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Grimma Ein Licht im Advent: Tapfere Monika aus Grimma will wieder duschen
Region Grimma Ein Licht im Advent: Tapfere Monika aus Grimma will wieder duschen
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16:05 15.11.2019
Monika und Frank Lehmann in der Luise-Urbaniak-Straße sind trotz ihrer Alltagsprobleme glückliche Menschen. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Monika Lehmann ist eine waschechte Grimmaerin. Nach zwei überstandenen Hochwassern umso mehr. Als 2002 die Flut kam, musste sie mit ihrem damaligen, inzwischen verstorbenen Lebensgefährten in der Kammer ausharren. Andreas sei sehr streng gewesen. Er habe sich geweigert, sein Haus am Rande der Altstadt zu verlassen. Als Hubschrauber flogen und Boote retteten, rückte das Paar im Dach noch enger zusammen, denn auch ihre Schweine und Karnickel – sonst im Stall – beanspruchten ein Plätzchen in der guten Stube.

Monika kann weder lesen noch schreiben. Der 60-jährigen Schwerbehinderten fällt das Sprechen schwer. Sie leidet unter Gleichgewichtsstörungen. Aber sie ist nicht unglücklich, hat ja jetzt ihren Frank, der ihr Halt gibt. Wenngleich beide nicht genau wissen, wer nun eigentlich wen stützt. Denn nicht nur Monika, ein wahres Stehaufmännchen, falle oft – besonders im Winter, wenn es glatt ist. Auch ihr Göttergatte kippe mitunter aus den Latschen, sobald er sich zu sehr aufregt und der Blutzucker in die Höhe schnellt.

Hilfe ist dringend nötig

Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ möchte dem Paar helfen. Hilfe sei dringend nötig, sagt der Mann (62): „Wie soll ich sagen? Die Monika ist schusslig. Sie stolpert oft, ist nicht mehr so stabil auf den Beinen.“ Kriminell werde es im Bad: In die Duschkabine könne er sie überhaupt nicht mehr lassen, und in die Wanne gehe es nur mit vereinten, allzu oft letzten Kräften. Selbst der Gang auf Toilette werde zur Tortur: „Ihre Sitzung kann Monika nur bei weit nach innen geöffneter Tür abhalten. Sie braucht die Klinke in ihrer Nähe, um wieder hoch zu kommen.“

>> Kurz erklärt: Alles Wichtige zur LVZ-Spendenaktion im Überblick

Sehnlichst wünschen sich die Lehmanns eine behindertengerechte Dusche. Dann entfiele das gefährliche Steigen über den Beckenrand und Monika könne sich wieder selbst betun. „Im Moment ist es ja so, dass ich meiner Frau in die Wanne helfe und ihr den Rücken schruppe. Dann lasse ich sie zwei Minuten alleine, bis sie mich ruft und wir uns wieder heraus kämpfen. Eine ebenerdige Dusche mit Haltegriffen in der Kabine und am WC wäre unser größter Wunsch zum Fest.“ Geld, um sich das zu finanzieren, hat das Paar nicht.

Monika und Frank Lehmann in der Luise-Urbaniak-Straße brauchen ganz dringend einen barrierefreien und behindertengerechten Umbau des Bades. Quelle: Frank Schmidt

Vieles im Haus ist Marke Eigenbau

Monika lebte nach dem ersten Hochwasser noch kurze Zeit in dem halb einsturzgefährdeten Haus. Längst ist es abgerissen. Auf dem Grundstück, das verkauft wurde, um aufgelaufene Schulden zu tilgen, steht ein neues Haus. Mit Frank lebt sie seitdem in dem benachbarten uralten Eckgebäude, das mit Geldern aus der Hochwasserhilfe bewohnbar gemacht wurde. Das meiste auf den 75 Quadratmetern sei Marke Eigenbau, sagt der gelernte Maurer stolz.

>> Lesen Sie auch: Die Jahrtausendflut in Grimma und Sachsen

Das knochenharte Leben auf dem Bau verbunden mit einem schweren Arbeitsunfall sei nicht spurlos an ihm vorüber gegangen, sagt Frank, längst erwerbsunfähig. Jammern gelte nicht. Schließlich sei er nun Schwester und Pfleger zugleich, kümmere sich rund um die Uhr um Monika. Sie kam erst mit zehn Jahren in die 1. Klasse und arbeitete später in der Behindertenschule als Küchenhilfe. Die Kollegen halfen ihr damals, als das Haus in den stinkigen Fluten versank.

Der Traum vom gefahrlosen Duschen

Die nach wie vor hartnäckig im Mauerwerk sitzende Feuchtigkeit der beiden Fluten bekommen die Lehmanns einfach nicht raus. So oft sie das Granulat auch wechseln – der Raumentfeuchter schlägt nur unzureichend an. Dadurch gibt es Flecken in den Ecken. Der Hausherr musste gar den Putz abhacken, bevor er in der Küche eine Holztäfelung anbringen konnte. Alles sei halb so schlimm, wenn seine Monika nur bald gefahrlos duschen könnte.

Die barrierefreie Dusche, vielleicht sogar mit einem Sitz, das ist der Traum der Lehmanns. Wenn seine Frau wieder selbstständig unter der Brause stehen und auf der Toilette sitzen könnte, hätte er mehr Zeit fürs Putzen und Kochen, sagt Frank. Naja, und dann lese er seiner Monika auch täglich die Berichte aus der Zeitung vor. Heute geht es ausnahmsweise mal nicht um die Schönen und Reichen – sondern um sie beide. Wer hätte das für möglich gehalten?!

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Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Sollten Sie das nicht wünschen, dann tragen Sie bitte auf dem Überweisungsschein „ANONYM“ ein.

Im Nachhinein können Sie 24 Stunden nach der Überweisung der Namensveröffentlichung unter der Email: lesermarkt@lvz.de widersprechen.

Spendenübergabe:

Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ geht vom 16. November bis 15. Dezember 2019. Anschließend wird der Gesamtbetrag unserem Partnerverein für das Hilfsprojekt übergeben. Wir berichten regelmäßig über die konkrete Hilfsaktion.

Sollten mehr Spenden zusammenkommen, als für das konkrete Hilfsprojekt benötigt wird, so geht das übrige Geld ebenfalls an unseren Projekt-Partnerverein.

Das Projekt „Ein Licht im Advent“ wird unterstützt von der Sparkasse Leipzig.

Von Haig Latchinian

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