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Grimma Alle Pläne überarbeiten? Neue Standortideen für Belgershainer Turnhalle werden geprüft
Region Grimma Alle Pläne überarbeiten? Neue Standortideen für Belgershainer Turnhalle werden geprüft
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00:21 11.01.2018
Dieser Entwurf vom September 2017 zeigt die neue Turnhalle aus der Vogelperspektive. Eine Überarbeitung fordert Roswitha Brunzlaff, falls ein anderer Standort gewählt wird. Quelle: Foto: Strauß-Architekten
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Belgershain

Die Messen schienen fast gelesen zu sein. Zur Sitzung Ende Januar sollte der Gemeinderat von Belgershain entscheiden, wo die neue Turnhalle des Dorfes gebaut wird. Zwei Standorte standen zur Auswahl, für beide gibt es Befürworter und Gegner. Nun, kurz vor Ultimo, wartet die Abgeordnete Roswitha Brunzlaff (Linke) mit neuen Gedanken auf, die aus ihrer Sicht alle bisherigen Pläne über den Haufen werfen könnten.

„Zu Weihnachten ging ich an der Grundschule spazieren und war überrascht, dass es durchaus noch andere freie Gebiete gibt, in denen die neue Halle errichtet werden könnte“, sagt sie. Drei potenzielle Standorte sind aus ihrer Sicht vorstellbar.

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Zum einen könne die Halle an den Westgiebel der Schule angesetzt werden, so dass sie endlang der Straße Siedlung B verläuft. In diesem Falle ließen sich Kellerräume der Bildungsstätte gleich als Umkleiden nutzen. Die Halle könnte aber auch mit ihrem Giebel zur Siedlung B stehen und dann in den Schulhof hineinragen. Die dritte Idee wäre, den Schulgarten und einen Teil des Schulhofs neben dem Heizhaus zu überbauen. Verloren gegangene Nutzflächen und Anlagen müssten jeweils an andere Stellen verlegt werden.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass das Gelände der Schule für den Neubau der Sporthalle durch das mit der Vorplanung beauftragte Architekturbüro Strauss bisher geprüft worden ist und wir Gemeinderäte dazu Aussagen erhielten“, kritisiert Brunzlaff. Auch sei dem Kommunalparlament in den vergangenen beiden Jahren der Entwurf der Halle zweimal vorgelegt worden, ohne dass die Abgeordneten Stellung beziehen konnten. „Uns wurde immer gesagt, dazu dürften wir später noch unsere Ideen einbringen“, erklärt Roswitha Brunzlaff, die fordert: „Wenn nun ein dritter Standort zum Tragen käme, müssten wir unbedingt noch mal an den Entwurf ran.“ Bürgermeister Thomas Hagenow habe sie inzwischen gebeten, ihre Vorschläge an die Planer weiterzureichen, die sie prüfen sollen.

Zwei Varianten standen bisher zur Auswahl. Würde die Halle am Standort der jetzigen nach deren Abriss errichtet, hieße das, den Vereins- und Schulsport für ein Jahr ausfallen zu lassen oder – wahrscheinlich kostspielig – verlegen zu müssen. Das lehnen nicht nur die Vereine ab, auch der Sportbund könnte dann laut Hagenow als Fördermittelgeber ausfallen.

Alternative war, die neue Halle auf dem Hartplatz neben der alten hochzuziehen, die wiederum erst nach der Inbetriebnahme des modernen Baus abgerissen würde. Das rief allerdings Anwohner auf den Plan, die Ruhestörungen vor der eigenen Haustür befürchten. Außerdem müssten dann die Kinder auf dem Weg von der Grundschule zur Halle und zurück jeweils die Straße Siedlung B überqueren, was nur mit erwachsenen Aufsichtspersonen möglich wäre.

Mit den Ideen von Roswitha Brunzlaff lassen sich ihrer Meinung nach alle bisher geäußerten Probleme aus dem Weg räumen. „Die alte Halle könnte so lange stehen bleiben, bis die neue fertig ist“, erklärte sie. „Und weil sich die neue auf dem Schulgelände befindet, können die Kinder allein dorthin gehen, ohne eine öffentliche Straße betreten zu müssen.“

Von Frank Pfeifer