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Grimma Belgershainer Bürgermeister über die Vorhaben: Turnhalle, Gehweg und Kita-Erweiterung
Region Grimma Belgershainer Bürgermeister über die Vorhaben: Turnhalle, Gehweg und Kita-Erweiterung
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00:19 05.01.2018
Thomas Hagenow Quelle: Foto: Thomas Kube
Belgershain

Mit drei größeren Vorhaben wird sich die Gemeinde Belgershain in diesem Jahr befassen müssen. Nicht alle mögen geräuschlos über die Bühne gehen. Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) stellt sich den Nachfragen der LVZ.

Frage: Das größte und umstrittenste Projekt ist der Bau der neuen Turnhalle. Welcher Stand wurde erreicht?

Thomas Hagenow: Die Entwurfsplanung schließt das Architektenbüro Strauß gerade ab, ihm arbeiten Fachplaner zu. Ist sie fertig, werden wir als Gemeinderat darüber entscheiden. Segnen wir sie ab, geht Strauß die Genehmigungsplanung an.

Sie kündigten an, der Gemeinderat wolle erst im Januar den Standort für die Halle festlegen. Warum so spät? Haben Sie Angst vor der Entscheidung?

Angst habe ich keine, die Entscheidung treffe ich ja nicht allein.

Was soll das Parlament im Januar anders sehen als jetzt?

Anwohner wollen den Abriss der alten Halle und die Errichtung der neuen am selben Standort. Die beteiligten Vereine möchten, dass vorm Abriss die neue Halle neben die alte gebaut wird, damit der Sport nicht ausfällt. Wir sind noch dabei, die Argumentationen von beiden Seiten abzuwägen.

Wie sieht Ihre Meinung aus?

Die möchte ich vor der entscheidenden Sitzung nicht äußern.

Ein zweites Thema, das Einwohner aufwühlt, ist der fehlende Gehweg an der Staatsstraße 38 in Threna. Was bewegt sich dort?

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat die Sanierung der Straße in höchster Priorität eingeordnet. Ich denke, dann sollte sie auch spätestens 2019 beginnen.

Für den Gehweg steht aber die Gemeinde in der Pflicht. Was tut sie?

Die Planung dafür muss 2018 vorbereitet werden. Wir wollen sie vorliegen haben, damit wir Fördermittel beim europäischen Leader-Programm beantragen können. Bauen können wir den Weg aber erst, wenn die Straße saniert wird, alles andere wäre ökonomischer Frevel. Zunächst müssen wir wissen, nach welcher Seite das Landesamt die Straße entwässern will. Zurzeit läuft das Wasser in den offenen Graben auf der Südseite. Will das die Behörde ändern, wäre möglicherweise der Gehweg betroffen, den wir auf der Nordseite entlang der Ortsbebauung anlegen wollen – mit einem sicheren Übergang zur Bushaltestelle.

Was steht im nächsten Jahr noch an?

Wir wollen eine Entwässerungsleitung vom Gartenweg über die Feldstraße zum Pfarrteich verlegen. Dann sind wir in allen Ortsteilen mit den Investitionen in die Schmutzwasserstrukturen durch. Ein größeres Problem wird es, die Kapazitäten der Kindertagesstätten zu erweitern, die nicht mehr ausreichen.

Möchten Sie eine neue Kita bauen oder eine bestehende erweitern?

Das einzige Gelände, das groß genug ist, befindet sich in Belgershain zwischen den Glascontainern und der Schlossbrücke, dort liegen in der Nähe auch schon alle Medien an. Wir möchten als Übergangslösung, bis die Zahl der Kinder eventuell wieder sinkt, Container aufstellen lassen, die für zwölf bis 16 Mädchen und Jungen Platz bieten. Betrieben werden soll die Einrichtung von der Kita Schlossgeister, die sich nebenan befindet.

Welchen Zeitrahmen für die Errichtung haben Sie sich vorgenommen und wie teuer wird der Bau?

Im dritten Quartal 2018 muss die Kita in Betrieb gehen. Kosten wird sie rund 400 000 Euro.

Und wer bezahlt das Geld?

Die Finanzierung interessiert niemanden. Der Landkreis kann nur verteilen, was er hat, das reicht mit Ach und Krach für vier Einrichtungen, zu denen wir nicht zählen. Normalerweise müsste der Bund einspringen, der den Rechtsanspruch auf Kitaplätze beschlossen hat.

Also springt die Kommune in die Bresche?

Wir klopfen natürlich weitere Fördermöglichkeiten ab. Zusammen mit der 2,5 Millionen Euro teuren Turnhalle übersteigen die Ausgaben aber die Möglichkeiten der Gemeinde bei weitem. Für die Hälfte der Summe der Turnhalle nehmen wir schon einen Kredit auf, der die Pro-Kopf-Verschuldung auf über 700 Euro pro Einwohner verdoppelt. Dabei war ich froh, dass ich mich trotz aller gelaufenen Investitionen so weit herunter gearbeitet hatte.

Welche Investitionen waren das 2017?

Die Sanierung von Pfarrteich, Hauptstraße und Schultoiletten, der Ausbau des Trauzimmers im Schloss und der Kauf eines Mannschaftstransportwagens für die Threnaer Feuerwehr.

Also ein gutes Jahr für Belgershain?

Ja, wenn man betrachtet, was geleistet wurde. Aber die Finanzdecke wird dünner.

: Frank Pfeifer

Von Frank Pfeifer

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