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Grimma A14-Muldebrücke bei Grimma wird bei laufendem Verkehr erneuert
Region Grimma A14-Muldebrücke bei Grimma wird bei laufendem Verkehr erneuert
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15:57 23.01.2019
Die Autobahnbrücke der A 14 zwischen den Abfahrten Grimma und Mutzschen wird komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Quelle: Thomas Kube
Landkreis Leipzig/Grimma

Tausende Fahrzeuge rollen seit Jahrzehnten über die Muldebrücke der A14 bei Grimma. Die Zunahme des Schwerverkehrs gab dem wichtigen Nadelöhr in jüngster Zeit den Rest. Deshalb muss das Bauwerk abgerissen und komplett neu errichtet werden. Mittelfristig sei die Stand- und Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet, so Lutz Günther, Sprecher der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft (Deges) in Berlin.

Die neue Brücke wird dabei einer noch größeren Belastung gewachsen sein müssen. Für das Jahr 2025 weist die Landesverkehrsprognose rund 35.000 Fahrzeuge täglich aus, die zwischen dem Dreieck Parthenaue und Nossen unterwegs sind – davon ein Drittel schwere Laster. Für das Jahr 2030 rechnen die Planer für die A14 bereits mit bis zu 64.000 Fahrzeugen.

Die Muldebrücke der A14 bei Grimma wird abgerissen und neu gebaut. In der Zwischenzeit soll der Verkehr über eine Behelfsbrücke rollen, die direkt daneben gebaut wird.

Zum Abriss der Muldebrücke gibt es keine Alternative

Zum Abriss der gigantischen Stahlbetonkonstruktion, die in den 1970er Jahren mit dem Bau der Autobahn Leipzig-Dresden errichtet wurde, gibt es deshalb keine Alternative. Die Erkenntnis, dass nur ein Neubau dem stark gestiegenen Verkehrsaufkommen Stand hält, reifte in sächsischen Ämtern schon vor längerer Zeit.

Bereits im Juli 2007 verfügte das sächsische Wirtschaftsministerium, dass ein Ersatz her muss. Brückenprüfungen, die in regelmäßigen Abständen üblich sind, hatten bei den Verantwortlichen die Alarmglocken schrillen lassen.

Selbst permanente Instandhaltungsmaßnahmen konnten den schleichenden Abwärtstrend nicht aufhalten. Schließlich kam bei einer Hauptprüfung im Jahr 2009 das böse Erwachen: Im Zeitraum von lediglich drei Jahren hatte sich der Zustand von 2,6 auf 3,4 verschlechtert. Die schlechteste Note, die eine Brücke bekommen kann, ist die 4. Zuletzt war 2010/2011 eine umfangreiche Sanierung erfolgt. Doch die A14 verträgt an dieser Stelle keine ständigen Ausbesserungen mehr, die keine dauerhafte Abhilfe schaffen. „Auch aus wirtschaftlicher Sicht fiel deshalb die Entscheidung für einen Neubau“, begründet der Sprecher der Deges.

Neubau der A14-Brücke hat eine Länge von etwa einem Kilometer

Das künftige Bauwerk haben die Planer bereits klar vor Augen: Der Neubau soll eine Ausbaulänge von etwa einem Kilometer haben. Die reine Brückenlänge beträgt dabei 361 Meter. Der Verkehr soll wie bereits jetzt vierspurig und an gleicher Stelle über die Mulde rollen. Westlich und östlich des Bauwerks sind auf einer Länge von rund 170 Metern beidseitig vier Meter hohe Kollisionschutzwände beziehungsweise -zäune für Fledermäuse vorgesehen.

Derzeit werden die zwei getrennten Überbauten der Brücke von fünf Stützen getragen, von denen drei im Hochwasser- und zwei im Mittelwasserbereich der Mulde gegründet sind. Künftig sollen die neuen Pfeiler nicht mehr im Wasser stehen. Die Anzahl der Stützen wird auf vier reduziert, die beiden neuen Uferpfeiler ragen zukünftig außerhalb des Flusses empor. Damit wird die ökologische Durchgängigkeit, aber auch der Hochwasserabfluss verbessert.

Wann Abriss der Brücke beginnt, ist noch offen

Wann die Kräne anrollen, kann noch keiner sagen. „Das Planfeststellungsverfahren zur Muldebrücke hat eben erst begonnen. Die Dauer ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, so dass eine seriöse Aussage zu einem so frühen Zeitpunkt nicht möglich ist“, erklärte am Mittwoch Ingolf Ulrich, stellvertretender Pressesprecher der Landesdirektion Sachsen, auf Anfrage.

Allerdings gibt es bereits ziemlich konkrete Vorstellungen davon, wie lange sich Pendler auf Beeinträchtigungen einstellen müssen „Nach aktuellem Stand der Planungen ist mit einer voraussichtlichen Bauzeit von reichlich vier Jahren zu rechnen“, so die Deges. Die Kosten der Maßnahme – rund 33 Millionen Euro – werden dabei vollständig vom Bund getragen.

Wichtig für Tausende Pendler: Die Verkehrsader zwischen den Anschlussstellen Grimma und Mutzschen soll auch während der Bauzeit nicht gekappt werden. Das Großprojekt wird bei laufendem Verkehr realisiert. Dazu werde als erstes südlich der alten Brücke auf Behelfspfeilern ein neuer Überbau errichtet. Dieser nimmt anschließend den gesamten vierspurigen Autobahnverkehr auf. „Danach kann das bestehende Bauwerk vollständig abgerissen und alle neuen Pfeiler und Widerlager errichtet werden“, so Deges-Sprecher Günther.

Pläne für die Muldebrücke der A14 liegen in Grimma öffentlich aus

„Nach Fertigstellung des neuen nördlichen Überbaus wird der Verkehr mit vier Fahrstreifen auf diesen verlegt und an der Baustelle vorbeigeführt.“ Was dann folgt, hört sich nach einer ingenieurtechnischen Herausforderung an: „Der neue südliche Überbau wird von den provisorischen Pfeilern auf die neuen Unterbauten quer zur A14 verschoben.“ Das heißt: Die Behelfsbrücke wird einfach an die richtige Stelle geschoben. Nach Komplettierung der Fahrbahnanschlüsse rollt der Verkehr dann über die neue Muldequerung – auf vier Fahrstreifen wie bisher.

Die Pläne für die Muldebrücke der A14 liegen bis 20. Februar in der Stadtverwaltung Grimma öffentlich aus. Einwendungen können im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens noch bis zum 20. März gebacht werden. Sämtliche Unterlagen sind auch auf der Homepage der Landesdirektion Sachsen www.lds.sachsen.de unter der Rubrik Bekanntmachung veröffentlicht.

Von Simone Prenzel

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