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Geithain Kormorane: Pächter der Eschefelder Teiche sieht Existenz bedroht
Region Geithain Kormorane: Pächter der Eschefelder Teiche sieht Existenz bedroht
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11:14 14.05.2019
Fischer Udo Wolf zeigt in Richtung der künstlich angelegten Brutinseln am großen Eschefelder Teich. Dort halten sich bevorzugt Kormorane auf. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Irgendwann geht es um die Existenz seines Betriebes. Davon ist Udo Wolf überzeugt. Der 55-Jährige ist Pächter der Eschefelder Teiche. Doch bereits jetzt steht fest, dass er dort in diesem Jahr Verluste machen wird. Grund dafür sind die Massen an Kormoranen, denen der Fischer nur bedingt zu Leibe rücken darf. Zudem haben sich die Lebensbedingungen für die Vögel an den Teichen bei Frohburg noch wesentlich verbessert.

Ponton auf dem großen Eschefelder Teich

Ein Ponton, eine Art künstliche Insel, macht die ungebetenen Fressgäste zu einem Dauerproblem für den Fischer. Die künstliche Insel wurde auf dem größten Eschefelder Teich installiert, um einen idealen Brutplatz für Möwen zu schaffen. An sich eine gute Idee, findet auch Wolf.

Allerdings: „Die Möwen finden dort keinen Platz.“ Stattdessen machen sich die Kormorane dort breit, sozusagen mit Blick aufs kalte Buffet. Und mit der Konsequenz, dass sie die Teiche mit den Satzkarpfen recht konsequent leeren. Die hat Wolf im März ins Wasser gesetzt.

Der Komoran ist ein Fischräuber und macht dem Pächter der Eschefelder Teiche zu schaffen. Quelle: Archiv

20.000 Euro Verluste an den Teichen

Bereits steht fest, dass der Fischer 20.000 Euro Verluste in diesem Jahr einkalkulieren muss. Die Vögel vergrämen, wie es fachmännisch heißt, wenn sie vertrieben werden, darf er zumindest am Großteich in Eschefeld bis zum August nicht mehr. Das besagt ein Bescheid aus dem Landratsamt. Immerhin: An drei Teichen, allerdings wesentlich kleineren Gewässern, darf Fischer Wolf noch mit der Schrotflinte anrücken, was er auch zwei, dreimal in der Woche in aller Frühe macht.

Aber auch wenn er dabei durchaus ein paar der fliegenden Nimmersatte trifft: Eine Lösung seines Problems ist das nicht, denn die Vögel kommen immer wieder.

Luftaufnahmen der Eschefelder Teiche. Quelle: Jens Paul Taubert

Normal sind zehn Prozent Verluste

Dass er im Herbst wieder überall schießen darf, hilft dem Teichpächter, der neben seiner Frau zwei Angestellte hat, nicht. „Jetzt entsteht der Hauptschaden für mich“, so Wolf. Zehn Prozent Verluste gelten als normal; an den Eschefelder Teichen geht der Fischer davon aus, dass er bis zu zwei Drittel Satzkarpfen verliert, weil die eben bevorzugt auf dem Speisezettel der Kormorane stehen.

Auf der künstlichen Vogelbrutinsel (Ponton) der Eschefelder Teiche fühlen sich die Kormorane pudelwohl. Quelle: Jens Paul Taubert

Kormorane vor 25 Jahren noch eine Sensation

Bei denen handelt es sich keineswegs um einheimische Vögel. „Die haben die Holländer vor ein paar Jahrhunderten mitgebracht“, sagt Wolf. Und in Mitteldeutschland, speziell auch im Leipziger Süden, galt ihr Auftauchen vor einem Vierteljahrhundert noch als Sensation. Wolf: „Wenn es mal einen Kormoran gab, haben wir die Ornithologen geholt.“ Diese Zeiten sind längst vorbei. Wolf verweist auf Zählungen, denen zufolge es in Deutschland mehr als zwei Millionen Kormorane gibt. Von denen verspeist jeder wenigstens 500 Gramm Fisch pro Tag – „das macht 400.000 Tonnen Fisch im Jahr“.

Pachtvertrag für die Teiche noch bis Jahresende

Seine Hoffnung, dass der Ponton als Wohlfühl-Areal für die hungrigen Vögel wieder wegkommt, muss Udo Wolf begraben. Ein entsprechender Vorstoß wurde abgelehnt. Sein Pachtvertrag für die Eschefelder Teiche läuft noch dieses Jahr. An sich würde er sich gern im nächsten Jahr wieder als Pächter für die Teiche bewerben. Die Situation müsste sich aber gravierend ändern, damit sich die ganze Unternehmung rechnet.

Von Nikos Natsidis

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