, begonnen, habe sich nicht nur in dieser Klasse die Schülerzahl vervielfacht, so School: Nach dem Sommer gebe es zwei 1. Klassen, zwei 2. Klassen und eine 3. Klasse. Für die brauche man dringend diesen Platz.

School: Setzen nicht auf Konkurrenz zur Oberschule

„Wir haben jetzt in Geithain ein System, was wir uns schon immer gewünscht haben: einen nahtlosen Bildungsweg anbieten zu können vom Kindergarten bis zum Abitur“, sagt der Geschäftsführer. Um die Jüngsten kümmere sich die Kindertagesstätte „Little Stars“, mit der man eine enge Kooperation unterhalte. Er rechne in allen Bereichen in den kommenden Jahren „mit einer stark steigenden Nachfrage“.

Davon könne durchaus auch die staatliche Paul-Guenther-Schule mit ihrem Oberschul-Zweig profitieren. School bekräftigte, nicht auf Konkurrenz setzen zu wollen, sondern auf Vielfalt; eine private Oberschule, wie von manchem kolportiert, plane man in Geithain nicht.

Neue Nutzung nach einem Jahr Leerstand

Nach gut einem Jahr Leerstand bekommt das Haus an der Straße der Deutschen Einheit damit eine neue Nutzung. Das zweigeschossige Gebäude mit knapp 1500 Quadratmetern Nutzfläche hat eine durchaus bewegte Geschichte. Geplant war es ursprünglich als Depot für die Kampfgruppen im ehemaligen Kreis Geithain.

Noch ehe der Bau vollendet werden konnte, war die DDR Geschichte. Über Jahre dämmerte er vor sich hin, ehe sich Mitte der Neunzigerjahre schließlich ein Investor fand, der eine neue Nutzungsidee entwickelte und das Geld für den Umbau aufbrachte. Fortan fungierte das Haus als Geithainer Außenstelle des Arbeitsamtes respektive der Agentur für Arbeit. Später zog auch das Kommunale Jobcenter ein – und im Frühjahr 2017 aus.

Von Ekkehard Schulreich