Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Lob für Nachwuchsarbeit der Feuerwehr Bennewitz
Region Grimma Lob für Nachwuchsarbeit der Feuerwehr Bennewitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:01 20.03.2019
Vom Feuerwehrgerätehaus am Dorfring aus fahren die Bennewitzer Kameraden ihre Einsätze.
Vom Feuerwehrgerätehaus am Dorfring aus fahren die Bennewitzer Kameraden ihre Einsätze. Quelle: E-Mail-LVD
Anzeige
Bennewitz

Besser konnte das Jahr für die Bennewitzer Feuerwehr nicht beginnen: Am 9. Januar wurde der von allen vier Ortswehren nutzbare neue Logistik-Gerätewagen in Dienst gestellt und bei einer Übung am Knochenberg auch bereits getestet. Ernst wurde es auch – zwölfmal wurde die Wehr 2019 schon alarmiert.

In der Hauptversammlung der Bennewitzer Ortsfeuerwehr ging es aber vor allem um einen Rückblick auf 2018. Insgesamt 27-mal rückten die Bennewitzer aus, berichtete Ortswehrleiter Thomas Haufe. Sieben Brände waren zu löschen, 19-mal war technische Hilfeleistung gefragt wie beim Beseitigen von Ölspuren oder nach Sturm Friederike im Januar. Auch als bei einem Bombenfund Ende November in Zwenkau vom Landkreis Fahrzeuge angefordert wurden, wurden die Bennewitzer hinzugezogen. Unterm Strich kamen 311 Einsatzstunden zusammen.

Junge Truppe in Bennewitz

Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt, wurden 1706 Ausbildungsstunden absolviert. Im Juni gab es eine Übung im Gemeindeverband, bei der im Schwarzen Weg in Zeititz zehn Personen aus einem brennenden Gebäude zu retten waren, und eine weitere zusammen mit Altenbach, bei der der Einsatz bei einem Verkehrsunfall trainiert wurde. „Wir haben dabei unter anderem festgestellt, dass wir trotz vieler Kameraden für manche Situationen immer noch zu wenig sind“, sagte Haufe. Der Wehr gehören 27 Aktive an, darunter drei Frauen. Mit einem Altersdurchschnitt von 31 Jahren ist es eine sehr junge Truppe. Die Altersabteilung hat sieben Kameraden, und die Kinder- und Jugendwehr 26 Mitglieder.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bennewitz freuten sich im Januar über dieses neues Einsatzfahrzeug Quelle: Frank Schmidt

Gemeinsame Radtour und „Miniwehr“

Die Kameraden der Bennewitzer Wehr löschen und trainieren aber nicht nur, auch die Geselligkeit wird gepflegt. Im Mai traf man sich zu einer Radtour durch den Planitzwald, im September zu einem Wandertag, eine Weihnachtsfeier fehlte ebenso wenig. Die Wehr begleitet aber auch die Abc-Schützlinge beim Schulanfang oder den Martinsumzug der Kita. Im Juni verknüpften die Kameraden Geschichte und Zukunft. Das 90-jährige Bestehen der Wehr nahmen sie zum Anlass, eine Miniwehr zu gründen, in der bereits Fünf- bis Siebenjährige spielerisch an das Thema Feuerwehr herangeführt werden. Ein Angebot das ankommt, die Mitgliederzahl stieg schon von fünf auf zwölf. Überhaupt wird Nachwuchsarbeit groß geschrieben, das zeigte auch die Bilanz von Jugendwart Torsten Koitzsch. Die Mitglieder der Jugendwehr werden bei Knotenkunde, Erste Hilfe oder Bootsausbildung fit gemacht wird für die Aktivenabteilung, in die 2018 vier übernommen werden konnten. Dazu kamen Höhepunkte wie zwei Schrottsammlungen, der schon traditionelle 24-Stunden-Dienst, ein gemeinsames Camp mit der Brandiser und der Macherner Jugendwehr, die Teilnahme am Wettkampf „Flinke Flamme“.

Aktualisierter Brandschutzplan

„2020 wollen wir aktiv an Wettkämpfen teilnehmen. Aber ein Löschangriff ist hier am Gerätehaus nicht einfach zu üben“, sprach Koitzsch ein Platzproblem an. „Vor der Nachwuchsarbeit kann man nur den Hut ziehen“, sagte Gemeindewehrleiter Olaf Ettig, der den Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft dankte. Damit sie immer gut gerüstet sind, hat die Gemeinde einen Brandschutzbedarfsplan aufgestellt. Der, so Ettig, wurde bis 2027 noch einmal präzisiert. Grund ist der beabsichtigte Bau einer Oberschule in Bennewitz. „Es wurde nichts gestrichen, nur verschoben, um der Gemeinde Geld für ihr Vorhaben in die Hand zu geben“, betonte er.

Bürgermeister lobt

„Die Gemeinde kommt ihrer Pflicht nach. Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug wird kommen“, versprach auch Bürgermeister Bernd Laqua, der die Bennewitzer Wehr zusammen mit der Altenbacher als „eine der beiden tragenden Säulen in der Gemeinde“ lobte. „Denn die Wehren stehen vor neuen Herausforderungen“, sagte er mit Blick auf die extreme Trockenheit 2018 und den jüngsten Sturm. „Wir haben zwei 10000-Liter-Becken angeschafft, aber das ist bei einem Waldbrand ein Tropfen auf den heißen Stein. Und wir haben viele Ortsteile, wo Häuser direkt am Wald stehen.“

Von Ines Alekowa