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Grimma Auf Schusters Rappen entlang der Mulde
Region Grimma Auf Schusters Rappen entlang der Mulde
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11:18 12.07.2018
Wandern im Muldental: Teil 1 der LVZ-Serie führt von Bahren nach Grimma, durch den Schlangengrund und auf den Galgenberg. Quelle: Andreas Döring
Grimma

Start und Ziel unserer Muldentalrunde ist der kleine Parkplatz in Bahren gegenüber vom Sportplatz. Ein Stück die Straße entlang in Richtung Grimma, dann nehmen wir den Trampelpfad links bis zur Mulde. Der Weg führt größtenteils an diesem schönen Fluss entlang, dessen Name von Milda abstammt, was die Wasserreiche bedeutet. Auf diesem Stück verläuft auch der Lutherweg.

Die Wanderroute führt am Rande der Altstadt von Grimma entlang, über die Ortsteile Döben und Bahren bis in den Stadtwald Grimmas. Quelle: Leipziger Volkszeitung

Es läuft sich herrlich bei behaglichen 24 Grad Celsius und einem leichten Lüftchen. Felder, malerische Pferdekoppeln, eine alte Mühle. Ein Fischreiher steht am Flussufer, ein Kuckuck ruft. Bald erreichen wir die Böhlschen Wiesen. Freimut Zuhl macht gerade einen Rundgang. Eine Bestandsaufnahme des Turnierplatzes. Am 14. und 15 Juli startet hier wieder der große Wettkampf seines Reit- und Fahrvereins Grimma.

Lutherweg

Der Lutherweg, auf dem ein Stück dieser Wanderung entlang führt, wendet sich als Gemeinschaftsprojekt von Kirchen, Tourismusverbänden, Kommunen und weiteren Trägern an Pilger, Wanderer und an Besucher, die an der Reformation und ihren Auswirkungen interessiert sind.

In ganz unterschiedlichen Bundesländern und Landschaften führt dieser Weg durch Orte der Reformation und an Plätze, deren Bedeutung sich durch die reformatorische Bewegung erschließt.

Mehr Infos unter http://www.lutherweg.de/

Gute Heuernte der Reitsportler

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist der 65-Jährige diesem Verein treu, heute als Vorsitzender. Stolz berichtet er von der Steigerung der Mitgliederzahl auf derzeit fast hundert. 24 Pferde betreut sein Verein, 16 davon als so genannte Einstellerpferde von Privatleuten.

In der Region Leipzig kann man nicht nur tolle Radtouren unternehmen – auch zu Fuß lässt sich viel entdecken. Heute: Entlang der Mulde

Um zehn Hektar Wirtschaftsfläche kümmern sich die Reitsportler. „Die Heuernte war dieses Jahr gut“, sagt der Vielseitigkeitsreiter. Zweihundert Heu-Quader Futter von den eigenen Wiesen liegen für den Winter bereit. Doch jetzt steht erst mal das große Turnier am Wochenende an.

Touristen schimpfen über Ausschilderung

Der Weg führt weiter an der Mulde entlang. Aber nicht alle finden es schön hier. „Die Beschilderung ist ’ne Katastrophe“, schimpft Ralf Floßmann aus Berlin. Mit seiner Frau ist er auf Radtour und gibt Sachsen schlechte Noten.

Einmal kämpfte er sich mühevoll einen Berg hoch, um oben festzustellen, dass der Weg unten weiter geht, erzählt er. „Und so was ist nicht nur einmal passiert. Ich vermisse auch Hinweisschilder am Weg, wo eine Pension oder ein Gasthof ist.“ Der Handy-Empfang sei zudem oft „ganz schlecht“. Hier gebe es „immensen Nachholebedarf“, meint der wütende Berliner, der auch schon längere Radtouren in Italien, Kroatien und Frankreich absolvierte.

Tour bietet schöne Ausblicke

Nur noch wenige hundert Meter, schon sind wir in Grimma. Hier empfiehlt sich ein Abstecher in die Innenstadt und eventuell ein stärkender Imbiss. Es gibt auf dem Weg keine Einkehrmöglichkeiten mehr. Wir laufen über die Pöppelmannbrücke, halten uns rechts und sind nun im Stadtwald, die Mulde fließt rechts von uns. Den Blick auf Schloss, Gymnasium und Klosterkirche sollte man genießen.

Und weiter geht die Reise durch Sachsens zauberhafte Städte – diesmal laden wir euch ein nach Stadt Grimma, die...

Gepostet von Sachsen Tourismus am Mittwoch, 10. Mai 2017

Überhaupt bietet die Tour schöne Ausblicke. Auch der von der Hängebrücke, die wir gleich erreichen. Oder der vom Aussichtspunkt Rabenstein ein Stück weiter. Von oben sehen wir, wie sich die Mulde durchs Land schlängelt. Bis zur Schiffsmühle Höfgen sind es etwa zwei Kilometer. Wer möchte, kann die Wanderung hier ausdehnen. Aber auch eine kürzere Tour ist möglich, indem man ein Stück mit dem Schiff fährt.

Muldeschifffahrt

Wem die Wanderung zu lang ist, kann auch ein Stück mit dem Schiff auf der Mulde fahren.

Anlegestelle Hängebrücke - Nimbschen - Schiffmühlensteg: Mittwoch bis Freitag von 11 bis 17 Uhr zu jeder vollen Stunde; Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr zu jeder vollen Stunde

Montag, Dienstag – Ruhetag (für Gruppen ab 30 Personen nach telefonischer Voranmeldung buchbar)

Muldenschifffahrt Grimma GbR, Colditzer Weg 3, 04668 Grimma; telefonische Voranmeldung im Büro Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr unter Telefon 03437-915158

Mehr Infos unter http://www.grimma.de/tourismus_muldenschifffahrt

Pfad in Schlangengrund schwierig zu finden

An der nächsten kleinen Gabelung halten wir uns links. Ein paar Höhenmeter sind zu überwinden, bevor wir aus dem Wald heraus kommen und den Ortsausgang von Grimma erreichen. Hübsch ist die kleine St. Georgenkapelle. Häufig wechselnde Kunstausstellungen sind hier zu sehen, immer am Wochenende 14 bis 17 Uhr.

Über die Straße führt der Weg nun in den Schlangengrund. Der Pfad ist schwierig zu finden. Man darf nicht dem breiten Weg folgen, sondern muss links den kleinen Trampelpfad in das urige Waldstück wählen. Dort stößt man auf den Galgenberg. 15 Prozent Steigung, rund 60 Höhenmeter auf fünfhundert Meter Wegstrecke. Kurz vorm Gipfel lädt eine Bank zum Ausruhen ein mit Blick auf Wiese und Hohnstädter Kirche in der Ferne.

Vergangenheit erleben im Schloss Döben

Wir laufen durch Felder mit Sommergerste. Achtung, hier kann man sich leicht verlaufen. Links ein Wäldchen, nach einer alten Eiche (ein Naturdenkmal) führt nach zwanzig Schritten links ein kleiner Weg in den Wald.

Es geht nun bergab und schon sind wir in Döben. Das Schlossareal, von Privatleuten liebevoll saniert, ist öffentlich zugänglich. Im Gartenhäuschen ist ein Modell der ehemaligen Schlossanlage zu sehen. Im Zweiten Weltkrieg wurden einige Gebäude beschädigt, später verfiel die Anlage und wurde in den 1970er-Jahren gesprengt. Alte Fotos und Dokumente erinnern an das einstige Juwel.

Junge Künstler malen schöne Mulde

Junge Künstler sind gerade in diesem Anwesen zu Gast. Sie malen Aquarelle und nutzen dafür nicht nur den wunderschönen Blick auf den Fluss vom Schloss aus. Auch an der Feueresse sitzen sie mit Papier und Farben und halten den Moment fest.

Mulde

Die Mulde entsteht südöstlich von Leipzig bei Sermuth durch die Vereinigung zweier großer Quellflüsse, der Zwickauer und Freiberger Mulde. Der Name stammt ab von Milda und wird von Forschern mit Wasserreiche übersetzt.

Das Einzugsgebiet des Flusses umfasst große Teile Sachsens und den weitaus größten Teil der Nordabdachung des Erzgebirges. Mit einer Wasserführung von annähernd 73 Kubikmeter pro Sekunde an der Mündung ist er der viertgrößte Nebenfluss der Elbe.

Dorthin führt uns der Weg die Schloßstraße bergan, links biegen wir in die Kohlenstraße, in der wir ein saniertes Fachwerkhaus bewundern. Wieder halten wir uns links, Zetten steht auf dem Straßenschild. Schon sind wir im Deubener Wald, laufen einen Weg mit Hainbuchen entlang bis zur Feueresse, so heißt ein großer schwarzer Stein, der von üppigem Buschwerk fast verdeckt ist. Ein schönes Fleckchen Erde ist das hier.

Die rot-weiße Wandermarkierung führt uns ziemlich steig bergab. Wir laufen ein Stück auf dem Mulderadweg, halten uns dann aber links Richtung Bahren. Vorbei an der ehemaligen Papierfabrik Golzern über die Mulde, dann einige Treppen hoch. Erfreut sind wir über eine funktionierende Wasserpumpe am Weg. Willkommene Erfrischung zum Abschluss.

Die Tour

Länge: 15 Kilometer

Höhenmeter: 80 Höhenmeter

Parkplatz: Kleiner Stellplatz in Bahren gegenüber des Sportplatzes

Einkehrmöglichkeiten: am Parkplatz in Bahren oder vielfältige Angebote in Grimma

Öffentlicher Nahverkehr: Mit Zug oder Bus bis Grimma, Start- und Zielpunkt der Tour sollten dann dort liegen.

Lesen Sie auch unsere Testtouren mit dem Rad durchs Neuseenland.

Von Claudia Carell und Andreas Döring

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