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Grimma Bad Lausick investiert in seinen Thermalbrunnen
Region Grimma Bad Lausick investiert in seinen Thermalbrunnen
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11:02 24.11.2018
Das Bad Lausicker Thermalwasser kann an einem Trinkbrunnen im "Riff"-Foyer getrunken werden. Quelle: Silke Wild / Kur GmbH
Bad Lausick

Thermalwasser sichert heute Bad Lausicks Status als Heilbad. Gefördert aus 1300 Metern Tiefe, wird es in den beiden Außenbecken des Kur- und Freizeitbades „Riff“ genutzt. Es steht für Trinkkuren zur Verfügung und soll im neuen „Riff“-Resort für Wellness eingesetzt werden. Voraussetzung: Der Brunnen, der seit 2007 in Betrieb ist, muss modernisiert werden.

Ein Gutachten beziffert die Kosten dafür auf eine niedrige siebenstellige Summe. Der Stadtrat beschloss auf einer Sondersitzung, Fördermittel zu beantragen. Die Förderung könnte 85 Prozent betragen. Gebaut werden könnte – vorausgesetzt, es gibt das Geld – bereits im nächsten Jahr.

In den beiden Außenbecken des Kur- und Freizeitbades „Riff“ wird das Thermalwasser eingesetzt. Quelle: Jens Paul Taubert

„Die Sanierung ist nötig, um den Ertrag des Brunnens über viele Jahre zu sichern“, sagt Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos). Der Aqua-Vitales-Brunnen sei ein Kernstück des Bad Lausicker Kurbetriebes, denn das Prädikat Heilbad setze ein sogenanntes ortsgebundenes Heilmittel voraus – etwas, das Bad Lausick von anderen Heilbädern unterscheide.

2021 feiert Bad Lausick Jubiläum „200 Jahre Kur“

Hultsch hat deshalb zwei wichtige Jahreszahlen im Blick: 2020, wenn nach zehn Jahren das Heilbad-Prädikat verteidigt werden muss, und 2021, wenn das Jubiläum „200 Jahre Kur“ gefeiert werden kann. Um sich auf beides konzentrieren zu können, plane man, den Brunnen im nächsten Jahr umfangreich in Stand zu setzen.

Michael Hultsch, Bürgermeister von Bad Lausick sieht die Sanierung des Brunnens als dringend notwendig an. Quelle: privat

„An der Zusammensetzung des Heilwasssers, an seiner Mineralisation, hat sich über die Jahre nichts geändert, wohl aber an der Ergiebigkeit. Die geht zurück“, sagt Hultsch. Die Zusammensetzung bestätigten die jährlichen kleinen Analysen wie die großen, die aller fünf Jahre fällig seien.

Da das Wasser stark eisenhaltig sei, gebe es Ablagerungen in den Leitungen. Die Pumpentechnik sei zu ersetzen. Die Elektronik der Aufbereitungsanlage im Untergeschoss des „Riffs“ bedürfe der Erneuerung. Er rechne frühestens im März mit einem Förderbescheid der Landesdirektion. Dass der Freistaat das Vorhaben unterstütze, davon gehe er aus: „Er hat ja selbst ein Interesse daran, die Heilbäder im Land zu sichern.“

Bad Lausick als Kur- und Klinik-Standort stärken

„Aufgrund der geologischen Besonderheiten des Brunnens ist die Modernisierung notwendig. Wir möchten mit dieser Investition Bad Lausick als Kur- und Klinik-Standort stärken“, so Stadtrat Udo Goerke (CDU). Er sage das, „wohl wissend, dass insbesondere im Kurbereich weitere Anstrengungen notwendig sein werden“. Es gelte, die im privaten Kur- und Wellnessbereich schlummernden Potenziale weiter zu erschließen.

So sah der Albertbrunnen in Bad Lausick damals aus. Quelle: Wolfgang Müller

„Es ist zwingend notwendig für das Heilbad und unsere Identität, dass wir uns um unser Heilmittel kümmern“, bestätigt Tim Barczynski (Linke). An der Modernisierung führe kein Weg vorbei, auch wenn sie teuer sei. „Technische Anlagen unterliegen nun mal dem Verschleiß. Wir müssen jetzt klotzen, nicht kleckern.“ Darüber hinaus sollte man sich aber in den nächsten Jahren auch „mit einer Alternative zum bestehenden Brunnen beschäftigen“.

Deutliche Aufwertung des Kurviertels geplant

Eine Auffassung, die Hultsch ausdrücklich teilt. „Mit der Modernisierung ist das Thema Thermalbrunnen für meine Generation hoffentlich erst mal erledigt, aber wir wollen bis 2021 noch das eine oder andere entwickeln.“ So gehe es um eine „deutliche Aufwertung des Kurviertels“, aber auch um eine Herrichtung des Kurparks. Nicht zuletzt sollte man prüfen, ob und wie die Brunnen, die Bad Lausicks Kurbetrieb über Jahrzehnte bestimmten – Albert-, Matthes- und Herrmannsbrunnen – künftig wieder genutzt werden könnten.

Von Ekkehard Schulreich

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