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Grimma Altenhainer Jugend nimmt Hürde für eigenen Club
Region Grimma Altenhainer Jugend nimmt Hürde für eigenen Club
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17:13 12.02.2020
Der ehemalige Jugendclub Altenhain. Sagt der Stadtrat Ja, kann er reaktiviert werden. Quelle: Frank Pfeifer
Trebsen/Altenhain

Auf einem Erfolgsweg scheinen die Altenhainer Jugendlichen zu sein, die sich im Ort einen Club wünschen. Den Verwaltungsausschuss der Kommune konnten sie überzeugen, dem Stadtrat die Schaffung eines solchen Treffpunkts zu empfehlen. Bis das Parlament am 25. Februar zusammentritt, haben sie aber noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen.

Dem Ausschuss legten sie ein erstes Konzept vor. Pauline Schützenberger, die beim Kinder- und Jugendring im Landkreis Leipzig ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, sprach von Alkohol-Regeln und Drogen-Verbot. Auf die Beine gestellt werden sollen Veranstaltungen, die mit zusätzlichen Angeboten an Events im Dorf anknüpfen, aber auch Kino- und Kochabende sowie Discos.

Betrieb in Eigenregie

Vorgesehen ist, den Mädchen und Jungen den Jugendclub in Eigenregie zu übergeben. Der Altenhainer Heimatverein will ihnen in der Anlaufphase Unterstützung geben und eine Arbeitsgruppe Jugend ins Leben rufen, der möglicherweise Schützenberger vorstehen wird. Sie ist schon in Besitz einer Jugendleitercard, die dazu berechtigt, einen Club zu führen. Weitere Interessenten wollen diese ebenfalls über Kurse erwerben, so dass an den Abenden immer mal jemand anderes den Hut aufhaben kann.

Konkretisierung gefordert

Den Ausschussmitgliedern reichten diese Aussagen noch nicht. Wie sollen die Öffnungszeiten aussehen? Wer greift ein, wenn Probleme auftauchen? Fragen, die die Abgeordneten gern konkret und schriftlich beantwortet hätten. Spontan sagte Pauline Schützenberger, sie könne sich vorstellen, den Jugendclub zunächst nur freitags aufzumachen und bei Bedarf andere Tage hinzuzufügen. Konflikte sollten ihrer Meinung nach die Jugendlichen zunächst untereinander aus der Welt schaffen. Nur wenn das nicht gelingt, möge der Heimatverein eingreifen.

Langfristiges Konzept nötig

Susanne Mund (Wählergemeinschaft Altenhain) forderte die Jugendlichen darüber hinaus dazu auf, sich Gedanken zu machen, wie es mit dem Club weitergeht, wenn die Gründer in die Lehre gehen oder es sie wegen der Liebe woandershin verschlägt. Und Silke Starke (Gemeinsame Zukunft) betonte: „Wir müssen wissen, wer unser Ansprechpartner ist.“

Seit zwölf Jahren geschlossen: Die Baracke des ehemaligen Jugendclubs Altenhain. Quelle: Frank Pfeifer

Auf Bitten der sechs Initiatoren soll der ehemalige Jugendclub auf dem Spielplatz reaktiviert werden, der Ende der 1990er-Jahre schloss. Bürgermeister Stefan Müller (CDU) sprach sich dafür aus, die Jugendlichen und deren Eltern beim Herrichten der Baracke hinzuzuziehen. „Wir müssen nicht alles von Handwerkern machen lassen“, sagte er.

Schäden: Auf einer Gebäudeseite befinden sich Löcher in der Fassadendämmung. Quelle: Frank Pfeifer

Manches aber schon, wie zum Beispiel die Erneuerung der Fenster. Kämmerer Martin Sittauer kommt auf Kosten von 13 000 Euro und erhofft sich Fördermöglichkeiten. Für die elektrische Heizung seien 4000 Euro pro Jahr zu veranschlagen. Sie läuft aber auch schon jetzt, weil Bauhof-Mitarbeiter die Räumlichkeiten als Unterstellmöglichkeit bei schlechtem Wetter nutzen.

Begehrlichkeiten auch aus anderen Stadtgebieten

Müller will nun abwarten, welche Grundsatzentscheidung der Stadtrat trifft. Erst im Fall der Fälle sollen die Ausgaben in den Haushalt eingearbeitet werden. Ob die finanzielle Belastung der Kommune weiter steigt, bleibt offen, denn auch von Jugendlichen aus der Kernstadt und Seelingstädt gibt es inzwischen Rufe nach Clubs. „Wir hätten uns gewünscht, dass es einen für alle gibt“, sagte Starke. „Aber erfahrungsgemäß will jeder Ort einen.“ In den 90ern bestand diese Vielfalt noch, vor zwölf Jahren schloss die letzte derartige Einrichtung.

Von Frank Pfeifer

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