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Geithain Winterbetrieb in Gnandstein nicht sinnvoll
Region Geithain Winterbetrieb in Gnandstein nicht sinnvoll
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09:07 15.03.2019
Burg Gnandstein ist das Wahrzeichen des Kohrener Landes. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Gnandstein

„Das beste Jahr, das wir jemals gehabt haben“: So bilanziert Christian Striefler, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten gGmbH, den Besucher-Zuspruch 2018 mit Blick auf ganz Sachsen. Während Dresdner Zwinger und die Schlösser Pillnitz und Moritzburg Magnete waren, sei es den Burgen Gnandstein, Colditz und Rochlitz, „nicht gelungen, Leipziger in bemerkenswerter Zahl anzulocken". Dass es in Gnandstein oft viel zu ruhig sei, beklagen der Tourismusverein Borna und Kohrener Land, Anbieter wie Ausflügler, seit Jahren. Insofern verwunderte Strieflers Fazit nicht. Die LVZ wollte es genauer wissen und fragte den Geschäftsführer konkret nach Gnandstein.

Christian Striefler Quelle: Oliver Killig

Frage: Wie entwickelten sich die Besucherzahlen auf Burg Gnandstein in den zurückliegenden Jahren? Welche Tendenz gibt es?

Christian Striefler: In den vergangenen neun Jahren ist die Gesamtbesucherzahl in der Burg Gnandstein rückläufig. Wir beobachten, dass vor allem Besucher des Museums Burg Gnandstein weniger werden. Die Zahl der Besucher, die die Burg im Rahmen eines erweiterten Angebotes – einer Vermietung, Veranstaltung oder beispüielsweise einer Führung – besucht haben, ist relativ gleich geblieben.

Was unternimmt der Staatsbetrieb, um die Attraktivität der Burg zu steigen?

In Gnandstein versuchen wir, das Angebot für Besucher zu erweitern. Wichtig ist uns in dem Zusammenhang eine markante Verbesserung der gastronomischen Infrastruktur. An dieser auch in touristischer Hinsicht wichtigen Frage arbeiten wir derzeit intensiv. So planen wir umfangreiche Investitionen in den Bereich Gastronomie und Beherbergung. Hierzu stehen wir allerdings derzeit noch in Verhandlung, deren Ergebnisse wir nicht vorwegnehmen können. Sobald sich alle Beteiligten in der Sache verständigt haben, werden wir uns gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort öffentlich über Pläne, Entwicklung und Perspektiven äußern können.

Warum bleibt die Burg über den Winter komplett geschlossen?

Auch Schloss Rochlitz etwa bleibt in der Wintersaison geschlossen. Nach unseren Erfahrungen ist die Nachfrage in der Wintersaison in einigen Schlössern und Burgen groß genug, dass sie einen Betrieb auch im Winter rechtfertigt. Dazu gehören etwa die Häuser Albrechtsburg Meißen, Schloss Moritzburg oder Schloss Weesenstein. Andere Anlagen und Häuser sind in der Wintersaison so wenig nachgefragt, dass wir einen dauerhaften Betrieb nicht rechtfertigen können.

Welche Ansatzpunkte sehen Sie, dass sich die Burg (wieder) stärker einbringt in das Tourismusgeschehen des Kohrener Landes?

Wir versuchen, sinnvolle Kooperationen mit den touristischen Partnern in den Regionen aufzubauen. Die Häuser Rochlitz, Gnandstein und Colditz, aber auch Mildenstein und Kriebstein sollen beispielsweise über engere Zusammenarbeit mit der Leipziger Tourismus und Marketing GmbH - Stichwort DMO Leipzig Region - stärker in der Leipziger Region kommuniziert und als Teil des Gesamtausflugsziels Region Leipzig - Radwandern, Paddelboot, Wandern - etabliert werden. Mit Leipzig Region besteht eine Marketing-Kooperation, die wir vertiefen werden.

Besucher

Die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten gGmbH betreut 21 Objekte. Sie zählten mehr als 2,1 Millionen Besucher, ein Zuwachs von 7,5 Prozent. Knapp 16.000 Besucher wurden im vergangenen Jahr auf Burg Gnandstein gezählt (2017: 17.735). Schlechter war nur Nossen mit 6837 Besuchern. Colditz brachte es auf 27.017 Besucher (minus 3000), Rochlitz auf 36.719 Besucher (minus 1000).

Im Museum Gnandstein beginnt die neue Saison am 30. März. An diesem Tag wird zugleich die Ausstellung „Zauberhafte Burgen und Schlösser in Sachsen“ des Malers und Grafikers Andreas Kunath eröffnet. Diese Schau ist bis zum Saisonende am 3. November zu sehen.

Von Ekkehard Schulreich

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