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Grimma Das Dorfgemeinschaftshaus Golzern hat auch 2018 Bestand
Region Grimma Das Dorfgemeinschaftshaus Golzern hat auch 2018 Bestand
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00:18 31.12.2017
Das kleine Dorfgemeinschaftshaus in Golzern. Quelle: Foto:
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Grimma/Golzern

Zwar war Anfang des Jahres die von der Stadt Grimma avisierte Schließung des Dorfgemeinschaftshauses in Golzern abgewendet worden (die LVZ berichtete). Aber mit der Maßgabe, die kleine Begegnungsstätte, die für Grimma ein Zuschussgeschäft ist, nach Ablauf des Jahres erneut auf den Prüfstand zu stellen.

Und da ist zunächst Aufatmen angesagt. Die Senioren des Dorfes können den ihnen lieb gewordenen Treff auch im nächsten Jahr ansteuern. „Ein Zuschuss von etwa 500 Euro jährlich ist noch notwendig und wird mit Zustimmung von Oberbürgermeister Matthias Berger von der Stadt auch getragen“, verkündet Ute Kniesche, die für die Freien Wähler im Stadtrat und im Ortschaftsrat von Nerchau sitzt. Denn die Ortsgruppe Fremdiswalde/Golzern der Volkssolidarität hat in diesem Jahr ihre Hausaufgaben gemacht. Die Senioren hatten nach der Krisensitzung im Februar angekündigt, mehr Veranstaltungen durchzuführen und für die Raummiete tiefer in die Tasche zu greifen, um ihren Teil zur besseren Auslastung beizutragen.

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„Wir haben unser Versprechen eingehalten“, freut sich Annelie Lauchstädt, die Vorsitzender der Ortsgruppe. Mit 16 Veranstaltungen wurden sechs mehr auf die Beine gestellt als noch 2016. Die Nutzungsgebühren haben die Senioren aus eigenen Stücken um 50 Prozent erhöht – auf zwölf Euro pro Veranstaltung im Sommer und 15 Euro zur Heizperiode im Winter. Eine private Nutzung gab es nicht. „Wir würden nach wie vor auch die Reinigung übernehmen“, erläutert Lauchstädt. Die Stadt habe da bisher wegen der Versicherungsfrage gebremst. „Wir wären aber auch über die Volkssolidarität versichert“, reicht sie die Hand für 2018. Auch das könnte Kosten für die Kommune senken.

Das Thema wurde im Ortschaftsrat besprochen. Die Räte sprachen sich einmütig für den Erhalt des Dorfgemeinschaftshauses aus. Ende 2018 will man wieder Bilanz ziehen – auch bei der Stadtverwaltung. Grimmas Hauptamtsleiterin Helga Preissler bestätigte gegenüber der LVZ, dass der Status Quo 2018 erhalten bleibe. „Glücklich sind wir mit der Situation aber nicht“, sagte sie. Denn das Haus verursache Kosten. Die Stadt verfolge deshalb weiter das Ziel, das Gebäude zu veräußern, betreibe aber keine intensive Suche. „Wichtigere Dinge haben Vorrang“, so Preissler.

Im Schnitt 18 bis 20 betagte Frauen besuchen die Veranstaltungen im Dorfgemeinschaftshaus. Interessiert hören sie etwa den populärwissenschaftlichen Vorträgen zu, die über die Altersakademie der Volkshochschule in Golzern gehalten werden. Vier an der Zahl waren es in diesem Jahr. „Wir haben auch jeden Monat unseren Spielenachmittag“, erläutert Lauchstädt. Für die Seniorinnen zwischen 70 und 94 sei jede Veranstaltung ein Höhepunkt, „weil sie dann mal aus ihren vier Wänden kommen“. Auch Ute Kniesche hat die Freude der betagten Teilnehmer erleben dürfen, als sie in diesem Jahr an einem Nachmittag über ihre Natur- und Tierfotografie erzählte. Die Frauen seien sehr dankbar gewesen. „Die Erhaltung des Dorfgemeinschaftshauses macht Sinn und ist wichtig“, bekräftigt die Kommunalpolitikerin. „Wir dürfen aber nicht nachlassen“, weiß Annelie Lauchstädt. „Wir gehen jedes Jahr mit neuem Elan heran.“ Derzeit sitzt sie über dem Jahresplan für 2018.

Von Frank Prenzel

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