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Grimma Ferien mal anders in Naunhofs Haus Grillensee
Region Grimma Ferien mal anders in Naunhofs Haus Grillensee
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18:05 25.07.2019
Sprachkurs in den Sommerferien: Buti Sekhalanga an der Tafel vor den Schülern, zu denen Louis Bohring aus Beucha (li.) zählt. Gesprochen wird nur englisch. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

Spaß, Sport und Spiel bietet das Naunhofer Haus Grillensee rund ums Jahr. Doch manchen Kindern reicht das nicht aus. Sie wollen Ferien mal ganz anders, und diesen Wunsch bemüht sich das Freizeit- und Bildungszentrum am Rande der Stadt ebenso zu erfüllen. Gegenwärtig lernen dort 16 Mädchen und Jungen aus Sachsen vormittags intensiv Englisch, bevor sie sich nachmittags austoben können.

Das Sprachcamp leitet Buti Sekhalanga aus Johannesburg. Nur mit dem Südafrikaner dürfen die Kinder im Notfall deutsch sprechen, ansonsten sollen sie für die eine Woche untereinander und mit den Pädagogen aus dem Vereinigten Königreich und Australien ausschließlich englisch kommunizieren. „Sie äußern im Vorfeld ihre Wünsche, was sie lernen wollen, und unsere Lehrer stellen daraus ein Programm für die fünf Tage zusammen“, erklärt Sekhalanga.

Brandiser Schüler findet Kombination gut

Louis Bohring aus Beucha gehört zu denen, die gegenwärtig die Schulbank im Haus Grillensee drücken. „Englisch ist bei uns an der Oberschule Brandis ein Hauptfach, ich möchte mich verbessern“, sagt der Elfjährige. Er sieht das Berlitz-Sprachcamp als Vorbereitung auf eine Großbritannien-Tour, die er mit seiner Klasse unternehmen wird. Dass er vormittags täglich zweimal anderthalb Stunden pauken muss, bezeichnet er als „okay“ und nennt auch gleich den Grund: „Wir gehen ja hinterher zu den Seen oder zum Kletterwald.“

Viele Stammgäste im Haus Grillensee

Das Haus des Vereins Kindervereinigung Dresden findet mit seiner besonderen Lage im Grünen immer mehr Liebhaber. Längst kommen in den Sommerferien nicht mehr nur Stammgäste wie zum Beispiel der Nachwuchs der Leipziger Floorballer, des Fußballvereins „Turbine Halle“ und des Polizeisportverbands Wurzen. „Wir haben auch neue Partner gefunden, neben der Sprachschule unter anderem das Leipziger Reisebüro ,Betreute Kinder Reisen’, eine Handballferienschule mit einem Trainer aus Hamburg und große Konzerne, die hier ihre Azubi-Camps veranstalten“, erklärt Leiterin Kathrin Storch.

Zahlreiche Angebote

Wer das Haus in unmittelbarer Nähe von Grillen- und Moritzsee besucht, zahlt als Basis Unterkunft und Verpflegung. Nutzbar sind dann die Spiel-, Volleyball- und Fußballplätze sowie die Tischtennisplätze im Gelände. Weitere Module können hinzugebucht werden. „Wir empfehlen unsere Kinderküche“, beginnt Storch eine Aufzählung. „Außerdem bieten wir Bogenschießen, Floßbau und kleine Highland Games an. Förster Udo Köhler führt durch den Wald. Wir arbeiten mit einem Alpaka-Gestüt, einem Sportwissenschaftler und einem Fußballtrainer zusammen. Die Stadt Naunhof, mit der wir kooperieren, schließt uns ihre Sporthallen sogar in den Ferien auf.“

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Eine breite Vielfalt an Aktivitäten wird somit ermöglicht. Wie weit das gehen kann, erläutert Kathrin Storch an einem Beispiel: „Wir hatten hier eine Gruppe von 45 Amerikanern, die deutsche Kinder aus sozial schwachen Familien in Gesang, Breakdance und Jazz unterrichteten. Das Ganze mündete in einer Aufführung im Einkaufszentrum Nova Eventis.“

Auch Familien willkommen

Nicht nur große Veranstalter, sondern auch Familien sind willkommen. „Es lohnt sich, einfach spontan anzuklopfen“, sagt Storch, die das Zentrum mit seinen 13 Beschäftigten, das nebenher Köche sowie Fachkräfte im Hotel- und Restaurantbereich ausbildet, seit 2014 leitet. Über die Sommerferien sei das Haus zu 75 bis 80 Prozent ausgelastet, habe also immer noch Platz.

Vom Image, nur Anlaufpunkt in Ferienzeiten und für Klassenfahrten zu sein, will das Haus aber weg. Es rührt noch aus der Zeit, als der Dresdner Verein ein schon zu DDR-Zeiten existierendes Ferienlager an der Mulde in Trebsen-Wednig übernommen und betrieben hatte. Nachdem es durch das Hochwasser von 2002 zerstört wurde, entschieden sich die Verantwortlichen für den Umzug nach Naunhof, wo es seit 15 Jahren – davon die meiste Zeit von Frank Haubold geleitet – als Freizeit- und Bildungszentrum firmiert.

Haus will Auslastung übers ganze Jahr

Der Ruf, dass dort hauptsächlich in den Sommerferien was los ist, hält sich hartnäckig, wenngleich er der Realität nicht ganz gerecht wird. „Erstrebenswert ist für uns eine kontinuierliche Auslastung über das ganze Jahr“, sagt Storch. Zunehmend halten nach ihren Worten Firmen ihre Tagungen im Haus Grillensee ab. „Es laufen hier Weiterbildungen, Seminare, Streitschlichtercamps von Schulen, Trainingscamps von Vereinen und Familienfeiern“, berichtet sie, räumt aber zugleich ein: „Da ist schon noch eine Menge mehr möglich.“

Von Frank Pfeifer

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