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Geithain Rochlitzer Maschinenring zieht nach Greifenhain um
Region Geithain Rochlitzer Maschinenring zieht nach Greifenhain um
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06:00 04.07.2017
Ivonne Dietrich (l.) übernimmt die Geschäftsführung im Maschinen- und Betriebshilfering Rochlitz, der seit 1. Juli im Frohburger Ortsteil Greifenhain seinen Sitz hat. Gisela Ahnert (r.) führte bislang die Geschicke des Vereins. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Greifenhain

Der Maschinen- und Betriebshilfsring Rochlitz ist umgezogen: Landwirte finden die Geschäftsstelle seit 1. Juli im Frohburger Ortsteil Greifenhain. Einher geht der Ortswechsel des Vereins, der zwischen Altenburg und Wilsdruff, Wurzen und Glauchau 220 Mitglieder zählt, mit einem Generationswechsel an der Spitze. Die Greifenhainerin Ivonne Dietrich übernimmt die Geschäftsführung. Gisela Ahnert, die den Weg des Vereins seit seiner Gründung 1991 begleitete, arbeitete die 40-Jährige in den vergangenen Monaten in die Materie ein.

Maschinen- und Betriebshilfsringe, von denen es bundesweit mehr als 250 mit mehr als 200 000 Mitgliedsbetrieben gibt, verstehen sich als Selbsthilfeorganisation der Bauernschaft. Unter ihrem Dach haben sich kleine und große Unternehmen zusammengeschlossen, vom Familienbetrieb im Nebenerwerb bis zum Agrarunternehmen, das mehrere Tausend Hektar Flächen bewirtschaftet und Dutzende Mitarbeiter zählt. Auch Gartenbaubetriebe und Waldbauern sind hier organisiert. Der Ring, der den Gründungsort Rochlitz in seinem Namen trägt und der bisher im mittelsächsischen Erlau seinen Sitz hatte, zählt zu den stärksten im Freistaat. „Als er von 43 Landwirten gegründet wurde, ging es vor allem darum, Kosteneinsparungen zu erzielen“, erinnert sich Gisela Ahnert. Die Landwirtschaft im Osten habe sich nach dem Ende der DDR im Umbruch befunden. Genossenschaften lösten sich auf, strukturierten sich neu. Wiedereinrichter wagten mit der Familie einen Neustart – und all das unter dem Druck eines EU-regulierten und zunehmend globalen Marktes.

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In diesen ersten Jahren lag das Augenmerk auf dem gemeinsamen und damit preiswerteren Einkauf von Technik, Spritz- und Düngemitteln, Energie. Und auf der Hilfe durch moderne Technik. „Mehrere Betriebe nutzen zum Beispiel einen Mähdrescher gemeinsam, aber er bleibt im Eigentum des einen, der die Maschine wartet und besetzt“, erläutert Ahnert den Kern dieses Kooperationsgedankens. Längst aber sei die soziale Betriebshilfe der Schwerpunkt des Vereins. „Bei Krankheit oder Unfall, bei einer Schwangerschaft oder einer Reha ist das eine ganz wichtige Absicherung.“ Ein Pool von ausgebildeten Betriebshelfern stehe bereit, um sofort in die Unternehmen zu gehen, so Ahnert: „In der Landwirtschaft kann ja nicht der Schalter einfach umgelegt werden. Die Felder müssen weiter bestellt, die Tiere versorgt werden.“ Der Rochlitzer Ring wirke dabei eng mit der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung zusammen. Allein im vergangenen Jahr wurden 17 300 Stunden Betriebshilfe geleistet. Der Verein verfügt über vier fest eingestellte Betriebshelfer und mehrere, die zeitweise einspringen, wenn Not am Mann oder der Frau ist.

Vorsitzender des Maschinen- und Betriebshilfsrings Rochlitz ist Steffen Burkhardt-Medicke, der im Buttermilchwinkel in Langenleuba-Oberhain Milch produziert. Dass der Verein jetzt in Greifenhain sitzt, freut Ivonne Dietrich, die in den Hof ihres Mannes Markus einheiratete, den Beruf der Vermessungstechnikerin erlernte, im Landwirtschaftsamt in Rötha tätig war und sich zuletzt in Sachen Agrarmanagement qualifizierte. „Ich habe aufgrund dessen Einblick in das, was nötig ist in den Betrieben“, sagt die Mutter zweier Kinder (11 und 15). Der Geschäftsbetrieb in der Frauendorfer Straße 1 in Greifenhain startete am Monatsanfang. Ein Tag des offenen Büros, zu dem viele interessierte Bürger, Mitglieder und Partner erwartet werden, ist am 25. August von 10 bis 16 Uhr geplant.

www.maschinenringe-sachsen.de

Von Ekkehard Schulreich

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