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Geithain Stolpersteine für Familie Hirsch werden am 6. Mai in Bad Lausick verlegt
Region Geithain Stolpersteine für Familie Hirsch werden am 6. Mai in Bad Lausick verlegt
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17:34 12.04.2016
Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig setzt Stolpersteine in Frohburg ein, dort erinnern sie an die Familie Braunsberg. In Bad Lausick wird der Künstler am 6. Mai die ersten Stolpersteine für Mitglieder der Familie Hirsch verlegen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Ein Jahr lang haben Schülerinnen und Schüler der Bad Lausicker Werner-Seelenbinder-Oberschule zum Schicksal der einst in der Stadt ansässigen jüdischen Familie Hirsch recherchiert. Am 6. Mai wollen sie nun, unterstützt vom Verein Erich-Zeigner-Haus Leipzig, in Bad Lausick die ersten sieben Stolpersteine verlegen. Solche Stolpersteine erinnern an das Schicksal jener Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig, der die Idee der Stolpersteine 1992 entwickelte, wird die Steine selbst verlegen. 10 Uhr werden sie in den Gehweg der Straße der Einheit 40 gesetzt. Die jüdische Familie Hirsch, bei der man vor dem Rechercheprojekt zunächst von lediglich drei Familienmitgliedern ausging, bestand aus neun Mitgliedern, welche auf unterschiedliche Weise von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Lediglich drei der jüngsten Kinder der Familie gelang die Flucht ins rettende Ausland, die anderen wurden in Konzentrationslagern umgebracht.

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Nach Worten der Initiatoren und von Vertretern der Stadt präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Rechercheergebnisse, die sie mit Projektleiter Henry Lewkowitz, 2. Vorstandsvorsitzender des Erich-Zeigner-Hauses, sowie ihrer Geschichtslehrerin Anke Schneider zusammengetragen haben. Verlegt werden die Steine mit musikalischen Beiträgen der Schülerinnen und Schüler.

„Wir werden im kommenden Schuljahr das Projekt an der Oberschule in Bad Lausick fortsetzen, um weitere Schicksale und die NS-Verfolgung in Bad Lausick detaillierter zu recherchieren und in Form von Stolpersteinen zu erinnern“, sagt Lewkowitz. In Zeiten von Legida und Pegida und erstarkendem Rechtsradikalismus sei das mahnende Gedenken an rassistische und menschenverachtende Verbrechen umso notwendiger.

Zur ersten Stolpersteinverlegung am 6. Mai sind alle Interessierten zur Gedenkveranstaltung in der Straße der Einheit 40 eingeladen.

Von Ekkehard Schulreich