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Grimma Borkenkäferplage: Mieser Sommer wäre gut für Naunhofer Forst
Region Grimma Borkenkäferplage: Mieser Sommer wäre gut für Naunhofer Forst
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11:45 25.04.2019
Totes Holz: Revierförster Udo Köhler zieht ein Stück Rinde einer Lärche ab, die infolge des Befalls mit dem Großen Lärchenborkenkäfer im vergangenen Jahr abgestorben ist. Quelle: Roger Dietze
Naunhof

Mit seinen Händen schält Udo Köhler die Rinde einer abgestorbenen Lärche im Naunhofer Forst ab. „Hier hat der Borkenkäfer nicht überwintert, diesen Baum können wir theoretisch stehen lassen, weil von ihm der Schädling nicht mehr ausschwärmen und an anderen Bäumen Schaden anrichten kann“, sagt der Naunhofer Revierförster, der für rund 1500 Hektar Wald rund um die Parthestadt, in Teilen des Planitzwaldes sowie im Klosterholz bei Grimma fortwirtschaftlich zuständig ist. „Nachdem wir die Frühjahrsaufforstung weitgehend abgeschlossen haben, richtet sich unser ganzes Augenmerk in den nächsten Wochen auf den Borkenkäfer und dessen Eindämmung“, so der erfahrene Forstoberinspektor.

Borkenkäfer wird wohl weiter Bäume schädigen

Der Schädling beschäftigt Köhler und seine Kollegen im Forstbezirk Leipzig bereits seit dem vergangenen Dürre-Sommer und wird es nach Lage der meteorologischen Dinge wohl auch im bevorstehenden tun. „Es sei denn, wir bekommen einen ganz miesen Sommer, in dem es an all jenen Dingen mangelt, die der Borkenkäfer für eine massenweise Vermehrung benötigt, nämlich Wärme, Windstille und Trockenheit.“ Da dies aber aus Sicht der Förster ein frommer Wunsch bleiben dürfte, stellt sich auch der 55-Jährige auf das Schlimmste ein.

Bislang Verzicht auf Chemie

„Im August vergangenen Jahres war ein unglaublich aggressiver Fraß des Großen Lärchenborkenkäfers zu verzeichnen, weshalb ich dankbar dafür bin, dass es Mitte April noch einmal ein kurzes Spätwinterintermezzo gegeben hat“, erklärt Köhler. Er konnte, wie er sagt, bislang auf die letzte Option bei der Bekämpfung des Schädlings – den Einsatz von Chemie bei der Behandlung der Polter, sprich des aufgeschichteten Holzes – verzichten. „Aber die Lage ist nach wie vor angespannt, weil viele Bäume noch immer unter Wassermangel leiden und schon ohne Borkenkäferbefall ums Überleben kämpfen.“

In anderen Regionen Befall stärker

Allerdings hat Udo Köhler in punkto Borkenkäfer noch einen vergleichsweise entspannten Förster-Job. „Die am stärksten unter diesem Schädling leidende Fichte spielt in meinem Revier mit deutlich unter zwei Prozent so gut wie keine Rolle mehr, und der Lärchenanteil im Revier liegt unter sechs Prozent.“ Diesbezüglich ganz andere Probleme hätten jene Kollegen im Vorland der sächsischen Mittelgebirge und auf deren Höhenzügen, die mit großen Fichtenbeständen bewachsen sind. „Dort muss man höllisch auf der Hut sein und umgehend bei einem Befall handeln, um nicht den Verlust großer Schläge zu riskieren“, so Köhler, der auch schon mal die eine oder andere vom Borkenkäfer geschädigte Lärche auf Mischflächen stehen lässt.

Pilz befällt zunehmend Kiefern

„Die Holzpreise sind im Nadelholzbereich als Folge der Stürme der jüngsten Vergangenheit und der massiven Borkenkäfervermehrung in den Keller gerutscht, und wir sind nun einmal ein Wirtschaftsbetrieb und müssen entsprechend auch die wirtschaftlichen Aspekte im Auge behalten“, erläutert der Forstoberinspektor. Ihm bereitet jedoch nicht nur der Borkenkäfer Sorgen. „Die Kiefer, die in meinem Revier auf einem knappen Drittel der Flächen wächst, ist derzeit die große Unbekannte. Es sterben auffällig viele ab, was möglicherweise mit der sehr großen Hitze im vergangenen Jahr zu tun hat. Zudem ist ein diese Baumart befallender Pilz auf dem Vormarsch. Da sind uns die Hände gebunden.“

Revierförster experimentiert bei Waldumbau

 Ziemlich frei zu Werke gehen kann der Naunhofer Revierförster beim Waldumbau. „Neben diversen Buchen- und Eichenarten experimentiere ich im kleinen Stil auch mit der Esskastanie und dem Baum-Hasel und verliere auch die gegenüber Wassermangel sehr resistente Robinie trotz ihrer eigenwilligen Wuchsform nicht aus dem Blick“, berichtet er.

Von Roger Dietze

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