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Grimma 1000 Kinder und riesiges Experiment in Großbothen
Region Grimma 1000 Kinder und riesiges Experiment in Großbothen
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17:54 05.06.2019
Der Wissensdurst von Vor- und Grundschulkindern ist grenzenlos. Beim „Experimentieren im Park“ konnten sie am Mittwoch im Ostwald-Park Großbothen an 15 Stationen tüfteln und in die Welt der Naturwissenschaften eintauchen. Quelle: Thomas Kube
Grimma/Großbothen

Der Wilhelm Ostwald Park in Großbothen befand sich am Mittwoch fest in der Hand der Kinder. Nach der Premiere vor zwei Jahren rief das Team zum dritten Mal zum „Experimentieren im Park“ auf – und erntete erneut viel Zuspruch. Muldentaler Kitas und Grundschulen hatten im Vorfeld etwa 900 Mädchen und Jungen angemeldet. Cheforganisatorin Simone Eichler zeigte sich bei Kaiserwetter schon am Vormittag zuversichtlich, erstmals die 1000er-Marke zu knacken. In der mit Zelten gespickten grünen Oase konnten die Kinder an 15 Stationen in die Welt der Naturwissenschaften eintauchen und Hand anlegen.

Große Augen, offener Mund: Gerade hat Maria Jacob Schaum auf die Hand genommen und angezündet. Die Millionen Bläschen brennen lichterloh – ohne dass die 23-Jährige das Gesicht verzieht. „Tut das denn nicht weh?“, fragen sich die Kinder. „Nein“, sagt die Lehramtsstudentin für Chemie und Physik und liefert die Erklärung. Der Schaum besteht aus Wasser, einfachem Fit und Feuerzeug-Gas. „Das Gas brennt, das Wasser bleibt übrig und kühlt meine Hand.“

Maria Jacob studiert an der Leipziger Universität. Vom dortigen Schülerforschungszentrum almaLab sind 20 Leute in den Ostwald Park gekommen, um den Wissensdurst der Kinder zu stillen. Die Uni-Studenten haben auch 3-D-Brillen dabei und führen damit im Wortsinn vor Augen, in welche Spektralfarben sich das Licht zerlegt.

Winzlinge schwimmen in den Park-Teichen

Ins Staunen geraten die Kinder auch bei Katharina Klauer am Leipziger Umweltmobil Planaria der Landesstiftung für Natur und Umwelt. „Wassertiere ganz groß“ steht am Wagen – zu recht. Denn die Kinder können die Winzlinge unterm Mikroskop betrachten, dessen Bild sogar auf einen Monitor übertragen wird. Es sind nicht irgendwelche Tiere, die hier auf dem Objektträger zappeln. Sie leben in den Teichen des Ostwald Parkes, das Wasser hatten die ersten Experimentier-Kinder herauf geholt. Was ist denn das? Eine Rattenschwanzlarve. „Daraus wird mal eine Fliege“, erläutert des Expertin. Und das? Eine Zuckmückenlarve. „Wir wollen mehr Umweltbewusstsein schaffen und steuern mit unseren Mobilen Kitas und Schulen an“, so Klauer.

Mitmachen, ausprobieren, experimentieren – um die 1000 Kinder kamen am 5. Juni in den Großbothener Wilhelm Ostwald Park bei Grimma zum dritten „Experimentieren im Park“. Es gab 15 Stationen.

Das Projekt „Experimentieren im Park“ wurde von der Gerda und Klaus Tschira Stiftung, dem Träger des Ostwald Parks, initiiert und richtet sich vor allem an Vor- und Grundschüler. Es ist auf Anhieb zum Selbstläufer geworden. Das Park-Team arbeitet dabei mit namhaften Einrichtungen zusammen, die sich der Wissenschaft und Bildung verschrieben haben. „Im ersten Jahr habe ich die Institutionen noch suchen und ansprechen müssen“, erzählt Simone Eichler, im Park für die Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsorganisation zuständig. Mittlerweile klingelt bei ihr das Telefon. „Für 2020 habe ich schon sechs weitere neue Partner“, freut sie sich.

Puppentheater zum Leben des Porzellan-Machers

Auch am Mittwoch finden sich neue Angebote. In einem 80 Kinder fassenden Zelt wird Puppentheater gespielt. Thomas Weidauer und Kay Haberkorn von der „Urania – Wissen macht Theater“ aus Chemnitz erzählen im Stück „Die Suche nach dem Stein der Weisen“ die Lebensgeschichte von Johann Friedrich Böttger, jenes Mannes, der auf der Suche nach Gold das Porzellan erfand. Es sei ein interaktives Stück mit freiem Text, erläutern beide. Erstmals im Boot ist auch das Deutsche Uhrenmuseum aus Glashütte. „Ziffern, Zeiger, Zeiten“, hieß es hier. Im 2008 gegründeten Museum sei der Pädagogik-Zweig noch ganz jung, erläutert Sonja Hauschild, die wie die anderen Aussteller auch das Konzept des Experimentiertages toll findet. So werde Naturwissenschaft sinnlich präsentiert.

Erstmals werden die Partnereinrichtungen gebeten, einen Feedback-Bogen auszufüllen. „Wir sind offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge“, begründet das Simone Eichler. „Wir wollen das Experimentieren im Park weiter optimieren.“

Von Frank Prenzel

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