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Grimma Früherer Grimmaer Pfarrer will Bischof werden
Region Grimma Früherer Grimmaer Pfarrer will Bischof werden
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13:03 01.02.2019
Christian Behr.
Christian Behr. Quelle: Tomas Gärtner
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Greifswald/Grimma

Christian Behr, von 1994 bis 2012 Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Grimma, bewirbt sich um den Stuhl des Greifswalder Bischofs der evangelischen Nordkirche. Der 57-Jährige macht den Auftakt zur Vorstellung der Kandidaten und hält im Greifswalder Dom am Sonntag, 3. Februar, die Predigt. Derzeit ist Behr als 1. Pfarrer an der Kreuzkirche Dresden und Superintendent des Kirchenbezirks Dresden Mitte tätig. Er war von Grimma aus in die Landeshauptstadt gewechselt.

Behr ist gebürtiger Thüringer

Der gebürtige Thüringer absolvierte Ende der 1970er Jahre eine Lehre als Baufacharbeiter. Nach dem Theologie-Studium in Jena übernahm er 1989 eine Pfarrstelle in Kayna bei Zeitz, wo er auch als Kreisdiakoniepfarrer tätig war. 1994 wechselte er ins sächsische Grimma. Behr ist Gründungsmitglied des liberalen „Forums für Gemeinschaft und Theologie“ und engagiert sich in einer Partnerschaft zur Lutherischen Kirche in Moskau. Er ist verheiratet, hat drei erwachsene Töchter und zwei Enkel.

Mit Aktionen im Fokus der Öffentlichkeit

Behrs Name ist in Grimma, wo er 18 Jahre agierte, untrennbar mit nachhaltigen Ereignissen verknüpft. In den Fokus der Öffentlichkeit geriet er, als im April 1997 zwölf Kurden die Frauenkirche besetzten und in einen Hungerstreik traten. Mit viel Menschlichkeit gewährte er den Kurden Kirchenasyl. Ganz bewusst engagierte sich Behr, als es darum ging, Aufmärschen von Rechtsextremen in Grimma zu begegnen. In den Tagen der Hochwasser-Katastrophe war der Pfarrer einer der ersten, der half, rettete einen ganzen Tag lang mit einem Boot Leute aus ihren Häusern. Die Frauenkirche war danach viele Monate lang ein wichtiges Anlaufs-, Hilfs- und Vermittlungszentrum für Flutopfer und Helfer in Grimma.

Weitere Kandidaten für Amt des Bischofs

Am 10. Februar predigt in Greifswald der Rostocker Pastor Tilman Jeremias (52). Am 1. März stellen sich beide Pastoren dann in Greifswald zur Wahl. Die 156-köpfige Landessynode habe darauf verzichtet, weitere Theologen zu nominieren, teilte Synodenpräses Ulrike Hillmann mit.

Gesucht wird ein Nachfolger für die Bischöfe Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) und Andreas von Maltzahn (Schwerin). Derzeit gibt es übergangsweise noch zwei Bischöfe in Mecklenburg-Vorpommern, nach der Wahl nur noch einen mit Sitz in Greifswald. Vor dem Wahltermin werden sich Behr und Jeremias auch noch mit jeweils einem Vortrag in Schwerin vorstellen.

Von LVZ