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Grimma Arbeiten Moldawier zu lange auf Trebsener Baustelle?
Region Grimma Arbeiten Moldawier zu lange auf Trebsener Baustelle?
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08:21 28.06.2019
Bitte auf die Uhr achten! Frank Wiede mahnt am Trebsener Marktplatz, die maximalen täglichen Arbeitszeiten bei der Verlegung der Glasfaserkabel einzuhalten. Quelle: Thomas Kube
Trebsen

„Was die Arbeiter leisten, die bei uns in Trebsen die Glasfaserkabel verlegen, ist unbeschreiblich“, lobt Frank Wiede aus der Straße Am Weinberg. In einem Punkt übt der 65-Jährige, der von 1991 bis 2011 Stadtratsabgeordneter war, jedoch Kritik. Aus seiner Sicht müssen die Angestellten länger schuften als erlaubt.

„An den zwei Tagen, als unsere Straße dran war, kam die Kolonne 7 Uhr und rückte erst 21.15 Uhr ab“, sagt Wiede und konstatiert: „Das sind über 14 Stunden.“ Die Beschäftigten hätten zwar die vorgeschriebenen Pausen im Kleinen Park und in ihren Autos eingelegt. Dennoch sei eine solche Zeitspanne unzumutbar. „Es handelt sich um eine körperlich anstrengende Handarbeit, zumal bei dieser Hitze“, so Wiede.

Generalunternehmer in der Pflicht

Den Auftrag hat die Deutsche Glasfaser GmbH (DG) ausgelöst, die derzeit Trebsen fast flächendeckend mit einem hochmodernen Breitbandnetz ausstatten lässt, das den Nutzern gigabytefähige Anschlüsse bietet. „Wir sind kein Bauunternehmen, sondern vergeben nach einer Ausschreibung Verträge an Generalunternehmen, die unseren Ansprüchen gerecht werden“, sagt Mirko Ertel, Projektmanager Bau.

Deutsche Glasfaser pocht auf Vertrag

Diese Firmen seien zur Einhaltung des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet, das eine maximale Tagesarbeitszeit von zehn Stunden vorsieht. „Wir haben einen Bauleiter, der das stichprobenartig überprüft, aber er kann nicht immer überall sein“, erklärt Ertel. Dem Hinweis von Wiede will er aber nachgehen und verspricht: „Wir werden darauf pochen, dass alle Verträge eingehalten werden, und außerdem eine Belehrung der Angestellten verfügen, damit sie nicht eventuell von sich aus zu lange arbeiten – denn auch das soll es ja mitunter geben.“

Terrado will Einzelfall prüfen

Generalunternehmer für den Glasfaserausbau in Trebsen ist die Terrado Networks GmbH aus Wesel in Nordrhein-Westfalen. Der Betrieb sieht sich, so Geschäftsführer Andreas Ezinga, den vertraglichen Vorgaben zur Einhaltung der Arbeitszeiten verpflichtet. „Wir schließen einen Verstoß hiergegen daher aus“, teilt er mit, fügt aber an: „Dennoch nehmen wir den Hinweis zum Anlass, hier noch einmal Einzelfall bezogen zu prüfen.“

Auf den Baustellen der Muldestadt beschäftigt Terrado Angestellte aus Moldawien. Vorarbeiter Mihail Hedirca versichert, dass sein Team täglich von 7 bis maximal 19 Uhr zu Gange ist. Nur wenn es außergewöhnliche Schwierigkeiten, wie zum Beispiel einen Kabelschaden, gibt, gehe es in die Verlängerung. „Schließlich soll am Abend alles fertig sein“, erläutert er.

Lob für die Moldawier

Ein Versprechen der DG war es im Vorfeld, abschnittsweise an einem Tag Schächte zu öffnen und nach der Kabelverlegung sofort zu verschließen. „Bei uns hat das ausgezeichnet geklappt“, betont Wiede. „Hier stand keiner rum und wurde von Langeweile geplagt. Alle haben rangeklotzt; das sollten mal jene zur Kenntnis nehmen, die sich immer ausländerfeindlich äußern.“

Er selbst habe den Moldawiern Bier und Wasser spendiert. In der Nachbarschaft sei ihnen Kaffee und Eis herausgebracht worden. Rundum glücklich ist trotzdem nicht jeder, wie Steffen Lämmel vom Bauamt weiß. „Bei uns treffen Beschwerden ein, weil Leute am Abend Zettel in den Briefkästen finden, dass ihre Hausanschlüsse hergestellt werden. Und am nächsten Morgen steht die Kolonne vor der Tür“, schildert er. „Das ist zu kurzfristig.“

Gute Zusammenarbeit mit Stadt

Aus Sicht der Stadt, so Lämmel weiter, funktioniert aber das Miteinander mit den Ansprechpartnern für das Vorhaben sehr gut. „Wir stehen im ständigen Kontakt“, sagt er. „Nach jetzigem Augenschein wird eine gute Qualität geliefert. Wo die Kolonne durch ist, sieht es sauber aus, alles ist verschlossen.“

Frank Wiede freut sich indessen auf den Moment, wenn der Glasfaseranschluss in seinem Haus freigeschaltet wird. „Das Ganze ist eine gute Sache für Trebsen“, urteilt er. „Die Technik bietet uns viel höhere Übertragungsgeschwindigkeiten als die Telekom mit ihrem Vectoring. Schade nur, dass Neichen und Walzig nicht angeschlossen werden.“

Von Frank Pfeifer

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