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Grimma Diakonie-Laden vor zehn Jahren eröffnet: Grimma ist die Zentrale für gute Geister
Region Grimma Diakonie-Laden vor zehn Jahren eröffnet: Grimma ist die Zentrale für gute Geister
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11:30 24.01.2017
Zum zehnjährigen Bestehen der Freiwilligenzentrale der Diakonie kamen viele Ehrengäste nach Grimma. Die Jubiläumstorte wurde von den Mitarbeiterinnen Doris Ring, Corinna Franke und Birgit Vetter (v. r.n.l.) angeschnitten. Quelle: Thomas Kube
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Landkreis Leipzig/Grimma

Ein Netz für freiwilliges Engagement knüpfen und den Weg ins Ehrenamt ebnen – das war vor zehn Jahren Anliegen bei der Gründung der Freiwilligenzentrale der Diakonie. Zu einer kleinen Feierstunde im Diakonie-Laden am Grimmaer Markt 2 waren auch die Geburtshelfer des Projektes erschienen: Fachbereichsleiter Tobias Jahn und Cornelia Killisch, Mitstreiterin der ersten Stunde und heute für die Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie zuständig. „Am Anfang standen viele Fragezeichen. Wir waren durchaus skeptisch, ob überhaupt Bedarf an einem solchen Anlaufpunkt besteht“, blickte Harald Bieling, Geschäftsführer der Diakonie Leipziger Land, auf die Anfänge zurück. Um so erfreuter konnte er jetzt konstatieren, wie gut sich das Projekt entwickelt hat. Ziel sei von Anfang an eine Ausweitung auf den Landkreis gewesen. Nach der Eröffnung der Zentrale in Grimma folgte noch 2007 die erste Zweigstelle in Naunhof, weitere Anlaufpunkte kamen 2008 in Wurzen, 2009 in Borna und Geithain sowie 2011 in Markkleeberg dazu.

Landrat Graichen zollt Anerkennung

Dichtes Gedränge herrschte im Diakonie-Laden am Grimmaer Markt. Quelle: Thomas Kube

Landrat Henry Graichen (CDU), der ebenfalls zum Zehnjährigen gratulierte, bedankte sich bei der Diakonie für die Initiative. „Sie sind mit Ihrem Dienst am Menschen für uns als Landkreis ein ganz wichtiger Partner.“ Graichen hob zum Beispiel den Begleitservice hervor. „Dieser ermöglicht Senioren, länger in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, in dem sie bei alltäglichen Besorgungen unterstützt werden.“ Schon kleine Hilfestellungen würden mitunter bewirken, dass Ältere noch ein selbstbestimmtes Leben in ihrer eigenen Wohnung führen können. Auch die Familienpaten, lobte der Landrat, würden einen unschätzbaren Beitrag leisten. Graichen versicherte zugleich: „Der Landkreis bleibt als Partner auch bei der Finanzierung an Ihrer Seite.“

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Die meisten guten Geister sind Frauen

Die Mitarbeiter der Freiwilligenzentrale sehen sich als wichtiges Scharnier zwischen Hilfesuchenden und jenen, die andere unterstützen möchten. Zeit, die gestressten Familien fehlt, haben mitunter Ältere, die sich gern noch einbringen möchten oder denen zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Zur Geburtstagsfeier aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Kontaktstelle hatte Koordinatorin Corinna Franke eine Statistik der guten Geister parat. Der überwiegende Teil der Ehrenamtlichen – rund 80 Prozent – sind Frauen. „Ein Drittel ist im Ruhestand, ein weiteres Drittel sucht gerade eine neue Beschäftigung.“ Der Rest der Helfer stehe im Berufsleben.

Als erfüllendes Tätigkeit empfindet auch Gisela Weiser ihre Arbeit als Familienpatin. „Ich betreue gerade einen achtjährigen Jungen, die Mutter ist alleinstehend und befindet sich noch in Ausbildung.“ Auch Ulrike Weisbrich aus Belgershain kümmert sich regelmäßig um eine Familie und unterstützt sie bei der Kinderbetreuung. „Die Chemie muss natürlich stimmen“, verrät die Belgershainerin, „und man muss sich in Erziehungsfragen auch mit den Eltern einig sein.“ Einer der wenigen Männer, die Zeit zu verschenken haben, ist Jürgen Kiy. Der Grimmaer hilft einer Viertklässlerin gerade bei den Hausaufgaben. „Wir üben besonders Mathe“, berichtet der ehemalige Lehrer, der sich gemeinsam mit dem Mädchen über kleine Fortschritte freut.

Eine nette Geste: Mit Blumen wurde den Ehrenamtlichen gedankt. Quelle: Thomas Kube

„Der Bedarf an weiteren Familienpaten ist groß“, schilderte Corinna Franke. Derzeit werden von 27 Paten insgesamt 50 Kinder betreut. Die besondere soziale Dienstleistung wird in 16 Orten des Landkreises in Anspruch genommen. „Und auf der Warteliste stehen 29 weitere Familien, die sich Unterstützung wünschen.“ Deshalb wurde das Jubiläum auch für einen Aufruf genutzt: Jederzeit könnten sich interessierte Mitstreiter melden.

Kontakt: Diakonie- Freiwilligenzentrale , Markt 2, 04668 Grimma, Telefon 03437/701622, E-Mail: fz.projekte@diakonie-leipziger-land.de

Von Simone Prenzel