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Grimma Bis 2022 fließen zwei Millionen Euro in Colditzer Sophienschule
Region Grimma Bis 2022 fließen zwei Millionen Euro in Colditzer Sophienschule
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18:04 31.05.2019
Die Oberschule Colditz präsentiert sich nach außen hin immer noch mausgrau. Quelle: Andreas Döring
Colditz

 Bis 2022 fließen zwei Millionen Euro in die Colditzer Sophienschule. Der trutzige Bau aus der Kaiserzeit wird sowohl innen als auch außen saniert. Geplant ist unter anderem ein Aufzug an der Rückseite, damit künftig auch Rollstuhlfahrer problemlos ins Haus gelangen. Die Arbeiten an dem Lift sind für nächstes Jahr vorgesehen. Bereits in den Sommerferien 2019 beginnt dagegen die Instandsetzung von Vorderfront und Dach.

Auf ihrer jüngsten Sitzung gaben die Stadträte entsprechenden Gerüstbau-, Dachdecker-, Putz- und Malerarbeiten grünes Licht. Allein in diesem Jahr investiert die Stadt annähernd 650000 Euro in das Schulgebäude. Knapp die Hälfte davon steckt Colditz in die Gestaltung der Außenfassade inklusive Dach und Anstrich der Fenster. Der Freistaat fördert 40 Prozent der Summe. Thomas Wasner (Bürgerinitiative Colditz/BIC): „Ich denke, wir sollten zustimmen – und zwar ohne Diskussion.“

Colditz stemmte Instandsetzung aus eigener Kraft

Damit sprach er seinen Kollegen aus dem Herzen. Kein Wunder: Der Beschluss – eine Art Premiere seit einer gefühlten Ewigkeit. Denn jahrelang musste die Stadt ohne Fördergelder auskommen, sämtliche Kosten für die Instandsetzung ihrer Oberschule selbst schultern. Die Ex-Bürgermeister Manfred Heinz (FDP) und Matthias Schmiedel (Für unsere Heimat) beziffern die Summe auf eine Million Euro. Geld, das beweise, dass den Stadtvätern die Schule im wahrsten Sinne lieb und teuer sei.

„Wir bekannten uns in dieser schweren Zeit über alle Parteigrenzen hinweg zu unserer Sophienschule“, sagen die beiden ehemaligen Stadtoberhäupter, die in der kommenden Legislatur als einfache Parlamentarier im Rat sitzen. Obwohl die Stadt zwischenzeitlich immer wieder mit klammen Kassen zu kämpfen hatte, hielt sie den Schulbetrieb aufrecht – mit Mitteln aus dem Haushalt aber auch durch Eigenleistungen ehrenamtlicher Helfer, allen voran Sonja Schilde vom Schulförderverein.

Wechselvolle jüngere Schulgeschichte

Die jüngere Geschichte der nach Kurfürstin Sophie von Sachsen benannten Schule – ein echter Krimi. So fungierte das Haus zunächst als Gymnasium. Doch dieses wurde wegen rückläufiger Schülerzahlen geschlossen. Daraufhin übersiedelten die Mittelschüler vom Wettiner Ring in den leeren Bau am Sophienplatz. Weil die Klassen zwischenzeitlich nicht wie gefordert zweizügig liefen, sah der Freistaat das Haus im Bestand gefährdet.

Die Folge: Fördergelder wurden nicht mehr bewilligt. 2011 dann die erste Zäsur: Das Moratorium. Das Land legte fest, dass Mittelschulen auch bei Einzügigkeit weiter bestehen dürfen. Wenig später folgte die Festschreibung im Gesetz. Weil die Bestandsgarantie die Grundlage für Fördergelder bildet, ging Colditz all die Jahre leer aus. Selbst in der Folgezeit ließen die Gelder aus Dresden auf sich warten. Ex-BM Schmiedel: „Der Bedarf, insbesondere in Großstädten, war immens. Also mussten wir uns hinten anstellen.“

Stadträte sprechen von Sechser im Lotto

Fachkabinette, Brandschutz, selbst Waschbecken und Tafeln schafften die Colditzer auf eigene Rechnung an. „Möglich war das nur durch die Hilfe örtlicher Firmen“, sagt Sonja Schilde (BIC). Dass es jetzt erstmals Fördergelder gibt, bezeichnet sie als Sechser im Lotto. Auch Bürgermeister Robert Zillmann (parteilos) ist glücklich: „Endlich können wir die Fassade der Schule sanieren. Dann entspricht das Äußere den tollen Leistungen im Innern.“ Ähnlich argumentiert sein Vorgänger Matthias Schmiedel: „Es wird höchste Zeit. Auch wegen des Wettbewerbs mit anderen Standorten. Als ich 1974 die Schule verließ, sah sie schon so grau wie heute aus.“

Die Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde über die Details der Fassade gestalteten sich als schwierig, sagt die Verwaltung. Dies führte zu Verzögerungen in der Planung. Die finale Bestätigung der Denkmalschützer wurde Mitte April erteilt. Die Leistungsverzeichnisse lägen inzwischen vor. Derzeit erfolge die Ausschreibung, heißt es. Submission sei am 5. Juni. In den Ferien beginne der Bau. Und ganz Colditz ist in Vorfreude. Denn eine schicke Schule wäre der I-Punkt auf die bisherige Innenstadtsanierung.

Von Haig Latchinian

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