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Grimma Belgershain: Erinnerungen an Defa-Klassiker „Heißer Sommer“
Region Grimma Belgershain: Erinnerungen an Defa-Klassiker „Heißer Sommer“
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13:34 14.04.2019
Heißer Sommer: Christine Dähn und Thomas Natschinski gaben auf Schloss Belgershain Storys rund um den Defa-Klassiker zum Besten. Quelle: Roger Dietze
Belgershain

Nein, heiß war er nicht, der Sommer 1968. „Am 21. Juni jenes Jahres, dem kalendarischen Sommeranfang, war es in Dresden knapp 15 Grad kalt, und in Köln haben die Temperaturen kaum die zwölf Grad-Marke erreicht“, ließ die Journalistin Christine Dähn am Sonnabendabend die reichlich 50 Gäste im Belgershainer Schloss wissen. Selbige hätte diese scheinbar unbedeutende meteorologische Information aus fernen Tagen wohl kaum interessiert, wenn nicht just an jenem 21. Juni vor über 50 Jahren der Film „Heißer Sommer“ auf der Rostocker Freilichtbühne Premiere gefeiert hätte. Wobei das unpassende Wetter dem Erfolg des Streifens mit Chris Doerk und Frank Schöbel in den Hauptrollen denn ja bekanntlich auch keinen Abbruch tat.

Ganz im Gegenteil erlangte der Defa-Film, der als erster nach 1990 auf DVD veröffentlicht wurde, Kultstatus. Was nicht unmaßgeblich mit dem musikalischen Talent des Filmmusik-Machers Gerd Natschinski und dessen Sohn Thomas, der Christine Dähn nach Belgershain begleitete, zu tun hatte. Gemeinsam gaben die beiden - sie ehemalige Moderatorin beim Jugendradio DT 64, er damals 19-jähriger Absolvent der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, der mit „Heißer Sommer“ sein Filmmusik-Debüt gab - humorvolle und emotionale Storys über Protagonisten, Filmkomponisten sowie die Dreharbeiten zum Besten.

Dähn schrieb über Ute Freudenberg und Karat

Etwa die, dass Thomas’ Vater es nicht habe ausstehen können, wenn Regisseur Joachim Hasler den Titelsong vor sich hin sang und dabei mit den Fingern schnippte. „Er war ja grundsätzlich ein akustisch empfindsamer Mensch, der sein Studio in der gemeinsamen Berliner Wohnung schalldicht konstruiert hatte“, plauderte Christine Dähn, aus deren Feder neben Biografien über Thomas Natschinski und Ute Freudenberg auch eine Monografie über die Band „Karat“ stammt. „Heißer Sommer“ wiederum geht auf das Konto der „Gruppe Johannisthal“ innerhalb der Defa, die mit dem komödiantischen Musikfilm einen Klassiker auf die Leinwand brachte.

Kombination aus Musik und Mode wurde Kult

Für Brigitte Fichter, die der samstäglichen vom Großpösnaer Kuhstall-Verein initiierten Veranstaltung beiwohnte, ist jenes Votum absolut nachvollziehbar. „Wir haben den Film wohl an die 100 Mal gesehen“, so die Großpösnaerin. „Letztlich hat wohl die Kombination aus der Musik und der rebellischen Mode den Kultstatus bewirkt.“ Diesem ganz offensichtlich nichts anzuhaben vermochte das „Lexikon des internationalen Films“, in welchem hinsichtlich der verfilmten Erlebnisse von Oberschülern während ihres Ostsee-Ferienaufenthaltes von einem „dünnen Handlungsfaden“ die Rede ist.

Von Roger Dietze

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