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Grimma Blockhaus erweitert Grimmaer Kinderheim
Region Grimma Blockhaus erweitert Grimmaer Kinderheim
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08:40 29.05.2019
Grundsteinlegung für den Erstatzneubau der Scheune im Kinderheim „Forsthaus“ Seidewitz: Der Geschäftsführer der Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental, Lutz Stephan, Kinderheim-Leiterin Grit Mittenzwei (l.) und die ehemalige Leiterin Gerda Wittig lassen eine Kapsel ins Fundament ein. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Seidewitz

Dass ich wieder bei der Mama wohnen kann. Dass ich Glück habe. Dass ich mit Mama telefonieren kann. Eine gesunde Familie. Eine tolle Zukunft. – Es sind Herzenswünsche, die die Mädchen und Jungen des Kinderheimes „Forsthaus“ Seidewitz aufgeschrieben und mit den Abdrücken ihrer Hände versehen haben. Die farbenfrohen Blätter kamen am Dienstag ebenso in eine Zeitkapsel wie die aktuelle LVZ, ein Schlüsselband der Volkssolidarität – und 60 einzelne Cent. Sie sollen das Alter des Kinderheimes symbolisieren, das 1959 und damit vor 60 Jahren in dem idyllisch gelegenen Forsthaus seine Arbeit aufnahm.

In der Zeitkapsel, die ins Fundament des neuen Hauses fürs Kinderheim in Seidewitz kam, befinden sich auch Wünsche der Kinder. Quelle: Frank Prenzel

Kinderheim-Leiterin Grit Mittenzwei, ihre Vorgängerin Gerda Wittig und der Geschäftsführer der Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental, Lutz Stephan, versenkten die Zeitkapsel danach im Fundament des künftigen Hauses, das die bereits abgerissene alte Scheune ersetzen wird und dem Kinderheim neue Möglichkeiten eröffnet. Zur feierlichen Grundsteinlegung erläuterte Jan Börngen von der Borsdorfer Firma Strauss Architekten, dass hier in der Kubatur der einstigen Scheune die moderne Version eines Blockbohlenhauses entsteht, farblich den anderen Gebäuden des Vierseithofes angepasst.

23 Plätze im Kinderheim im Grimmaer Ortsteil

Die Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental ist seit 1993 Träger des Kinderheimes am Waldrand im Grimmaer Ortsteil. In der stationären Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe sind fast immer alle 23 Plätze belegt. 17 pädagogische und vier technische Mitarbeiter kümmern sich um die Kinder und Jugendlichen, die das Leben nicht gerade verwöhnt hat. Sie kommen nach Seidewitz, wenn ihre Eltern zur Betreuung nicht mehr oder nur eingeschränkt in der Lage sind. Die Abhängigkeit von Suchtmittel oder Überforderung, aber auch die Vernachlässigung und sogar Misshandlung der eigenen Kinder sind laut Mittenzwei häufige Gründe, warum das Jugendamt tätig werden muss. Im Kinderheim ist der Jüngste derzeit drei und der Älteste 17 Jahre. Einer lebt hier bereits seit 13 Jahren. Geistig behinderte Schüler sind im Forsthaus ebenso zu Hause wie Oberschüler.

Trägerverein nimmt 730.000 Euro in die Hand

Mit dem Neubau geht für Mittenzwei und ihr Team ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Der Trägerverein nimmt dafür rund 730.000 Euro in die Hand, die er über die neuen Angebote refinanzieren will. Eine Sanierung nebst Umbau der mehr als 200 Jahre alten Scheune, die als Lagergebäude genutzt worden war, erwies sich für das Vorhaben als unwirtschaftlich. Im Erdgeschoss des Ersatzbaus entsteht ein 82 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum, der im Kinderheim bislang fehlt und in dem die drei Wohngruppen künftig Freizeitaktivitäten ebenso nachgehen können wie gemeinsamen Feiern. „In dem Raum können auch Veranstaltungen mit Eltern stattfinden“, erläutert Mittenzwei, denn während des Aufenthaltes der Kinder im Heim wird der Kontakt aufrecht erhalten.

Im Obergeschoss entstehen zwei Trainingswohnungen

Im Obergeschoss entstehen zwei sogenannte Trainingswohnungen für Jugendliche ab 16 Jahren. Mit Geld umgehen, einkaufen, waschen, kochen – sie können hier in vertrauter Umgebung lernen, selbstständig zu werden. „Sie können sich hier allein, aber nicht auf sich allein gestellt, aufs Leben vorbereiten“, erklärte Stephan. Das Heim wächst mit den Einraumwohnungen um zwei Plätze.

Blick aufs Kinderheim im Grimmaer Ortsteil Seidewitz. Quelle: Frank Prenzel

Kinderheim soll nur Übergangslösung sein

Geschäftsführer Stephan würdigte das Engagement des Teams. Seidewitz sei für solide, ehrliche und erfolgreiche Arbeit bekannt. Die Erfolgsquote von über 90 Prozent könne sich bundesweit sehen lassen. Für jedes Kind wird zwischen Jugendamt, Eltern und Kinderheim ein individueller Hilfeplan vereinbart, der in Seidewitz demnach fast immer erfüllt wird. Die Rückführung der Kinder in die Familie stehe dabei im Mittelpunkt der Arbeit, so Mittenzwei. „Die Eltern sollen befähigt werden, mit ihren Kindern wieder zusammen zu leben“, nennt die 50-jährige Grimmaerin ein hauptsächliches Ziel der Hilfe zur Erziehung. Doch auch Pflegefamilien oder ein betreutes Wohnen können auf die Kinder nach dem Seidewitzer Leben warten.

Von Frank Prenzel

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