Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Tautenhainer Schau zeigt seltene Kaninchen
Region Geithain

Tautenhainer Schau zeigt seltene Kaninchen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:09 02.08.2020
Heike (l.), Sandrine und Matthias Fritzsche mit ihren Zwergfuchskaninchen. Quelle: Bert Endruszeit
Anzeige
Frohburg/Tautenhain

„Das ist ein Hobby, das auch in Corona-Zeiten gut funktioniert“, sagte Michael Dathe mit Blick auf die Kaninchenzucht. Der Vorsitzende des Rassekaninchenzüchtervereins S 785 Frankenhain war mit seinem Verein traditionell Gastgeber der mittlerweile 26. Landesjungtierschau in Tautenhain. „Die Saatguthallen sind groß genug sowie wärmegedämmt und klimatisiert. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal in ganz Deutschland.“ Aus diesem Grund könne man eine solche Ausstellung auch mitten im Sommer durchführen.

Ansturm von Züchtern

Insgesamt 2812 Tiere von 508 Züchtern aus sechs Landesverbänden waren hier am Wochenende zu sehen, rund 95 Prozent der Teilnehmer kamen aus Sachsen. Angesichts solcher Dimensionen, circa 1100 Tiere mehr als im Vorjahr, war die Vorbereitung der Veranstaltung ein ganz besonderer Kraftakt. „Wir haben ein Einbahnstraßensystem vorbereitet“, erklärte Dathe. Am Einlass erhielt jeder Besucher einen Zettel, der mit allen persönlichen Daten am Ausgang abgegeben werden musste. Ohne diese Angaben notiert zu haben, durfte niemand das Ausstellungsgelände verlassen.

Anzeige
Die Saatguthalle bietet gute Bedingungen für die Ausstellung. Quelle: Bert Endruszeit

Mehr Frauen mit Interesse an Kaninchenzucht

Corona erhöhte jedoch nicht nur den Organisationsaufwand, sondern trug sogar zu besseren Zuchtergebnissen bei. „Wir haben in diesem Jahr ein sehr hohes Niveau, das war nicht immer so“, so Dathe. „Viele Züchter hatten mehr Freizeit und konnten die ihren Tieren widmen. Das merkt man.“ Augenfällig sei auch das verstärkte Interesse junger Frauen für die Kaninchenzucht. „Das nimmt extrem stark zu“, weiß Frank Böhme, Kreisverbandsvorsitzender Borna/Geithain. Ebenso seien unter den Preisrichtern mittlerweile Frauen zu finden, derzeit unterziehen sich in Sachsen fünf von ihnen einer solchen dreijährigen Ausbildung; eine hohe Zahl angesichts von derzeit gerade mal rund 70 aktiven Preisrichtern.

Eine von vielen gezeigten Rassen: Zwergwidder. Quelle: Bert Endruszeit

Hobby bewahrt seltene Rassen

Kaninchenzucht hat durchaus auch etwas mit Artenschutz zu tun – so mancher bewahrt selten gewordene Rassen vor dem Verschwinden. „Die großen Chinchillafarbigen stammen aus der Schweiz und zählen mittlerweile zu einer gefährdeten Rasse“, erläuterte Züchter Matthias Fritzsche. Wer die auf einer Bundesschau präsentieren möchte, müsse deshalb nur die Hälfte des sonst üblichen Standgeldes bezahlen. Für Ehefrau Heike Fritzsche ist Kaninchenzucht in erster Linie ein wichtiger Ruhepol: „Da kann man am Ende des Tages richtig gut runterkommen.“ Auch die von ihr bevorzugten Zwergfuchskaninchen sind mittlerweile selten geworden. „Das ist eine in der DDR gezüchtete Wirtschaftsrasse.“

Lesen Sie auch

Von Bert Endruszeit