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Grimma Biotonne: Gelöschte Mail sorgt für Verunsicherung
Region Grimma Biotonne: Gelöschte Mail sorgt für Verunsicherung
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09:25 11.09.2019
Biotonnentestentleerung in Rötha. Quelle: Jens Paul Taubert
Landkreis Leipzig

Wer sich von der Pflicht der kommunalen Biotonnebefreien lassen möchte, wurde vom kommunalen Abfallentsorger Kell aufgefordert, einen Antrag auf sogenannte Eigenverwertung zu stellen. Der Groitzscher Ralf Straßburger machte damit eine unliebsame Erfahrung, wie er in einem Schreiben an Kell, Landratsamt und LVZ schildert. Da der Groitzscher Grundstückseigentümer Bioabfall auf dem eigenen Grundstück kompostieren will, füllte er den Antrag auf Eigenverwertung aus, der in diesen Tagen gleichlautend rund 78 000 Hausbesitzern im Landkreis Leipzig zugeht. Wie im Anschreiben formuliert, schickte Straßburger diesen per E-Mail an die von der Kell angegebene Adresse. Alternativ kann auch der Postweg genutzt werden.

Kell passiert Panne mit Antrag von Groitzscher Hausbesitzer

„Einem siebenten Sinn folgend wurde die Mail von mir mit der Option einer Lesebestätigung versandt.“ Diese Lesebestätigung sei bei ihm eingegangen. Allerdings mit dem Hinweis einer Mitarbeiterin, dass die Mail ungelesen gelöscht worden sei. Straßburger reagiert darauf mit Unverständnis: „Ohne die Kenntnisnahme der Nicht-Lesebestätigung wäre ich somit davon ausgegangen, dass mein Antrag bewilligt worden sei, um in der Folge eine entsprechende Rechnung von der Kell präsentiert zu bekommen. Stellt man sich so bei der Kell eine bürgernahe, dienstleistungsorientierte Verwaltung vor?“, fragt der Groitzscher.

Entsorger kann den Fall klären

Die Kell versuchte, den Vorgang, bei dem es sich offenbar um einen Einzelfall handelt, aufzuklären. Unternehmenssprecherin Sandra Kriehme teilte dazu mit: „Alle eingehenden E-Mails werden über unser Dokumentenmanagement bearbeitet. Leider ist es hier passiert, dass eine Lesebestätigung beantwortet wurde, was wir üblicherweise nicht tun. Aufgrund des Hinweises haben wir alle Mitarbeiter dahingehend gebrieft.“

Spätere Befreiung von Biotonne möglich

Die Anträge auf Eigenverwertung sollen laut Geschäftsführung der Kell bis 30. September bei der Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig vorliegen. „Wer diesen Termin verpasst und eine Biotonne vor die Tür gestellt bekommt, kann diese aber jederzeit wieder abholen lassen, wenn er die nötigen Voraussetzungen erfüllt“, erklärte Kell-Geschäftsführer Jens Adam. In den ersten drei Monaten sei die Tonne gebührenfrei. Insofern würden den Grundstückseigentümern bei verspäteter Reaktion also auch noch keine zusätzlichen Kosten entstehen. „Auch die Bearbeitung des Antrags auf Eigenverwertung ist gebührenfrei“, verwies der Geschäftsführer anderslautende Informationen ins Reich der Märchen.

Weitere Informationen unter kell-gmbh.de/sammelsysteme/biotonne/

Von Simone Prenzel

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