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Grimma Ausbildungszertifikat für Köhra Frische GmbH
Region Grimma Ausbildungszertifikat für Köhra Frische GmbH
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15:12 24.05.2019
Ausgezeichneter Betrieb: Cordula Hartrampf-Hirschberg überreichte das Zertifikat für hervorragendes Engagement in der Ausbildungsförderung an den Technischen Leiter der Firma, Peter Müller. Im Hintergrund (v.l.) Thomas Siegel vom Arbeitgeberservice der Agentur, Lehrling René Karp, Ausbildungsleiter Felix Uhlrich, Studentin Anne Schmidt und die Leiterin des Qualitätsmanagements im Unternehmen, Lisa Bernhardt. Quelle: Frank Pfeifer
Belgershain/Köhra

Seit 2005 ehrt die Oschatzer Agentur für Arbeit jährlich ein Unternehmen des Muldentals, das sich im besonderen Maße für die betriebliche Berufsausbildung engagiert. Jetzt erhielt die Köhra Frische GmbH dafür ein Zertifikat.

So zum Beispiel Anne Schmidt. Im Rahmen eines Studiums der Lebensmittelsicherheit an der Berufsakademie Plauen absolviert die 20-Jährige ihren Praxisteil in Köhra, wo sie Produkte beurteilt und die Einhaltung der Hygiene überprüft. Das Unternehmen ist aber nicht nur Partner im dualen Studium, sondern bildet auch Fachkräfte für Lagerlogistik und Lebensmitteltechnik, zu Berufskraftfahrern sowie zu Kaufmännern und -frauen im Groß- und Außenhandel aus. Eine Chance, die René Karp aus Naunhof ergriff, der Fachlagerist werden will. „Jahrelang habe ich nach einem Ausbildungsplatz gesucht und nun Gott sei dank hier einen gefunden“, sagt der 24-Jährige.

Zusatzangebote für Auszubildende

„Wir unterstützen unseren Nachwuchs gern und bieten zudem noch weitere interne und externe Möglichkeiten für unsere Auszubildenden an“, berichtet Geschäftsführer Bernd Thalmann. „Zum Beispiel kann der Lastwagen-Führerschein innerhalb der Ausbildungszeit erworben werden, oder man bildet sich selbst über die Industrie- und Handelskammer Leipzig weiter – auf Kosten der Firma natürlich.“

Arbeitsagentur lobt Engagement

Dieses Engagement erfreut die Chefin der Agentur für Arbeit, Cordula Hartrampf-Hirschberg. „Das Unternehmen schaut nicht nur auf die Schulnoten, sondern vor allem auf Motivation und Fleiß“, betont sie. „Die guten Erfahrungen zeigen, dass sich dieser Weg lohnt. Wer solche Potenziale erkennt und entwickelt, leistet einen aktiven Beitrag zur Fachkräfteentwicklung, und das bringt weiter.“

Noch ein Ausbildungsplatz im Angebot

Flache Hierarchien würden einen unkomplizierten und direkten Kontakt der Lehrlinge mit Vorgesetzten ermöglichen, erklärt Ausbildungsleiter Felix Uhlrich, der ein Angebot zu machen hat: „Von den drei Ausbildungsplätzen für den Start am 1. August ist noch eine Stelle als künftige Fachkraft Lebensmitteltechnik zu vergeben. Bewerbungen sind noch möglich.“

Darüber hinaus bietet das Unternehmen regelmäßig Praktika an, so dass junge Leute selbst Eindrücke über den Arbeitsalltag sammeln können. „Wer unserem Frische-Geheimnis auf die Spur kommen möchte, ist jederzeit gern zu einem persönlichen Gespräch eingeladen“, fasst Thalmann zusammen.

Ehemaliges Kartoffellagerhaus privatisiert

Mit derzeit 185 Beschäftigten und vier Auszubildenden blickt der Betrieb auf ein kontinuierliches Wachstum zurück. Vorgängerbetrieb war das Kartoffellagerhaus der Zwischenbetrieblichen Einrichtung Speisekartoffelproduktion Grimma-West, gebaut Anfang der 1970er-Jahre am Ortsausgang von Köhra in Richtung Pomßen. Es beschäftigte in Spitzenzeiten 90 Menschen.

Auf den Mauerfall folgte die Privatisierung. Die Initiative kam von innen heraus; Leiterin Andrea Wetzold, Techniker Gottfried Rößner und Elektromeister Bernd Thalmann gründeten am 18. Oktober 1991 die noch heute bestehende GmbH. Am 1. Oktober 1998 wurde der Neubau bezogen, dem 2011 eine Erweiterung folgte.

Frische-Spezialist für küchenfertiges Gemüse und Obst

Noch heute nennen viele den Betrieb „Kartoffelmeister“, auch wenn das Thalmann nicht so gern hört. An der Halle und den Lastwagen prangt längst der Schriftzug „Köhra Das Frische Rezept“, was dem Betriebskonzept näher kommt. Denn der anfängliche Kartoffelschälbetrieb hat sich zu einem hochmodernen Schneidebetrieb und Frische-Spezialisten entwickelt. Als Hersteller von küchenfertigem Obst und Gemüse, Salatmischungen und Feinkost setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf Produkte ohne deklarierungspflichtige Zusatzstoffe und steht damit auch für Nachhaltigkeit.

Kunden sind Großabnehmer

Restaurants, Hotels, Mensen, Schulen, Betriebskantinen, Caterer, Krankenhäuser und Pflegeheime im Umkreis von 150 Kilometern sind die Kunden. Über ein bundesweites Netz von Händlern werden die Produkte auch darüber hinaus vermarktet. Das zu verarbeitende Gemüse bezieht der Betrieb saisonbedingt im Sommer und Herbst vor allem von Gärtnereien der Region, im Winter und Frühjahr hingegen aus Holland, Spanien, Marokko und Italien.

Von Frank Pfeifer

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