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Grimma Besondere Bilder von Naunhofer Frauen
Region Grimma Besondere Bilder von Naunhofer Frauen
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09:05 31.07.2019
Bilder aus dem Inneren: Kerstin Globig zeigt Werke von Naunhofer Frauen mit Behinderung, die ab Donnerstag im Krankenhaus Grimma ausgestellt werden. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

Kein Stillleben. Keine Landschaft. Kein Porträt. Die Frauen, die eine Auswahl ihrer Werke ab Donnerstag in der Grimmaer Krankenhausgalerie zeigen, malten von innen heraus. Unverfälscht und unbeeinflusst von Normen oder Regeln der Kunst. Natürliche Bilder und dadurch so anders als Gewohntes. Doch das ist nicht das Einzige, was sie so außergewöhnlich macht.

Die Frauen wohnen im Dr.-Rinsche-Haus des Vereins Lebenshilfe Grimma, wurden geboren mit geistigen Behinderungen. Gemeinsam mit der Naunhofer Künstlerin Kerstin Globig erarbeiten sie sich jeden Mittwoch für zwei Stunden eine Welt voller Farben und Formen, die ihr Wesen ausdrücken. Sie brauchen vor sich keine Blumenvase als Motiv. Sie bringen Gefühl zu Papier.

Kooperation mit Dr.-Rinsche-Haus

Für Martina Mätzold bedeutet Malen eine rhythmische Füllung des Blattes mit Kreisen. Kathrin Erler gestaltet das Bild von der Mitte heraus. Ute Bechstein achtet auf eine streng lineare Anordnung der Formen und Jana Holze auf eine klare Flächenaufteilung. Ursprünglich waren sie im Kurs zu fünft, doch Christine Lüpfert, von der ebenso eine Kostprobe des Schaffens zu sehen sein wird, verstarb vergangenes Jahr an einer Krankheit. Ihr Markenzeichen waren großflächige Pinselführungen.

Freude bei der Arbeit: Kerstin Globig 2016 mit den damals noch fünf Frauen beim Malen im Dr.-Rinsche Haus. Quelle: Thomas Kube

2014 rief Lars Petzold, der damalige Leiter des Dr.-Rinsche-Hauses, Kerstin Globig an, um aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums der Lebenshilfe Grimma ein Kunstprojekt mit den Bewohnern zu starten. Aus dem Kontakt entstand eine Kooperation. Seit 2015 kommt die Künstlerin Woche für Woche in die Naunhofer Wohnstätte, um mit den Frauen zu malen – Männer hatten sich dazu nicht bereitgefunden.

Bilder in Acryl-Technik

„Ich habe mit ihnen nie eine reine Zeichenausbildung absolviert“, berichtet die 59-Jährige. „Erst einmal mussten wir testen, was sich überhaupt machen lässt. „Wir fingen damit an, Papiere mit Farbe zu bestreichen, aus diesen Blättern Formen auszureißen und damit Collagen zu erstellen. Wir haben gedruckt, geklebt, mit Bundstiften gemalt und uns mit Pinselführung befasst.“ Am Ende stand als Technik die Acryl-Malerei. Globig: „Das war nicht nur für die Frauen mit Behinderung alles neu. Auch ich musste lernen, mit welcher Herangehensweise ein Bild entstehen kann.“

Malen als gemeinsame Aufgabe

In den vier Jahren fand sie heraus, worin die Stärken und Schwächen der einzelnen Frauen liegen. „Sie tauschen sich aus, sind darauf angewiesen, sich gegenseitig zu helfen. Deshalb, und das ist auch etwas Besonderes, tragen die Bilder mehrere Unterschriften“, erläutert Globig und bringt auf den Punkt: „Das Subjektive bildet sich aus der Gemeinschaft, sonst würde es das Subjektive nicht geben.“ Aufgabe der Künstlerin ist es, in gegenseitiger Absprache die Begabungen der Frauen zusammenzuführen. „Eine spannende Sache“, kommentiert sie.

Zeichen der Integration

„Das Unbekannte“ hat sie die Ausstellung genannt, zu der sie auch zwei eigene Malereien beisteuert. „Sie werden das erste und das letzte Bild in der Reihe sein und binden die Werke der Frauen des Dr.-Rinsche-Hauses ein. Für mich ein Symbol für die Integration von Menschen mit Behinderungen“, erklärt Kerstin Globig. Froh und dankbar ist sie, dass der Krankenhausverein der Muldentalklinik diese Idee mit einer Exposition würdigt.

Ausstellung „Das Unbekannte“, Galerie des Krankenhauses Grimma, Kleiststraße 5, Vernissage am 1. August, ab 16.30 Uhr

Von Frank Pfeifer

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