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Grimma Erstes Bioerdgas aus Trebsener Papierfabrik
Region Grimma Erstes Bioerdgas aus Trebsener Papierfabrik
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22:06 17.12.2018
Diese Biogasaufbereitungsanlage steht in Zülpich zwischen Bonn und Aachen. Sie ist baugleich mit der Trebsener. Quelle: Revis Bioenergy GmbH
Trebsen

Erstmals verließ am Montag Biogas in Erdgasqualität die Trebsener PapierfabrikJulius Schulte“. Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas fuhr nach amtlicher Eichung einer neuartigen Anlage einen Test. Im Januar soll der 600-stündige Probebetrieb der Verdichter und der Messanlage folgen, danach kann der Regelbetrieb aufgenommen werden.

Bioerdgas aus Abwasser

„Bei unserer Papierproduktion entsteht Abwasser“, erläuterte Betriebsleiter Maik Nürnberger. „Dieses wird in einem Anaerobverfahren gereinigt, so dass Biogas ensteht.“ Bislang üblich ist es, dieses zu entschwefeln und in Blockheizkraftwerken zu verstromen. Die Papierfabrik gehe nun aber einen anderen Weg und reinige das Gas weiter herunter, bis es dem Erdgas ebenbürtig ist, weshalb umgangssprachlich von Bioerdgas gesprochen wird. Mitgas speise es dann ein ins Netz.

Bioerdgas für 5000 Haushalte

Betreiber der Anlage ist die Biogas Trebsen GmbH Münster. Ihr Ziel ist es, 700 Kubikmeter Gas pro Stunde abzuleiten. „Bezogen auf die Jahresarbeit entspricht diese Menge einem jährlichen Energieverbrauch von rund 5000 Einfamilienhäusern“, teilt Mitgas-Pressesprecherin Conelia Sommerfeld mit.

Feuerwehren werden in Trebsen eingewiesen

Nach ihren Worten wurde beim Bau der Biogaseinspeiseanlage den besonderen Lärmschutzanforderungen der naheliegendem Wohnbebauung Rechnung getragen. Sämtliche Abläufe stünden unter Aufsicht der Eichbehörde. Im Zuge des Probebetriebes würden in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Brand- und Rettungsamt Feuerwehrleute aus Trebsen und Umgebung in die Technik eingewiesen.

Mitgas investierte laut Sommerfeld rund 3,2 Millionen Euro. Hinzu kam eine Netzanschlussleitung von rund 100 Metern Länge.

Papierfabrik mustert Heizkraftwerke aus

Läuft alles wie geplant, können die beiden Blockheizkraftwerke der Papierfabrik bald abgestellt werden. Sie sind angesichts der gestiegenen Produktion zu klein geworden, so dass ein Teil des Gases abgefackelt werden muss. Alles in allem wenig effizient und nicht im Sinne der Umwelt.

Von Frank Pfeifer

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