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Geithain Tod in Penig: Landrat Damm besucht Unfallstelle
Region Geithain Tod in Penig: Landrat Damm besucht Unfallstelle
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13:44 29.03.2019
Matthias Damm (CDU), Landrat von Mittelsachsen, sah sich am Donnerstagnachmittag an der Unfallstelle nahe Langenleuba-Oberhain um. Quelle: privat
Penig

Zehn Tage nach dem tödlichen Unfall einer Elfjährigen in Penig hat Matthias Damm (CDU), der Landrat von Mittelsachsen, am Donnerstag die Unfallstelle besucht. Begleitet wurde er von der Unfallkommission des Landkreises Mittelsachsen und dem Peniger Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU).

Bisher hatte sich Damm zu dem Schulweg-Unfall am 19. März, bei dem das Mädchen auf der Staatsstraße 247 (alte B 175) von einem Auto erfasst wurde, zurückhaltend geäußert. Er bedauerte den Tod der Schülern, teilte aber mit, dass „die aktuelle Beschilderung des Haltestellenbereichs mit Tempo 70 sowie dem Schild ’Achtung Kinder’ und dem Zusatzzeichen ’Schülerverkehr’ dem Maximum des rechtlich Möglichen" entspreche. Eine Aussage, die bei den betroffenen Eltern Unverständnis, Widerspruch und Zorn ausgelöst hatte.

Matthias Damm (CDU), Landrat von Mittelsachsen,kam am Donnerstagnachmittag mit großem Polizeiaufgebot zur Unfallstelle. Quelle: privat

Unfallkommission hält Bushaltestelle in Penig nicht für Unfallschwerpunkt

An dieser Auffassung hält die Unfallkommission, zu der Vertreter der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes, der Polizei sowie des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) angehören, nach dem Ortstermin fest.

„Die aktuelle Beschilderung des Haltestellenbereichs entspricht dem Maximum des rechtlich Möglichen“ – so laute die einhellige Meinung des Gremiums, sagte Tina Soltysiak vom Büro des Landrates am Freitagmittag der LVZ. Autofahrer würden darauf hingewiesen, so zu fahren, dass sie jederzeit stoppen können.

Die Kommission habe sich zudem „die Austrittssituation für die Fahrgäste aus dem Bus angesehen. Diese wurde als unbefriedigend bewertet, rechtlich betrachtet sei sie jedoch zulässig.“ Gemeinsam mit dem Lasuv habe man festgelegt, „provisorisch baulich eine asphaltierte Austritts- beziehungsweise Aufstellfläche zu schaffen".

Dann würden die Fahrgäste – nicht nur Schüler – neben er Fahrbahn einen sicheren Platz zum Warten finden. Sie würden nicht mehr – wie aktuell – aus dem Bus heraus förmlich in den Straßengraben fallen.

Sofortmaßnahme Schüler-Sonderlinie mit Umstieg in Narsdorf

„Als Sofortmaßnahme wurde zudem festgelegt, dass der Fahrplan für die Schüler-Sonderlinie 623 für die Nachmittagsfahrt angepasst wird“, so Soltysiak. Sie starte ab Montag künftig acht Minuten früher am Freien Gymnasium beziehungsweise an der Oberschule in Penig.

Der Umstieg erfolge dann nicht mehr an der Bushaltestelle Langenleuba-Oberhain Kreuzung, sondern am Busbahnhof in Narsdorf. „Auch wenn sich dadurch die Fahrtzeit verlängert, sind sich die Mitglieder der Unfallkommission einig, dass der Umstieg für die Kinder in Narsdorf sicherer ist." Dieses Vorgehen habe man mit beiden Bildungseinrichtungen abgestimmt.

Matthias Damm (CDU) trat seit dem Umfall erstmals öffentlich in Erscheinung. Quelle: privat

In die Betrachtung für eine langfristige Lösung zur Entschärfung der Gefahrensituation würden in der Nähe der Bushaltestelle liegende Grundstücke einbezogen, so die Sprecherin. „Das weitere Vorgehen erfolgt in enger Abstimmung mit allen Beteiligten. Über entsprechende Ergebnisse werden die Verfahrensbeteiligten offensiv informieren.“

Eltern aus Langenleuba-Oberhain warnen vor gefährlichem Schulweg

Informieren über den tödlichen Unfall und die Schulweg-Situation wollen Eltern aus Langenleuba-Oberhain am Freitagabend Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), der zu seinem „Sachsengespräch“ nach Frankenberg kommt. Dort möchten sie auch mit dem Landrat in direkten Kontakt treten.

„Über Jahre wurden die Schulen in Sachsen kaputtgespart. Dafür werden unsere Kinder übers Land gekutscht. Das werden wir ad hoc nicht ändern können. Aber die Schulwege sicher machen, das muss sofort möglich sein“, sagt Elternvertreterin Kerstin Käseberg. Die Resonanz, die die Eltern auf ihren offenen Brief aus vielen Regionen Sachsens erhielten, bestärkten sie, für sichere Schulwege zu kämpfen - damit ein Unfall wie der in Oberhain nicht noch einmal passiere.

Gegen den 21-jährigen Fahrer, der die Schülerin erfasste, wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Elfjährige wird am Freitag auf dem Friedhof in Oberhain beerdigt. Die Stadt Penig will als Folge des Unfalls vor der Grundschule eine Tempo-30-Zone einrichten.

Von Ekkehard Schulreich

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