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Grimma Colditzer erfüllt sich mit eigenem Supermarkt einen Traum
Region Grimma Colditzer erfüllt sich mit eigenem Supermarkt einen Traum
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16:03 28.06.2019
Harald Hollenbach (58) ist glücklich, für seine Kunden da sein zu dürfen. Quelle: Haig Latchinian
Colditz

Die gläserne Eingangstür öffnet sich vollautomatisch. Zwei darauf abgedruckte Herzblätter bewegen sich symbolhaft auseinander: „Schön, dass Sie unsere Liebe teilen“, heißt es. Geschrieben sind die Lettern in gelber Farbe. Wären sie rot gewesen – man hätte sie glatt für Herzblut halten können.

Harald Hollenbach (58) ist Vollblut-Kaufmann. Ihm geht das Herz auf: Seit neuestem ist er stolzer Betreiber seines Vollsortimenters in Colditz. Er begrüßt die Gäste noch persönlich, hilft an der Kasse aus und wirft leere Flaschen mitunter höchstselbst in den Automaten. In der ersten Woche freute er sich über knapp 1000 Kunden täglich.

1,3 Millionen Euro fließen in das Projekt

1,3 Millionen Euro steckten er und sein gleichnamiger Partner Frank (61) in den zuvor fünf Jahre leerstehenden Markt. Dach, Fassade, Ziegel – neben eigenem Kapital floss auch Geld der Sparkasse. Ob er nicht schon zu alt für das Projekt sei: „Ich fühle mich wie Mitte 30, denke nicht an Rente. Mein ehemaliger Chef, Wolfgang Schrader, steht noch mit 73 im Laden.“

Schrader, so heißt die preisgekrönte Edeka-Filiale in Berlin. Deren Inhaber erhielt den „Goldenen Zuckerhut“, die höchste Auszeichnung der Lebensmittel-Wirtschaft. Es seien herzliche Bedienung, frisches Angebot und angestrebte Regionalität, die das Geschäft in der Hauptstadt zu Deutschlands bestem Supermarkt gemacht hätten.

Harald Hollenbach lebt seinen Traum

Zuletzt war Harald Hollenbach genau dort angestellt. Auf 1400 Quadratmetern möchte er nun seinen Traum leben, das Berliner Konzept eigenverantwortlich aufs platte Land übertragen. 20 Mitarbeiter hat er bereits eingestellt, weitere sieben sollen noch folgen. Die Damen in Bluse und Schürze, die Herren – so es nicht zu heiß ist – in Schlips und Kragen.

An der Frischetheke mit Wurst, Fleisch und Käse bedienen Ulrich Lemke, Annett Dathe und Petra Martin. Auf 100 laufenden Metern stehen Drogerieartikel in Regalen. Vom Scotch Whisky für 42,95 bis zum Klaren für 2,99 Euro gibt es Hochprozentiges. Dazu Blumen und Backwaren, Obst, Gemüse und vor allem selbst gemachte Salate aus der Schnippelküche von Heike Glomsda.

Umzug in die sächsische Provinz

„Sie ist meine Nachbarin“, sagt der Chef, der extra von Brandenburg nach Colditz gezogen ist und dort in einem Fünfgeschosser wohnt. Der Ort, auf den er im Internet stieß, gefällt ihm sehr, besonders das nachts illuminierte Schloss findet er imposant. Aber: Er ist gekommen, um zu arbeiten. Außer sonntags sei der Markt von 7 bis 20 Uhr geöffnet, da bleibe kaum Zeit zu leben.

Respekt sei ihm umso wichtiger – Kunden, aber auch Mitarbeitern gegenüber. „Die Freundlichkeit spürt man“, sagt Anwohner Heiner Böhme. Der Betreiber habe sich vor Baubeginn bei ihm vorgestellt: „Er erkundigte sich nach unseren Erwartungen.“ Die Kunden scheinen zufrieden, wenngleich Discounter billiger seien, so deren erster Eindruck.

Gelände am Ortsrand wach geküsst

„In Bad Lausick, Grimma, Geithain und Rochlitz gibt es attraktive Angebote. Deshalb hoffe ich, dass wir durch den neuen Markt gerade auch in diesem Preissegment die Kaufkraft im Ort halten können“, sagt Bürgermeister Robert Zillmann (parteilos). Er begrüßt, dass das lange brach liegende Gelände am Ortsrand nun wieder wach geküsst werde.

Der Bus hält genau vor dem Markt, es gibt 75 Parkplätze und im Innern breite Gänge. Über allem schwebt der Geist von Harald Hollenbach. Falls er mal nicht zu sehen sein sollte, heißt das noch lange nicht, dass er nicht da ist. Dann sitzt er garantiert im Büro mit direktem Zugang zum Flaschenautomaten: „Gibt es dort eine Störung, piept es, und ich bin sofort zur Stelle.“

Kaffeeverkostung

Am 6. Juli von 9 bis 13 Uhr veranstaltet die Grimmaer Kaffee- und Schokoladen-Manufaktur eine Gratis-Kaffeeverkostung im Colditzer Supermarkt, Am Bahnhof 2.

Von Haig Latchinian

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