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Grimma Göttwitzer: Grimmaer Verwaltung vernachlässigt Pflichten
Region Grimma Göttwitzer: Grimmaer Verwaltung vernachlässigt Pflichten
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10:09 09.09.2019
Unkraut auf dem Gehweg, ungemähte Stellen, wo die Technik nicht rankommt: Der Göttwitzer Ulf Born reibt sich an vielen Details, wo er meint, die Stadt Grimma käme ihren Pflichten nicht zur Genüge nach. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Göttwitz

Die Stadt Grimma erwägt jene Bürger härter anzufassen, die ihrer Reinigungs- und Kehrpflicht vor dem Haus nicht nachkommen, hieß es vor wenigen Tagen in einem LVZ-Bericht. Wucherndes Unkraut auf Gehwegen der Leipziger Straße in Grimma war der Auslöser für die öffentlich gemachten Überlegungen der Verwaltung. Als der Göttwitzer Ulf Born den Bericht gelesen hatte, schüttelte er den Kopf und griff zum Telefon. Die Stadt komme ihrer eigenen Pflicht nicht nach, meint der 55-Jährige. Born, der auch im Ortschaftsrat von Mutzschen sitzt, reibt sich an mehreren Details in seinem Dorf und nahm die LVZ mit auf einen Rundgang.

Göttwitzer fehlt Kontrolle und Pflege

Göttwitz mit seinen 130 Seelen ist eine hübsche Siedlung. Die Häuser sind adrett, die Straßen saniert, und auf den ersten Blick sieht das Umfeld gepflegt aus. Ulf Born ärgert sich dennoch über aus seiner Sicht fehlende Kontrolle und Pflege. Er zweifelt, ob die Kommune dem kleinen Göttwitz die nötige Aufmerksamkeit zuteil werden lässt. Schon nach der Regenflut im Jahr 2013 habe der Dorfverein für die Erneuerung der zerstörten Infrastruktur „Druck machen müssen“, befindet er. „Es ist gut geworden, aber es war ein großer Kampf“, sagt Born, der selbst Mitglied im Dorfverein ist.

Göttwitzer zeigt Mängel in seinem Dorf

Bezüglich der sanierten Straßen und Gehwege hat der Lehrausbilder und Nebenerwerbs-Landwirt aber einige Kritikpunkte vorzubringen. So sei die Straße so erhöht worden, dass sein Nachbar eine Einfahrt nicht mehr nutzen könne. Der seinerzeitige Hinweis der Dorfbewohner an die Stadt, Telekom und Energieanbieter zum Verlegen der Kabel zu animieren, sei nicht beherzigt worden. „Jetzt muss die Straße vielleicht für Glasfaser erneut geöffnet werden“, mutmaßt der 55-Jährige. Auch am Fußweg, der zuletzt neu gebaut wurde, reibt er sich. Dort steht teils das Wasser, und Gras sprießt aus den Fugen zwischen den Steinen. Die Ursachen sieht Born in fehlendem Gefälle und schlecht verdichtetem Untergrund. „Die Stadt hat da die Pflicht zur Prüfung“, verweist der Göttwitzer auf die Gewährleistungszeit.

Unkraut auf dem Gehweg. Ist das ein Baumangel? Quelle: Frank Prenzel

Der Ausbau erfolgte im Rahmen des Hochwasserschutzes. Die Unterhaltung des Bachlaufes und der Grünflächen im Dorf reicht Born jedoch nicht aus. „Das lässt man schleifen.“ So würden nur jene Stellen gemäht, die mit der Technik erreicht werden. „Da steigt keiner aus, um das Unkraut mit der Hand zu entfernen“, ärgert sich der Göttwitzer. Etwa der Zaun am Sportplatz, der bald zuwächst. Oder der verwilderte kleine Hang vor Borns großelterlichen Hof, den er vor sieben Jahren übernahm.

Unkraut am Sportplatz-Zaun. Hier kommt keine Technik ran. Quelle: Frank Prenzel

Am Bach im Ort mache der beauftragte Landschaftspflegeverband nur so viel, „wie er Geld bekommt“, glaubt Born. „Der müsste besser zweimal im Jahr gepflegt werden.“ Gerade am Damm vor seinem Grundstück hätten Mäuse leichtes Spiel, zumal das nachträglich verlegte Vlies aus seiner Sicht als Schadnagerschutz nicht ausreicht. Regelmäßige Pflege müsse stattfinden, damit die Nager fern bleiben. Denn Mäuselöcher würden bei einem Hochwasser den Damm zerstören, weiß der Göttwitzer und zeigt auf einen weiteren Mangel: Ein Ausfluss ist zu hoch eingebaut worden. Bei Starkregen würde sein Strahl die Bachsohle schädigen.

Der ungepflegte Damm ist ein Paradies für Mäuse. Quelle: Frank Prenzel

Es ist also eine Vielzahl von Dingen, die Ulf Born auf den Nägeln brennen. „Man kann nicht Leute zur Verantwortung ziehen und selbst untätig sein“, spannt er den Bogen zum Ansinnen der Kommune, Anlieger im bei Vernachlässigung ihrer Pflichten künftig zur Kasse zu bitten.

Von Frank Prenzel

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