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Grimma 27 Grundstücke sollen in Kolka ans Wassernetz
Region Grimma 27 Grundstücke sollen in Kolka ans Wassernetz
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10:47 06.05.2019
In zwei Geithainer Orten ziehen die Bewohner das Trinkwasser noch aus Brunnen.
In zwei Geithainer Orten ziehen die Bewohner das Trinkwasser noch aus Brunnen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Grimma/Geithain

Der Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) will aus einem Sonderprogramm Geld schöpfen, um in Kolka und Niedergräfenhain insgesamt 27 Grundstücke ans öffentliche Wassernetz anzuschließen. Noch gibt es aber viele Unbekannte, ob das auch gelingt. Beide Ortschaften gehören zur Stadt Geithain.

Die Verbandsversammlung, die jetzt im Grimmaer Wasserwerk tagte, stimmte einmütig zu, die Förderanträge einzureichen. Die Bewohner der in Frage kommenden Anwesen in Kolka (15) und Niedergräfenhain (12) ziehen ihr Trinkwasser noch aus eigenen Brunnen. Mit Hilfe des Förderprogramms will der Verband das ändern. Allerdings sitzen auch die Besitzer der Gehöfte finanziell im Boot.

Bislang Anschluss zu teuer

Bislang war der Anschluss der in Frage kommenden Grundstücke wirtschaftlich nicht darstellbar, erläuterte VVGG-Geschäftsführer Lutz Kunath mit Blick auf die Distanz zu den nächsten Wasserleitungen. Das Sonderprogramm zur öffentlichen Trinkwasserversorgung im ländlichen Raum, das das sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft Anfang April auflegte, könnte nun der Schlüssel zur Änderung sein.

Der Freistaat reagiert mit dem Programm auf den extrem trockenen und heißen Sommer im Vorjahr, als Brunnen in Sachsen versiegten und in einigen ländlichen Bereichen die Wasserversorgung kritische Züge annahm.

Der Verband Grimma-Geithain hat schon erste Hausaufgaben erledigt und eine Planung für Kolka und Niedergräfenhain angeschoben. Denn beim Förderantrag, der bis Ende Juni eingereicht werden muss, sei eine Kostenschätzung notwendig, erläuterte Kunath.

Sonderprogramm enthält Bedingungen

Seinen Worten zufolge sieht das Programm eine Förderung von bis zu 65 Prozent der Investition vor, jedoch maximal 20.000 Euro pro Grundstück. Es gelte nur für Ortschaften mit weniger als 10.000 Einwohnern, und der Anschlussgrad im Dorf müsse weniger als 90 Prozent betragen.

Kunath erläuterte, dass in der vom Ministerium vorgelegten Liste ausgerechnet Kolka fehle und der Anschlussgrad von Niedergräfenhain besser sei. Es sei nun zu klären, ob dennoch die Bezuschussung möglich ist.

„Der Fördermittel-Geber geht davon aus, dass die Grundstückseigentümer zwingend an den Erschließungskosten zu beteiligen sind“, erläuterte Kunath weiter. Bis zu 70 Prozent der nicht förderfähigen Kosten könnten auf die Besitzer umgelegt werden. Der Verband wird ebenfalls einen Teil der Aufwendungen tragen. Kunath betonte, dass – falls Fördergeld fließt – das weitere Vorgehen im Verband genau bedacht werden müsse.

Von Frank Prenzel