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Grimma Einwohner sorgen für Bäume und Bänke
Region Grimma Einwohner sorgen für Bäume und Bänke
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19:01 16.08.2018
Lädt zur Rast ein: Eine der vier Bänke, die Sylvia Groth, Sylke Aßmus, Thomas Sonnenfeld, Stefan Nagel, Jan-Walter Heikes (v.l.n.r.) und die anderen Mitglieder der Interessengemeinschaft aufgestellt haben. Quelle: Thomas Kube
Naunhof/Eicha

Nach den Sommerferien begann für viele Menschen der Arbeitsalltag. Ausgedehnte Reisen sind vorerst nicht mehr drin, umso wichtiger wird es, sich vor der Haustür zu entspannen. Ein kleines Refugium haben einige Eichaer geschaffen – am Weg von der Naunhofer Straße hinter in den Wald. Über Jahre hinweg pflanzten sie 15 Baumsorten an. Jetzt kamen noch Bänke hinzu, auf denen Wanderer eine Rast einlegen und die Seele baumeln lassen können.

Einwohner gehen mit Hunden Gassi

„Beim Gasssigehen mit unseren Hunden haben wir uns zusammengefunden“, blickt Jan-Walter Heikes zurück, der seinerzeit noch nicht der Ortsvorsteher war. „Da wir nur eine Straße haben, die kilometerlang ist, und weil es kein Dorffest gab, überlegten wir uns, wir könnten diesen Weg, an dem nur zwei Kastanien standen, aufwerten und zu einem Treffpunkt machen.“

Gruppe pflanzt Bäume

Gedacht, getan. Vor 15 Jahren fingen einige Wenige an, wild in ihren Gärten aufgegangene Bäume, die ansonsten auf dem Kompost gelandet wären, an den Wegesrand zu setzen. Die Geburtsstunde der Interessengemeinschaft Grünes Eicha. „Gerd Kaiser, unser ehemaliger Bürgermeister aus den Zeiten, als die Gemeinde noch eigenständig war, ist Imker. Er stellte den Kontakt zum Naunhofer Imkerverein her, der uns bienenfreundliche Gehölze spendierte“, berichtet Heikes. So wuchs eine Allee, unter anderem mit Ulmen, Linden und Birken, die durch ihre Vielfalt besticht und nicht so künstlich aussieht, wie manche behördlich angeordnete Begrünung in Kommunen der Region.

Gemeinschaft pflegt Bäume

„Immer mehr Einwohner wollen bei unseren Pflanzaktionen mitmachen. Zuletzt waren wir 20 Leute“, berichtet Stefan Nagel. „Wer von uns hier lang geht, schneidet nebenbei mal schnell einen Zweig ab, der in den Weg hineinragt, oder er gießt die jungen Gehölze.“ Totes Geäst liegt aufgestapelt zwischen Bäumen, es gibt Igeln einen Schutz.

Bänke zum Rasten

Um die Sache perfekt zu machen, setzte die Interessengemeinschaft „Grünes Eicha“, die inzwischen als WhatsApp-Gruppe den kurzen Draht untereinander pflegt, ihre jüngste Idee mit den Bänken um. Revierförster Udo Köhler spendierte ihr eine Eiche aus dem Wald, und die ortsansässige Tischlerei Peukert sägte das Holz zurecht. Jetzt säumen vier rustikale Sitzgelegenheiten den Weg.

Bäume auch am alten Parthe-Verlauf

„Die ausgeräumte Landschaft sieht unmöglich aus, ihr wollten wir etwas entgegenhalten“, begründet Heikes das Engagement. Und Nagel ergänzt: „In unserer Stadt verschwinden immer mehr Bäume. Wir möchten dazu beitragen, dass auf kurzem Weg ein Stück Natur entsteht.“

Lücken schließen zwischen Obstbäumen

Das nimmt sich die Interessengemeinschaft auch weiterhin vor. Längst hat sie damit begonnen, auch am Altverlauf der Parthe Gehölze in den Boden zu bringen. Und am alten Scheunenweg vom Eichaer Wall zur Straße nach Fuchshain, wo die Kommune als Ausgleichsmaßnahme Obstbäume setzen ließ, möchte sie in einer Herbstaktion die Lücken füllen.

Von Frank Pfeifer

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