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Grimma Belgershain zahlt für Löschwasserbereitstellung
Region Grimma Belgershain zahlt für Löschwasserbereitstellung
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08:51 12.07.2019
Einer der markanten roten Hydranten in der Belgershainer Hauptstraße. 147 Zapfstellen gibt es im Gemeindegebiet. Für deren Unterhalt soll die Gemeinde jetzt mit aufkommen. Quelle: Frank Pfeifer
Belgershain

Geld muss die Gemeinde Belgershain künftig dafür bezahlen, dass ihr die Leipziger Wasserwerke (LWW) Löschwasser zur Verfügung stellen. In ihrer Verantwortung liegt es auch, genügend Speichermöglichkeiten zu schaffen, falls die aus der Leitung angebotene Menge nicht zur Brandbekämpfung ausreichen sollte. Bei Neubauten kann sogar der Eigentümer in die Pflicht genommen werden, ein Reservoir anzulegen.

Auf einen Vertrag mit der Kommune bestanden jetzt die LWW, denen nur die Versorgung mit Trinkwasser obliegt. Ihr Vorgänger, die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL), hatten die Kosten der Löschwasserbereitstellung, für die grundsätzlich Kommunen zuständig sind, Belgershain nicht in Rechnung gestellt. Es geht zwar nicht um einen riesigen Betrag, aber diesen will das Unternehmen ab sofort kassieren.

147 Hydranten im Gemeindegebiet

„Mir war gar nicht bewusst, dass wir so viele Hydranten in Belgershain, Threna, Köhra und Rohrbach haben“, sagt Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos). 147 sind es laut LWW an der Zahl, manche unterflur und kaum erkennbar, die Oberflur-Hydranten durch ihre rote Farbe hingegen auffallend. Der städtische Betrieb will sie weiter unterhalten, schließlich braucht er die Anlagen auch für seine Trinkwasserversorgung. Da aber die Feuerwehr ebenfalls den Hahn aufdreht, möchten sich die LWW mit Belgershain in die Kosten der Wartung teilen.

Belgershain nickt Vertrag ab

Eine Untersuchung ergab, dass jeder der Hydranten in den vergangenen zehn Jahren einen Reparaturaufwand von 2186 Euro verursachte. Anteilig verlangen die LWW nun für alle Hydranten zusammen eine Summe von 6499 Euro pro Jahr von Belgershain. Aus Sicht der Kommune spricht nichts dagegen, sie nickte den Vertrag ab. Müssen alte Zapfstellen ausgewechselt werden oder kommen zusätzliche in Neubaugebieten hinzu, dürfte sich die Summe erhöhen.

Gemeinde und Grundstücksbesitzer in der Pflicht

Die an den einzelnen Hydranten zur Verfügung stehenden Wassermengen können die LWW derzeit nur schätzen. Genaue Messungen will der Betrieb in den kommenden drei Jahren vornehmen. „Übersteigt die benötigte Menge an Löschwasser in einem Gebiet das Angebot, lässt der Druck nach. Deshalb müssen wir dort als Gemeinde genügend Wasser aus Teichen und Brunnen bereithalten“, schildert Hagenow.

Doch das wird aller Voraussicht nach nicht in jedem Falle machbar sein. Reißen alle Stränge, ist am Ende der private Bauherr zuständig. „Bislang konnten wir bis auf einen Fall alle Anträge auf die Errichtung von Einfamilienhäusern absichern“, legt der Bürgermeister dar. Nur in der Oberholzer Straße musste jemand verpflichtet werden, einen Pool anzulegen, aus dem notfalls Löschwasser gepumpt werden kann. Ein Schicksal, das auch künftige Investoren treffen könnte.

Illusorische Forderung

Gemeinderätin Gunda Böhme von der Freien Wählervereinigung schmeckt das alles nicht so richtig. „Wir sollten die LWW verpflichten, eine Abnahme von wenigstens 48 Kubikmeter Wasser an jedem Hydranten zu gewährleisten“, fordert sie. Doch das hält Hagenow für illusorisch. „Dann müsste der Betrieb neue Leitungen ziehen. Und das macht er nicht“, meint er.

Nach seinen Ausführungen wollte ein Grundeigentümer in Rohrbach einen Anschluss an eine Leitung, die an seinem Land vorbeiführte. „Diesen erhielt er aber nicht, weil die LWW meinten, dann könne die Leistung für die anderen Abnehmer nicht mehr gesichert werden“, erklärt Hagenow. „Der Eigentümer musste daraufhin auf eigene Kosten ein Rohr zu einer anderen Leitung verlegen, das genug Wasser führte.“

Gemeinde zahlt auch entnommenes Wasser

Neben den neuen Ausgaben für den Betrieb und Erhalt der Hydranten muss die Gemeinde – wie gehabt – für das entnommene Wasser aufkommen, das die Feuerwehr bei Einsätzen und Übungen verbraucht. Die Zahl der Liter, so steht es im Vertrag, kann dabei geschätzt werden. Die Kosten würden sich nach den jeweils aktuellen Preisblättern der LWW richten.

Von Frank Pfeifer

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