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Grimma Dorf der Jugend: Linke fordert Anerkennung
Region Grimma Dorf der Jugend: Linke fordert Anerkennung
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11:06 11.04.2019
Das Dorf der Jugend in der Alten Spitzenfabrik in Grimma. Quelle: Thomas Kube
Landkreis Leipzig/Grimma

Die Fraktion der Linken äußert ihr Unverständnis über den Umgang des Jugendamtes mit dem Förderverein für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit (FJZ). Dieser ist Träger des Beteiligungsprojektes Dorf der Jugend in Grimma. Wie berichtet, hat der FJZ eine Anerkennung als Träger der Jugendhilfe beantragt. Dieser Antrag wurde vom Landkreis in der vorigen Woche abgelehnt. Die Linksfraktion im Kreistag spricht sich nun dafür aus, dem FJZ die Anerkennung zu erteilen. „Notwendig ist diese, um Zugriff auf Mittel verschiedener Stiftungen zu erhalten. Dieses Ansinnen, andere Mittel als die Förderung durch das Jugendamt einzuwerben, ist grundsätzlich zu unterstützen“, betont Jens Kretzschmar, Kreisrat der Linken und Mitglied im Jugendhilfeausschuss.

Unverständnis über Kurswechsel

Bisher habe das Jugendamt das Dorf der Jugend als überregional anerkanntes Projekt stets unterstützt. „Dem ist der Jugendhilfeausschuss bei allen bisherigen Förderungen gern gefolgt, und die Kreisräte der Linken haben dies stets mitgetragen. Es ist uns nicht ersichtlich und völlig unverständlich, warum das Jugendamt diesen Kurs nicht konsequent fortsetzt“, erklärt Kretzschmer. Leider seien aus den bisherigen Verlautbarungen der Verwaltung und des Jugendamtsleiter keine schlüssigen Argumente erkennbar. Kretzschmar erklärt seine Sicht auf die Dinge: „Wir befürchten eine vorauseilende Anpassung kommender politischer Mehrheitsverhältnisse. Richtig und dringend notwendig wären aber eine konsequente Haltung und die Verteidigung von Demokratie und Freiheit besonders bei diesem beispielhaften Jugendbeteiligungsprojekt“, so die Kreistagsfraktion. Jugendarbeit müsse in dieser Zeit politisch sein dürfen, heißt es weiter. „Das“, so Kretzschmer, „ist bei den gegenwärtigen antidemokratischen Entwicklungen unerlässlich.“ Die Linke erwarte vom Jugendamt, dass die Verantwortlichen ihren Ermessensspielraum ausschöpfen, sollte der FJZ den Status erneut beantragen.

Landrat Graichen: Kreis unterstützt Jugendarbeit weiterhin

Indes meldete sich auch Landrat Henry Graichen (CDU) zu Wort: „Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Leipzig unterstützt weiterhin die Jugendarbeit im Dorf der Jugend in Grimma. Die Jugendarbeit hat dabei für den Ausschuss einen besonderen Stellenwert.“ Bereits seit dem Jahr 2017 erfolge eine konstante Finanzierung außerhalb der Jugendhilfeplanung. Diese besondere Unterstützung sei dabei erst am 12. Februar wiederum durch den Ausschuss für ein weiteres Jahr bestätigt worden. Dabei handelt es sich um die Förderung einer 30-Stunden-Stelle für einen Sozialpädagogen.

„Bewertung stand nicht zur Debatte“

Graichen betont, dass bei der Sitzung weder die Bewertung der Arbeit im Dorf der Jugend noch eine entsprechende Beschlussfassung anstanden. „Inhaltlich wurde der Ausschuss lediglich über ein Zulassungsverfahren des Fördervereins für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit als Träger der Jugendhilfe informiert. Beim Zulassungsverfahren wird geprüft, ob der Verein die Voraussetzungen für die Anerkennung erfüllt. Bestandteil der Prüfung ist die Arbeit auf dem Gebiet der Jugendhilfe, die Gemeinnützigkeit und ob der Verein die Gewähr dafür bietet, eine auf den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit zu leisten. Da die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe einen besonderen Stellenwert in der Jugendhilfe darstellt, ist diese Prüfung mit besonderer Sorgfalt vorzunehmen. Ein Bezug zu Förderung und Unterstützung der Jugendarbeit ist dabei nicht gegeben.“ Der Ausschuss habe seine bisherige Förderung und Unterstützung zu keiner Zeit an diese Anerkennung gebunden, betont der Kreischef.

Von Simone Prenzel

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