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Grimma Drei von 50 aus Landkreis Leipzig: Ehrung in Dresden
Region Grimma Drei von 50 aus Landkreis Leipzig: Ehrung in Dresden
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12:14 27.12.2018
Jens Wetzig bei der Ehrung mit Sozialministerin Barbara Klepsch und Landtagspräsident Matthias Rößler. Quelle: Swen Reichhold
Grimma/Frohburg/Regis-Breitingen

Über ihren Weg zum Ehrenamt, ihre Motivation und wie es so bei der Dresdener Ehrung war, erzählen Bärbel Schreiber, Jens Wetzig und Dieter Kluge gegenüber der LVZ.

Jens Wetzig: „Meine Motivation ist die Begeisterung der Kinder für den Sport“

„Ich habe von der Ehrung aus einem Brief aus Dresden erfahren. Keine Ahnung, von welcher Seite die Idee kam. Aber ich hab’ mich gefreut“, sagte Jens Wetzig.

Der 55-Jährige ist Leichtathlet mit Leib und Seele – seit seiner Kindheit. Schon als kleiner Junge trainierte er emsig. Bereits mit 14 Jahren absolvierte er seine erste Übungsleiterlizenz. Mit 18 hatte er die höchste Lizenz, die es zur DDR-Zeit gab. Mit kurzen Unterbrechungen durch Armeedienst und Montage-Einsätze zeigt er seitdem Kindern und Jugendlichen die schöne Welt der Leichtathletik.

Bis heute sei seine Motivation „die Begeisterung der Kinder für den Sport“. Natürlich freue er sich auch über Erfolge, aber zu sehen, wie gern seine Schützlinge vom Steppke- bis Teenager-Alter diesen Sport ausüben, sei für ihn das Wichtigste.

Jens Wetzig möchte Kindern und Jugendlichen die Freude am Sport vermitteln. Quelle: Andreas Döring

Mit seiner Hilfe wurde der SV Großbardau zu einem Erfolgsverein im Landkreis Leipzig. Hundert junge Sportler trainieren dort zwei- bis viermal pro Woche. Der Verein hat immer noch Aufnahmestopp. Vor allem bei Vier- bis Sechsjährigen „rennen sie uns die Bude ein“, so Wetzig. Dabei würde er gern alle Knirpse trainieren, die Lust auf Leichtathletik haben. Doch Übungsleiter und Hallen-Zeiten sind knapp.

Die Großbardauer nutzen Stadion und Halle im benachbarten Grimma. Sechs Trainer mit Lizenz und vier Helfer hat der Verein derzeit. Nahezu jeden Tag muss Training abgedeckt werden, am Wochenende finden Wettkämpfe statt. Junge Übungsleiter zu halten, sei schwierig. Engagierte Jugendliche sind oft zu Studium oder Lehre weg von Grimma oder die Interessen wandeln sich.

Neben Freizeitsport geht es um Leistung. Im Talentestützpunkt des Vereins werden begabte Leichtathleten gefördert. Erfolge bei überregionalen Meisterschaften fahren die Sportler seit Jahren ein.

Die Risiko-Raus-Sportspiele der Unfallkasse Sachsen fand auch in der Grimmaer Muldentalhalle statt. Die Wilhelm-Ostwald-Schule qualifizierte sich mehrmals und schaffte es bis aufs oberste Treppchen. Quelle: Thomas Kube

Jens Wetzig arbeitet als Hausmeister in der Wilhelm-Ostwald-Grundschule in Grimma-Süd. Auch dort kann er sportliche Mädchen und Jungen fördern. So leitet er Arbeitsgemeinschaften und organisiert gemeinsam mit Lehrern Sportspiele. Bei den Risiko-Raus-Spielen wurden die Ostwaldianer Landesmeister. Kürzlich erhielt die Schule ein Sport-Siegel.

Die Ehrung fürs Ehrenamt in Dresden erlebte er als „sehr feierlich“ mit Musik und Ansprachen. „Was mich persönlich erstaunt hat, war zu sehen, wie vielfältig Ehrenamt ist. Es gibt dabei so viel: Hundeverein, Krötenrettung, jede Menge Soziales wie Hospiz – das war beeindruckend“, meinte der Grimmaer.

Bärbel Schreiber: „Mir geht es darum, dass Leute was tun, dass sie etwas erfahren“

Dass sie ins Scheinwerferlicht gestellt wird – Bärbel Schreiber mag das gar nicht. Natürlich freue sie sich, Anerkennung zu erfahren, sagt die Altmörbitzerin. Doch sie zählt sich lieber zu jenen, die ohne viel Aufhebens etwas für andere tun. Weil sie über Jahre und Jahrzehnte für die Mitglieder der Volkssolidarität in dem Frohburger Ortsteil da ist und ebenso für die anderen Älteren, erhielt sie nun diese Auszeichnung.

Einmal im Monat trifft sich die ältere Generation im Gemeindehaus. Selbstredend wird dort Kaffee getrunken, tauscht man sich über das Neueste aus, aber: „Mir geht es auch darum, dass die Leute was tun, dass sie etwas erfahren.“ Deshalb wird Monat für Monat ein Thema in den Mittelpunkt gerückt: Reisen, Gesundheit, Heimatgeschichte, Rechtliches.

Zu den Referenten, die immer gerne wieder kommen, gehören die Frohburger Apothekerin Evelyn Lerchner und der Wyhraer Volkskundemuseums-Chef Hans-Jürgen Ketzer, Jürgen Feilotter aus Frohburg mit seinen Reiseberichten und der Bornaer Historienkundige Michael Potkownik. Letzterer gestaltete kurz vor dem Weihnachtsfest gemeinsam mit dem Regiser Kantor Thomas Weber einen bewegenden musikalischen Nachmittag.

Auch Bärbel Schreiber aus Altmörbitz wurde in Dresden geehrt. Quelle: Swen Reichhold

„Ich freue mich über diese Unterstützung“, sagt Bärbel Schreiber und weiß auch die Hilfe von Ude Schille zu schätzen, die bei der Durchführung der Nachmittage hilft. Gerade ist sie über den Planungen für 2019. Claudia Faber von der Evangelischen Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis wird im Januar den Auftakt machen mit ihrem Vortrag „Mit dem Rucksack durch Australien“.

In Altenburg aufgewachsen, wurde Bärbel Schreiber 1988 mit ihrem Mann Gert in Altmörbitz heimisch. In der Volkssolidarität engagiert sie sich seit 1966. Die Ökonomin für Schiffbau arbeitete in der Thränaer Schweinemast-Anlage, baute unmittelbar nach der Wende den ersten Massa-Markt an der Bornaer Apfelwiese mit auf, stieg bei der Zeitschrift Südraum-Blätter ein, betrieb ein Geschäft für regionale Produkte.

Unter Menschen zu sein, mit ihnen und für sie etwas zu machen, ist ihr ein Bedürfnis: „Aber da muss man doch keine große Geschichte draus machen.“

„Ehrenamt macht unser Sachsen stark“

Ehrenamt macht unser Sachsen stark“ – unter diesem Motto wurden rund 50 ehrenamtlich engagierte Bürger aus Sachsen im Dezember in Dresden ausgezeichnet.

Sozialministerin Barbara Klepsch und Landtagspräsident Matthias Rößler würdigten bei einem Festakt im Sächsischen Landtag deren Leistungen. Die Vorschläge für die Auszuzeichnenden erfolgte von den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie von den Wohlfahrtsverbänden und Kirchen. In Sachsen engagieren sich 40 Prozent aller Bewohner über 14 Jahren ehrenamtlich, wurde mitgeteilt.

„Ihr Ehrenamt macht unser Sachsen stark. Ihr Engagement ist der Beleg dafür, dass unser Gemeinwesen lebendig ist. Sie gestalten mit Ihrem Engagement unsere Welt mit, verbessern, verändern und prägen sie“, sagte die Sozialministerin. Ehrenamtliches Engagement sei eine der wichtigsten Grundlagen des Zusammenlebens überhaupt und durchdringe alle Bereiche der Gesellschaft.

„Die Ehrenamtler stellen oftmals die Hilfe für andere über ihre eigenen Interessen und widmen der guten Sache sehr viel Zeit, Aufwand und Kraft. Viele von ihnen wirken zumeist im Stillen und streben nicht nach Scheinwerferlicht, wenn sie sich für andere Menschen, für ihre Heimat, für die Kultur, im Sozialbereich oder für die Jugend engagieren“, ergänzte Rößler. Umso wichtiger sei es, diese Leistungen zu würdigen.

Dieter Kluge: „Ein freundlich-feierlicher Empfang, ich habe mich sehr darüber gefreut“

Er ist immer mit seinem Fotoapparat unterwegs, um alles festzuhalten, was der Historie dient: Dieter Kluge aus Regis-Breitingen liebt die Heimatgeschichte und widmet sich ihr seit Jahrzehnten. Das Interesse dafür wurde 1973 geweckt. „Damals lernte ich bei einem Briefmarken-Zirkel den Ortschronisten Gerold Becher kennen“, sagte der 79-Jährige. Die beiden befreundeten sich und der Jüngere trat später in die Fußstapfen des Älteren.

Besonders die Historie des Bergbaus ist ihm wichtig. Kluge ist Bergmann von Kopf bis Fuß. Er studierte an der Bergakademie Freiberg, arbeitete als Ingenieur im Braunkohlenwerk seiner Heimatstadt in der technischen Entwicklung für die Tagebaue Haselbach, Groitzscher Dreieck und Schleenhain.

Jährlich gibt der Regiser einen Heimatkalender heraus. Die Kultur liegt ihm am Herzen. Viele Ausstellungen hat er schon organisiert, zum Beispiel: 100 Jahre Halbfassbrunnen, 20 Jahre Chor des Heimatvereins, Ausstellungen zur Geschichte der Feuerwehr, des Freibades, der Schulen, Sportstätten und Gartenanlagen. Auch für Denkmale engagiert er sich.

Ortschronist Dieter Kluge (l.), hier mit Klaus-Peter Katzbach, in einer Ausstellung mit Werken des Malers Werner Kauka. Quelle: LVZ-Archiv/Peter Krischunas

Gemeinsam mit dem Heimatverein, wo er Vize-Vorsitzender ist, gelang es ihm, den Nachlass zweier Künstler der Region zu erhalten. Dabei handelt es sich um Werke von Werner Kauka und Gerhard Müller.

Der 1. November 2017 war ein besonderer Tag für ihn. Die Stadt übergab dem Heimatverein eine ehemalige Lehrerwohnung als neues Domizil, wo nun der umfangreiche Fundus gesichtet, gelagert und gezeigt werden kann.

Bürgermeister Wolfram Lenk und Heimatvereinschef Karl-Heinz Feiner listeten all diese Verdienste auf und schlugen ihren Ortschronisten für eine Ehrung beim Landkreis vor, der das schließlich nach Dresden weiterleitete. Der Stadtchef fuhr ihn sogar in die Landeshauptstadt. „Das war ein freundlich-festlicher Empfang, ich habe mich sehr darüber gefreut“, sagte Dieter Kluge.

Von Claudia Carell und Ekkehard Schulreich

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