Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Gänsebraten und Linsensuppe im stilechten Mitropa-Wagen
Region Grimma Gänsebraten und Linsensuppe im stilechten Mitropa-Wagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:04 24.12.2018
Kulinarisches Erlebnis im stilechten Mitropa-Wagen: Reinfried Polter bedient seine Gäste. Quelle: Roger Dietze
Muldental/Großsteinberg

„Zurücktreten von der Bahnsteigkante!“ lautete das Motto am vergangenen Sonnabend zwischen Borsdorf und Coswig außerhalb des regulären Fahrplans der Deutschen Bahn. Hintergrund dafür bildete das 150-jährige Bestehen der auch die Städte Grimma, Döbeln, Roßwein, Nossen und Meißen verbindenden sogenannten BC-Linie. Für den Eisenbahnfreundeskreis Westsachsen Böhlen/Großsteinberg um den Parthensteiner Reinfried Polter war dies Anlass genug, einen Festsonderzug auf die Gleise zu setzen, der sich 8.24 Uhr in Borsdorf in Bewegung setzte.

Zurücktreten von der Bahnsteigkante: Der Jubiläums-Sonderzug fährt in den Großsteinberger Bahnhof ein. Quelle: Roger Dietze

Früh aus den Betten zu kommen, war ergo für die knapp 60 Fahrgäste angesagt, was ihnen umso leichter gefallen sein dürfte, als die Speisekarte im stilechten Mitropa-Speisewagen unter anderem Erzgebirgische Linsensupp’ und Gans mit Rotkohl und Klößen auswies. Für echte Eisenbahnfans dürften die kulinarischen Offerten allerdings lediglich eine angenehme Begleiterscheinung einer solchen Sonderfahrt sein. „Wenn sich die alte Reichsbahn-Technik in einem solch sehenswerten Zustand befindet, dann sollte man sie auch vorzeigen, so wie das Oldtimer-Besitzer ja auch mit ihren Fahrzeugen tun“, meint der Altenburger Torsten Mundri. Und auch Familie Eisert aus Kahnsdorf kann sich dem Charme betagter Eisenbahn-Technik nicht entziehen. „Für uns sind die Sonderfahrten immer wieder ein Erlebnis, wir haben diese Technik selbst nicht mehr im Einsatz erlebt und freuen uns darüber, dass es Akteure gibt, die sich auf diese Art und Weise engagieren“, so die 35-jährige Susann Eisert.

Harter Kern von knapp einem Dutzend Mitstreiter

Akteure wie Reinfried Polter, demzufolge der Eisenbahnfreundeskreis einen harten Kern von einem knappen Dutzend Mitstreitern umfasst. Diese hatten für die vorgestrige Sonderfahrt eine Diesellokomotive der Baureihe 112/565 von der Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Preßnitztalbahn gechartert, dazu zwei Schnellzug-Waggons aus den 80er-Jahren und als Highlight besagten Mitropa-Waggon, der laut Reinfried Polter vorrangig im Transitverkehr zwischen den beiden deutschen Staaten im Einsatz gewesen ist.

Letzter Abschnitt wurde am 25.10.1868 freigegeben

Erstmals im Einsatz auf der Gesamtstrecke Borsdorf – Coswig waren Züge am 22. Dezember 1868, nachdem zwei Tage zuvor der letzte Teilabschnitt zwischen Nossen und Meißen offiziell übergeben worden war. In den acht Jahren zuvor waren bereits die Abschnitte Coswig-Meißen (1. 12.1860), Borsdorf­– Grimma (14.05.1866), Grimma – Leisnig (27.10.1867), Leisnig-Döbeln (2.06.1868) sowie Döbeln – Nossen (25.10.1868) für den Verkehr freigegeben worden. „Der Bau der Bahnlinie war ein wegweisendes Ereignis und hatte unter anderem eine große Bedeutung für die Entwicklung der Wirtschaft in dieser Region, da sie jene Industrie verband, die sich entlang der Mulde angesiedelt hatte“, erklärt Reinfried Polter und bedauert, dass die Strecke heute im Personenverkehr im Dresdener Bereich nicht mehr durchgängig befahren wird. „Es scheint sich aber diesbezüglich etwas in der Politik zu bewegen“, so der Großsteinberger Eisenbahnfreund.

Von Roger Dietze

An Weihnachten laden die Kirchen im Muldentalkreis zu Gottesdiensten ein. Hier finden Sie eine Übersicht über die Gottesdienste vom 24. bis 26. Dezember 2018.

23.12.2018

Uniformen tragen die Akteure des Krippenspiels in der Nacht des 24. Dezember in der Kirche Fuchshain. Sie erinnern an ein Ereignis, das sich vor 100 Jahren zutrug, und verbinden damit eine Botschaft.

26.12.2018

Der Landkreis Leipzig wird federführend den Breitbandausbau unterversorgter Gebiete koordinieren. Das Markterkundungsverfahren läuft noch bis 2. Januar 2019. Dann steht fest, wo der Glasfaserausbau mit Hilfe von Fördermitteln erfolgen muss.

22.12.2018