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Geithain Weihnachtsmarkt und dritte Glocke: Verein Für Greifenhain schiebt vieles an
Region Geithain Weihnachtsmarkt und dritte Glocke: Verein Für Greifenhain schiebt vieles an
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00:16 19.12.2017
Mit einer kleinen Eselkutsche reiste der Weihnachtsmann zum Greifenhainer Weihnachtsmarkt. Quelle: privat
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Frohburg/Greifenhain

Der Greifenhainer Weihnachtsmarkt ist die Klammer der Aktivitäten, für die der Verein Für Greifenhain verantwortlich zeichnet: Die siebente Auflage führte am ersten Advent erneut viele Menschen aus dem Dorf und darüber hinaus zusammen. „Der Weihnachtsmarkt ist unser größtes Projekt, doch es ist nicht unser einziges“, sagt Andrea Berndt, die Vorsitzende des vor einem halben Jahrzehnt gegründeten Vereins.

Was damals aus einer privaten vorweihnachtlichen Initiative heraus begann, um die Greifenhainer in der Adventszeit zusammenzuführen und Spenden zu sammeln für die Sanierung der doppeltürmigen Kirche, erhielt durch den Verein einen rechtlichen Rahmen und sorgte für eine Bündelung der Kräfte. „Uns ist es wichtig, im Dorf und für das Dorf etwas zu bewegen. Deshalb kümmern wir uns auch um manches, das in anderen Ortsteilen Frohburgs Sache eines Ortschaftsrates ist.“ 27 Mitstreiter zählt Für Greifenhain, und neben dem Weihnachtsmarkt kümmern sie sich, unterstützt durch viele Helfer, um ein jährliches Sportfest und den Tanz in den Mai.

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„Solche Veranstaltungen sind wichtig. Dann kommen die Leute einfach mal zusammen, die sich, obwohl sie nah beieinander wohnen, doch viel zu selten sehen und noch seltener Zeit haben für ein Gespräch“, beschreibt Andrea Berndt, was den Vorstand um Swen Rohnke, Ute Preis, Nicole Görnitz-Köhler und sie und die vielen Aktiven antreibt.

Auch Arbeitseinsätze finden statt

In den vergangenen Jahren hat sich der Verein nicht nur um Veranstaltungen gekümmert, sondern auch Arbeitseinsätze organisiert. Er hat das Gefallenen-Denkmal restauriert, an den Wanderwegen in Richtung Roda und Prießnitz Bänke aufgestellt, hat Ortstafeln entworfen, die auf die Ersterwähnung 1172 hinweisen – und somit darauf, dass 2022 eine große 850-Jahr-Feier ins Haus steht. Mehrere hundert Teilnehmer der jüngsten LVZ-Wanderung nahmen nach einer Führung durch die Kirche beste Eindrücke mit nach Hause.

Als es um die Frage ging, ob ein Teil des Sportplatzes mit Einfamilienhäusern bebaut werden sollte, sammelte der Verein die Kritiker um sich: „Wir initiieren seither Sportfeste, um zu zeigen, dass der Platz gebraucht wird. Denn sollte die einstige Schule, die leer steht, verkauft werden, hätten wir keinen öffentlichen Platz mehr.“ Inzwischen haben die Fußballfreunde den Sportplatz in ihre Pflege genommen, kicken die Kinder hier auf dem Rasen, treffen sich sommers die Sportfrauen zu Übungen. Zum Sportfest wird Volleyball gespielt, gibt es einen Dorflauf und das schon legendäre Derby Für Greifenhain kontra Rodaer Weg.

Verein hat viele Partner

Die Erlöse vieler dieser Feste und auch der Konzerte wie jüngst das des Thomaner-Ensembles „Thios Omilos“ kommen der Kirche zugute. Spenden wurden für die Turmsanierung gesammelt und für die Restaurierung der Turmuhr. Deren Zifferblätter und Zeiger sind bereits wieder angebracht, während das Werk noch überarbeitet wird und erst 2018 zurückkehrt.

Beim jüngsten Weihnachtsmarkt aber ging es bereits um Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg verlorene dritte Glocke. Die Kirchgemeinde ist deshalb ein wichtiger Partner für den Verein – so wie es die Freiwillige Feuerwehr ist, deren 75. Geburtstag im vergangenen Jahr gemeinsam begangen wurde. Nicht nur um Einnahmen geht es dem Verein, wenn er jedes Jahr einen neuen Greifenhainer Kalender auflegt. „Insgesamt ist es unser Ziel, dass die Menschen sich wohlfühlen im Dorf. Und auch die Jungen sollen wissen, es lebt sich gut hier“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Davon überzeugen konnte sich auch Johannes Probst, ehemaliger Pfarrer Greifenhains, der während des Weihnachtsmarktes eine Andacht gestaltete. Zu jenen, auf die der Verein setzen kann, gehört ebenso die Kindertagesstätte „Regenbogenland“. Die Schönauer Posaunenbläser rahmten den Markt ebenso wie die Akkordeongruppe der Musikschule Fröhlich und die Tanzgruppe „StepFor“. Andrea Berndt: „Herzlichen Dank all jenen, die uns bei diesen Veranstaltungen unterstützen.“

Von Ekkehard Schulreich

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