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Grimma Betrug beim Online-Kauf: In Grimma explodieren die Anzeigen
Region Grimma Betrug beim Online-Kauf: In Grimma explodieren die Anzeigen
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10:03 21.06.2019
Blick aufs Polizeirevier in Grimma. Quelle: Frank Prenzel
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Grimma

In der Stadt Grimma sind im vorigen Jahr etwas mehr Straftaten erfasst worden als 2017. Die Polizei registrierte für die Muldestadt insgesamt 2009 Kriminalitätsfälle, was einer Steigerung von 2,3 Prozent entspricht. Auffällig ist, dass die Zahl der Diebstähle stark gesunken ist (von 748 auf 611), dafür aber Betrugsfälle eine massive Steigerung verzeichnen (von 216 auf 383). Insbesondere Betrug beim Online-Einkauf beschäftigt die Polizei in Grimma mehr als ihr lieb ist, verdeutlichte Revierleiter Falk Donner im LVZ-Gespräch.

Anstieg um 181 Prozent beim Warenbetrug

Grimmas Revierleiter Falk Donner. Quelle: Frank Schmidt

In der Polizeistatistik schlägt sich das unter Waren- und Warenkreditbetrug nieder. Während hier für die Stadt Grimma im Jahr 2017 noch überschaubare 85 Fälle registriert wurden, explodierte die Zahl im vorigen Jahr regelrecht. Die 239 angezeigten Delikte entsprechen einer Steigerung von 181,2 Prozent. Möglicherweise ist das auch dem geschuldet, dass zunehmend Waren per Internet geordert werden. Polizeioberrat Donner nennt die zwei Klassiker, in denen Geprellte zurück bleiben und den Weg zur Polizei suchen: Der Kunde bekommt trotz Zahlung seine Ware nicht geliefert; ein Betrüger klaut Daten und kauft damit via Internet ein – die Rechnung erhält dann der Bestohlene. „Auch Fake-Shops spielen eine Rolle“, weiß der Revierleiter.

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Bei Betrug im Online-Geschäft sei die Aufklärung jedoch schwierig, erläutert Donner. Selten würden der oder die Täter in Grimma oder Sachsen sitzen, sondern bundes- oder gar weltweit agieren. Donner appelliert an die Online-Einkäufer, sich vor einer Bestellung genau über die Anbieter zu informieren und sichere Shop-Seiten zu wählen. Man sollte lieber einen Euro mehr ausgeben, als beim Billigeinkauf Betrügern aufzusitzen, rät er.

Weniger Fahrraddiebstähle und Einbrüche

Beim weiten Feld des Diebstahls sind die Zahlen in Grimma hingegen rückläufig (minus 18,3 Prozent). Das ist vor allem darauf zurück zu führen, dass 2018 im Vergleich zum Vorjahr weniger Fahrräder gestohlen wurden (von 55 auf 43 Fälle) und weniger in Büros, Lager und Geschäfte eingebrochen wurde (von 90 auf 38 Fälle). Das gilt auch für Böden und Keller (von 53 auf 44 Fälle). „Im Revierbereich haben wir es oft mit regional agierenden Tätern zu tun“, erläutert Donner. Wenn da einer geschnappt wird und hinter Gittern landet, würden die Zahlen zurück gehen. Vielleicht, so der Revierleiter, seien die Grimmaer aber auch sensibler geworden, würden ihr Rad besser sichern oder Wertsachen weniger oft sichtbar im Auto liegen lassen.

Unter den insgesamt 611 Diebstählen sind acht Kraftfahrzeuge und drei Kräder/Mopeds zu finden. 75-mal wurden Gegenstände von oder aus Fahrzeugen entwendet, auch 97 Ladendiebstähle liefen auf. Auf annähernd gleichem Niveau sind in Grimma die Wohnungseinbrüche geblieben (von 31 auf 29). „Hier ist aber jeder zu viel“, bekräftigt der Revierchef. Ein Einbruch ins private Haus hinterlasse beim Bürger die meisten Spuren.

Zahl der schweren Körperverletzung gleich

290 so genannte Rohheitsdelikte verzeichnete das Revier im vorigen Jahr für die Stadt Grimma – eine leichte Steigerung. Allerdings blieben die Fälle gefährlicher und schwerer Körperverletzung annähernd gleich (von 50 auf 51). Die Beamten aus der Köhlerstraße mussten auch 239 Sachbeschädigungen im Stadtgebiet aufnehmen, darunter 61 Fälle, wo an Kraftfahrzeugen der Lack zerkratzt oder eine Scheibe eingeschlagen wurde.

Die Rauschgiftdelikte kletterten um 14,6 Prozent von 82 auf 94 Fälle, wobei laut Donner hier die Dunkelziffer besonders hoch sei. Die Anzeigen resultierten meist aus Kontrollen oder Ermittlungen der Polizei.

Aufklärungsquote in Grimma bei fast zwei Drittel

Die Aufklärungsquote der vorjährigen Straftaten in Grimma liegt bei 64,8 Prozent – fast zwei Drittel (2017: 67,2 Prozent). Alles in allem waren 835 Tatverdächtige ermittelt worden, darunter 125 Ausländer (gleich 15 Prozent). Donner verweist darauf, dass bei denen aber auch Straftaten in der Statistik einfließen, die Deutsche gar nicht begehen können, darunter illegale Einreise und illegaler Aufenthalt.

Von Frank Prenzel