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Grimma Colditzer Furtwegbrücke: Stadtrat beschließt „Neubau light“
Region Grimma Colditzer Furtwegbrücke: Stadtrat beschließt „Neubau light“
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09:03 07.09.2019
Die Muldenbrücke am Furtweg in Colditz bleibt für den Verkehr auch weiterhin voll gesperrt. Aber es tut sich was. Quelle: Thomas Kube
Colditz

Der Frustpegel bei den Colditzern steigt. Wen wundert’s: Die strategisch wichtige Furtwegbrücke bleibt für den Verkehr auch weiter voll gesperrt. Aber, es tut sich was. Zwar noch nicht am Bauwerk selbst – dafür aber in den Ratsstuben. Dieser Tage fassten die Stadtväter einen wegweisenden Beschluss: Statt wie ursprünglich vorgesehen für eine Teilsanierung stimmten sie für den „Neubau light“, wie es der parteilose Bürgermeister Robert Zillmann auf den Punkt bringt.

Die bei der Flut 2013 beschädigte Brücke über die Mulde drohte zum Fass ohne Boden zu werden. Immer wieder scheiterten Versuche der Stadt, für die Reparaturen eine Firma zu finden, deren Preisvorstellungen sich zumindest in etwa mit jenen des Planers deckten. Während das Land Sachsen einen Zuschuss von einer Million Euro in Aussicht stellte, lag das günstigste Angebot bei der Submission zu Jahresfrist jenseits der Zwei-Millionen-Marke.

Klotzen statt Kleckern

Statt das Projekt kleiner zu denken, denkt es die Kommune nun größer: „Der Oberbau wird komplett zurück gebaut und neu errichtet“, sagt Zillmann und verweist auf die Ergebnisse der vorliegenden Wirtschaftlichkeitsprüfung. Der zufolge sei es kostengünstiger, jetzt umfassend zu sanieren und langfristig Ruhe zu haben, als die Brücke nur mit halber Kraft anzugehen, um in 20 Jahren wieder beim Punkt Null beginnen zu müssen. Klotzen statt Kleckern!

Zwar erhöhen sich die geschätzten Baukosten auf gut 3,5 Millionen Euro, doch habe man nun Planungssicherheit, begründen die Stadträte ihr Votum. Proben an Stahlbauteilen der Brücke hätten stark erhöhte Bleiwerte im einst verwendeten Korrosionsschutz ergeben. Der zulässige Schwellenwert sei deutlich überschritten. Beim Abstrahlen könnten gefährliche Partikel in die Umwelt geraten. Zudem sei deren Entsorgung weder förderfähig noch kalkulierbar, heißt es.

Silberstreif am Horizont

Das Rathaus lobt die gute Zusammenarbeit mit Umweltministerium und Straßenbauamt. Man sei in regelmäßigem Kontakt. Der Freistaat zahle die anstehenden Kosten zu 100 Prozent aus dem Hochwassertopf, so Zillmann. Mit der Förderbehörde sei auch die Vergabe der Planungsleistungen abgestimmt, ergänzt der Ortschef. Die Stadträte erteilten daraufhin einem Anbieter in Weimar den Zuschlag. Kosten: 79.500 Euro, die oben drauf kommen.

Wenn alles gut laufe, könnten die Bauarbeiten Anfang nächsten Jahres beginnen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Wütende Colditzer, die seit Monaten Umwege fahren und Staus in Kauf nehmen müssen, wird das zunächst wenig beeindrucken. Mit Blick auf Betonelemente, die Autos und Mopeds den Weg über die Brücke versperren, hält sich ihre Freude in Grenzen. Vorsichtig optimistisch sprechen sie zumindest von einem Silberstreif am Horizont.

Von Haig Latchinian

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