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Grimma Arge Probleme um Belgershainer Kita
Region Grimma Arge Probleme um Belgershainer Kita
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11:33 19.04.2019
Glas- statt Kita-Container: Hier an dieser Stelle sollten ursprünglich schon jetzt Module stehen für die Erweiterung der Kita „Schloßgeister“ (links). Quelle: Thomas Kube
Belgershain

Alles schien in Sack und Tüten zu sein. Belgershain entschied sich im Februar für einen Anbieter, der zur Erweiterung der Kindertagesstätte Schloßgeister Container liefern und aufstellen wollte. Doch dieser sieht sich nicht mehr an die von ihm genannten Preise gebunden. Für den Gemeinderat, der sich diese Woche damit zu befassen hatte, eine verzwickte Sache; er will gleich nach Ostern zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

„Die Problematik bringt einen langsam ins Schwitzen“, gestand Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos). Nach langem Ringen und Versuchen, die Standards der verschiedenen Produzenten auf einen Nenner zu bringen, um deren Offerten vergleichen zu können, habe die Losberger Modular System GmbH aus Kamenz den Zuschlag erhalten. „Nach der Vergabe kam es noch mal zum Gespräch mit der Firma“, so Hagenow. Und das hatte es in sich.

Anbieter setzt Preis herauf

Das Unternehmen sah sich laut Bürgermeister nicht mehr ans eigene Angebot vom November/Dezember gebunden. „Es hatte die Preise über den Jahreswechsel anpassen müssen, weil sich die Preise seiner Zulieferer erhöht hatten“, schilderte er. So wurden aus den ursprünglichen 336 842 Euro für die Kita-Module plötzlich 369 531 Euro.

„Wir müssen uns nun entscheiden, ob wir die Zahl korrigieren oder uns einen anderen Anbieter suchen“, stellte Hagenow den Gemeinderat vor die Wahl. Dieser zog zunächst den Vergabebeschluss vom Februar zurück, um danach zu diskutieren, wie es weitergehen sollte.

Verkauf nach Nutzung schwierig

Hagenow schlug vor, die Container nun doch nicht – wie beabsichtigt – zu kaufen, sondern nur zu mieten. Der Grund: Das ursprüngliche Kalkül, sie zu veräußern, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, gehe nicht auf. „Es handelt sich um eine Spezialausführung, die sich nicht auseinanderreißen lässt“, erläuterte er. „Alle Module sind so miteinander verbunden, dass sie uns nur jemand komplett abnehmen könnte, der speziell welche für Krippenkinder braucht.“ Es würde also sehr schwierig, einen Abnehmer zu finden.

Hagenow für Miete

Deshalb Hagenows Vorschlag: „Besser, wir mieten die Container nur und beginnen nächstes Jahr mit der Planung für den Neubau einer Kindertagesstätte.“ Teurer als der Kauf würde das nur dann, wenn sich die Container-Übergangslösung zu lange hinzieht. Da aber die Belgershainer Kita „Schwalbennest“ ohnehin nicht mehr ewig betrieben werden könne, sei ein schneller Neubau sowieso angebracht, in dem dann die Kinder aus der Erweiterung der „Schloßgeister“-Kita mit untergebracht werden könnten.

Gemeinderat will Kauf

Doch da ging der Gemeinderat nicht mit. „Provisorien stehen oft länger als gedacht“, wandte Guido Mai von der Freien Wählervereinigung (FW) ein. „Kauf ist der bessere Weg, auch wenn wir die Container hinterher verschrotten müssten.“ Bernd Weisbrich (FW) sah es ähnlich: „Wie lange reden wir schon über den Turnhallenbau, so schnell steht eine neue Kita nicht.“ Hin- und hergerissen zeigte sich Roswitha Brunzlaff (Linke): „Es ist unrealistisch, dass wir in vier Jahren eine neue Kita stehen haben. Andererseits wäre es vielleicht zu schaffen, wenn wir sofort die Voraussetzungen schaffen, denn momentan gibt es Fördermittel für Kindertagesstätten.“

Zu unsicher erschien dem Gemeinderat schließlich, sich auf die Kombination Containermiete plus schneller Kita-Bau einzulassen. Er blieb dabei, die Module kaufen zu wollen. Dafür braucht er aber auch ein Angebot des zweiten Bieters, weil sich dessen Preise ebenfalls geändert haben könnten. Bürgermeister Hagenow wollte es auf die schnelle einholen und kündigte für die Vergabe des Auftrags eine Sondersitzung in der kommenden Woche an.

Elternklagen drohen

In den Modulen sollen 16 bis 18 Krippenkinder betreut werden. Mehrfach hat sich die Anschaffung bereits verzögert. Im September will Hagenow die Sache spätestens erledigt haben. Der Gemeinde drohen sonst gerichtliche Klagen von Eltern.

Von Frank Pfeifer

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