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Grimma Böhlener Schüler üben chinesische Kampfkunst
Region Grimma Böhlener Schüler üben chinesische Kampfkunst
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09:39 27.06.2019
Deutsch- und Kunstlehrerin Mandy Scholz (ganz l.) unterrichtet an der Oberschule im Grimmaer Ortsteil Böhlen auch chinesische Kampfkunst und Tuschemalerei. Ihre Schützlinge Charlotte Rietscher, Emy-Lina Kaufmann und Elena-Sylvia Karich (v.l.) werden Elemente des Tai Chi beim Schulfest am 3. Juli zeigen. Eine Premiere. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Böhlen

Es ist ein durchaus exotisches Bildungsangebot für eine ganz normale Schule: Mandy Scholz trägt chinesische Kampfkunst in die Oberschule des Grimmaer Ortsteiles Böhlen und kann seit geraumer Zeit mehrere Siebt- und Achtklässler dafür begeistern. Zum Schulfest am 3. Juli, das um 18 Uhr beginnt, wagen sich drei ihrer Schützlinge nun erstmals auf die Bühne. Der Auftritt ist eine Premiere.

Blick aufs Gebäude der Oberschule im Grimmaer Ortsteil Böhlen. Es wird durch einen Neubau ersetzt. Quelle: Frank Prenzel

Doch von vorn: Mandy Scholz, die in Dresden Lehramt für Deutsch und Kunst studierte und seit 13 Jahren in Böhlen unterrichtet, stieß auf ihrer Suche nach innerer Entspannung und Stressabbau auf das Angebot von Ulf Angerer. Der Wermsdorfer ist ein international bekannter Meister, auch Sifu genannt, und unterhält in seinem Heimatort eine Keqi-Thai-Chi-Schule. Scholz schrieb sich für einen Montagskurs ein und merkte rasch, dass diese chinesische Kampfkunst „zu mir passt und Entspannung bringt“. Schwerpunkt von Tai Chi sei Meditation in Bewegung, es beinhalte aber auch Selbstverteidigung, helfe gegen Verspannung und sei Fitnesstraining. „Tai Chi ist keine Waffenkunst“, betont Scholz.

Sechsjährige Ausbildung beim Meister

Von 2012 bis 2018 absolvierte die Nerchauerin schließlich eine Ausbildung bei Angerer, etwa 500 Unterrichtseinheiten, und ist seit Mai vorigen Jahren selbst Lehrer für Tai Chi, auch wenn sie schon länger die Kampfkunst vermitteln darf. Seit 2014 hat Mandy Scholz auch das Shudao-Studio für chinesische Kultur in Dresden auf dem Schirm und besuchte dort im vorigen Jahr und jetzt im Mai Workshops für chinesische Tuschemalerei. Qi Gong, eine Jahrhunderte alte Methode, die Energie des Körpers zu harmonisieren und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren, eignete sich die Pädagogin ebenfalls an.

Wandzeitung im Schulhaus Zum Tai-Chi-Angebot. Quelle: Frank Prenzel

Der Schritt, die Entspannungsmethode den Böhlener Schülern beizubringen, war für die heute 49-Jährige, die schon um die 10.000 Euro in ihre Ausbildung investiert hat, eine logische Konsequenz. Mit Stress umzugehen, sei wertvoll fürs ganze Leben, sagt die Pädagogin. Im Schuljahr 2014/15 bot sie erstmals Tai Chi und Qi Gong im Neigungskurs an – und konnte sich fortan immer über 14 bis 15 Schüler freuen. Weil der Neigungskurs aus dem Lehrplan genommen wurde, wich Mandy Scholz mit ihrem Angebot im zu Ende gehenden Schuljahr auf die Wahlpflicht am Nachmittag aus. Dort vertieften sich ein Dutzend Mädchen und ein Junge jeweils zwei Stunden pro Woche in die chinesische Kampfkunst und Tuschemalerei – freiwillig.

Deutsch- und Kunstlehrerin Mandy Scholz unterrichtet an der Oberschule im Grimmaer Ortsteil Böhlen auch chinesische Kampfkunst und Tuschemalerei. So lernen ihre meist weiblichen Schüler Meditation und Selbstverteidigung. Quelle: Frank Prenzel

Neben den meditativen Übungen, in denen Bilder im Kopf abgespult werden, lehrt Scholz den Jugendlichen straßentaugliche Selbstverteidigung. So werden Fauststöße und Tritte ebenso einstudiert wie Schläge. Mit Tai Chi würden Tugenden ausgebildet, sagt die 49-jährige Pädagogin. „Es ist eine Charakterschulung.“

Drei Mädchen zeigen 34 Elemente „Die Erde“

Flankiert von einigen Fünftklässlern werden Charlotte Rietscher, Emy-Lina Kaufmann (beide 8c) und Elena-Sylvia Karich (7b) zum Schulfest am Mittwoch in ihrer Kampfkunst-Kleidung und mit Fächern in der Hand die Bühne betreten. Sie zeigen alle 34 Elemente aus der Form „Die Erde“ des Thai-Chi-Meisters Yang Lu Chan. Die Musik dazu haben sie sich selbst ausgesucht.

Pädagogin will Sprache lernen und nach China reisen

Mandy Scholz hat übrigens noch nie chinesischen Boden betreten und ist auch der chinesischen Sprache nicht mächtig. Doch beides soll sich ändern. An der Dresdner Shudao-Kunstschule von Yini Tao und Rao Fu möchte sie Chinesisch ebenso lernen wie das Siegelschnitzen fernöstlicher Schriftzeichen. Und eine Kultur-Bildungsreise ins Land der aufgehenden Sonne ist für die Winterferien 2020 bereits fest im Visier. Schüler aus Böhlen können an ihrer Seite sein, wenn es darum geht, das Riesenland kennen zu lernen und dabei auch die Kunstschule in Hangzhou zu besuchen.

Von Frank Prenzel

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