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Grimma Göschenhaus Grimma rückt Gründerin in den Fokus
Region Grimma Göschenhaus Grimma rückt Gründerin in den Fokus
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13:00 28.01.2019
Das Göschenhaus in Grimma-Hohnstädt im Winter. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Seine Winterpause beendete das Göschenhaus in Grimma bereits am 16. Januar. Der Start ins Museumsjahr beginnt aber traditionell mit dem Seume-Tag, zu dem am Dienstag, dem 29. Januar, Freunde des Dichters und der Literatur von 15 bis 17 Uhr willkommen sind.

Die Besucher können mit einigen Überraschungen rechnen. So wird ein Namensvetter des Schriftstellers, Frank Seume, mehrere Stücke seiner Seume-Sammlung mit nach Hohnstädt bringen.

Der nächste diesjährige Höhepunkt ist am 19. Mai das kleine, aber feine Museumsfest zum Internationalen Museumstag. Ein Künstler-Duo aus Freiburg unternimmt dann mit den Gästen einen literarisch-musikalischen Spaziergang unter dem Titel „Ein Hut, ein Stock, ein...“. Was ja irgendwie zum Dichter Johann Gottfried Seume (1763-1810) passt. Darauf freut sich Museumsleiter Thorsten Bolte schon jetzt, ebenso wie auf die musikalische Lesung mit der Autorin Jutta Pillat und den Handwerker-Reigen im Garten.

Göschenhaus-Teamplant Sonderschau zu Renate Sturm-Francke

Vor allem aber rückt das Göschenhaus-Team in diesem Jahr Museumsgründerin Renate Sturm-Francke in den Fokus der Öffentlichkeit. Anlass für eine Sonderausstellung und eine Gedenkveranstaltung ist ihr 40. Todestag, Sturm-Francke starb 1979 im Alter von 76 Jahren. Die Ausstellung, die am 8. Juni im Obergeschoss eröffnet wird, trägt den launigen Titel „Renate rennt zur Garage, steigt aufs Rad und – fort ist sie“.

Die „Rundblick-Wanderer“: Vor dem Göschenhaus verabschiedet Renate Sturm-Francke Manfred Müller (l.) und Rundblick-Mitarbeiter Karl-Heinz Laube auf den Weg. Quelle: privat

Zum Gedenken am 27. September wird auch ihr Grab auf dem Hohnstädter Friedhof aufgesucht, das zudem die letzte Ruhestätte der jüngsten Tochter des Verlegers Georg Joachim Göschen (1752-1828) ist. Bis dahin soll das als Einzeldenkmal geführte Grab, das laut Museumschef Bolte derzeit in einem „mittelprächtigen Zustand“ ist, aufgearbeitet werden. Um das Geld dafür einzuwerben, soll ein Spendenaufruf gestartet werden.

Renate Sturm-Francke kaufte das Göschenhaus 1934

Renate Sturm-Francke und ihr Mann Johannes Sturm kauften das Göschenhaus 1934 von Göschen-Nachfahren und wohnten fortan in dem geschichtsträchtigen Gebäude. Ab 1950 hat die Erzieherin, Korrektorin und spätere Denkmalschutz-Mitarbeiterin hier eine kleine Heimatstube eingerichtet, aus der das Museum – mit Schwerpunkt Literatur – hervorgegangen ist, erinnert Museumschef Bolte.

Renate Sturm-Francke und ihr Mann Johannes Sturm kauften das Göschenhaus 1934 von Göschen-Nachfahren. Quelle: Frank Prenzel

Als Schenkung übernahmen 1967 die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der Klassischen Deutschen Literatur in Weimar die Museumsräume nebst Göschengarten. Dieser Zeitpunkt gilt als Geburtsstunde des professionellen Museumsbetriebes in Hohnstädt. 1979 fiel das Göschenhaus ans Leipziger Museum für Stadtgeschichte; die Stadt Grimma erwarb es 1995 von der Messestadt für eine symbolische D-Mark.

1. September heißt es „Museumstag zur Landtagswahl

Mit Renate Sturm-Francke wird an ein Leben für die Grimmaer Kultur gedacht. „Wir wollen auch viele private Sachen zeigen“, macht Bolte neugierig auf die Sonderausstellung und verweist auf eine weitere Besonderheit des Jahres. Am 1. September heißt es „Museumstag zur Landtagswahl“. Dann öffnet das Haus bereits um 8 Uhr. Der Kabinengang kann so auch vormittags mit einem Museumsbesuch verbunden werden. „Das haben wir noch nie gemacht“, ist der 49-jährige Literaturwissenschaftler, der seit 2007 im Göschenhaus arbeitet.

Das Grab von der Gründerin des Musems Göschenhaus, Renate Sturm-Francke, auf dem Friedhof in Hohnstädt. Quelle: Frank Prenzel

2018 steckten knapp 10.000 kleine und große Leute ihren Kopf ins Göschenhaus. Das waren etwas weniger als in anderen Jahren – laut Bolte wirkte sich die lange gesperrte Wurzener Straße negativ aus. „Wir sind aber zufrieden, auch das Programm ist gut gelaufen.“ Er hofft, dass mit dem neuen Stadtverkehr, der Ostern startet und die Göschenhaus-Haltestelle dann auch an den Wochenenden bedient, neue Gäste angelockt werden.

Aufarbeitung des historischen Bestandes abgeschlossen

Im vorigen Jahr konnte der Museumschef einen Haken an eine Arbeit machen, die fünf Jahre in Anspruch genommen hat: Die Aufarbeitung des mehr als 10.000 Sammelstücke umfassenden historischen Bestandes. „In der Zeit habe ich jedes Objekt in der Hand gehabt“, erläutert der 49-Jährige. Und so manche Überraschung erlebt.

Das Göschenhaus in Grimma-Hohnstädt im Sommer. Quelle: Museum Göschenhaus

Zum Beispiel hatte eine Pendeluhr aus der Zeit um 1800, die aus dem Nachlass von Johannes Sturm stammt und im Seume-Zimmer steht, nie eine Nummer erhalten. Zur Aufarbeitung gehörte, jeden Gegenstand zu überprüfen und den Schritt von der Karteikarte zur digitalen Datenbank zu gehen. Boltes Ziel ist es, zum Jubiläum „25 Jahre kommunale Trägerschaft“ 2020 die ersten Objekte für Forschungszwecke online zu stellen.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag jeweils 11 bis 16 Uhr. Besucher müssen sich immer zur vollen Stunde einer Führung anschließen
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Von Frank Prenzel

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