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Grimma Göschenhaus Grimma erwirbt drei seltene Bücher
Region Grimma Göschenhaus Grimma erwirbt drei seltene Bücher
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15:30 10.02.2020
Diese drei seltenen Bücher hat der Leiter des Göschenhaus-Museums in Grimma neu erworben. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Vergilbt sehen sie aus, doch das ist für Grimmas Göschenhaus-Leiter Thorsten Bolte nicht wichtig. Zufrieden und freudig legt er drei Bücher auf den Tisch, die er im vorigen Jahr für sein Museum erwerben konnte. 500 Euro zweigte er für die rund 200 Jahre alten Bücher ab, die er in Antiquariaten in Leipzig und Dresden aufspürte. Jetzt gehören sie zur 6000 Bücher umfassenden Sammlung des Literaturmuseums.

Lehrbuch für die Töchterschulen in Sachsen

Der Literaturwissenschaftler sucht gezielt nach Drucken des Grimmaer Verlegers Georg Joachim Göschen (1752-1828). Sein Ziel ist es, alle je bei Göschen gedruckten Bücher im Haus in Hohnstädt zu haben.

Eines der drei „wesentlichen Neuerwerbe“ ist allerdings nicht durch Göschens Hand gegangen, sondern 1837 in der Druckerei der nachfolgenden Generation auf der Presse gewesen. „Es wurde in Grimma gedruckt, hat deshalb Regionalbezug und ist für unsere Hausgeschichte wichtig“, erläutert der Museumschef. Dargestellt wird auf den Seiten die Geschichte des sächsischen Volkes, bearbeitet von Adolph Neuhof, einem Lehrer an der Bürgerschule Bischofswerda. Laut Bolte war es eine Art Lehrbuch, zunächst für die Töchterschulen und die unteren Klassen der Knabenschulen.

Erstausgabe von „Der Freischütz“

1822 verlegte Göschen „Der Freischütz“ von Johann Friedrich Kind als Erstausgabe. Auch das Buch steht jetzt im Museumsregal. Eine Gespenstergeschichte Kinds sei für Carl Maria von Weber Inspiration für die Oper in drei Aufzügen gewesen, erzählt Bolte. Der Komponist sei auf den Schriftsteller zugegangen, die Freischütz-Oper ein gemeinsames Resultat. Kind schrieb das Libretto.

Diese drei seltenen Bücher hat der Leiter des Göschenhaus-Museums in Grimma neu erworben. Quelle: Frank Prenzel

Schließlich sicherte sich Bolte noch ein besonderes Produkt von Göschens Herausgaben: Die Ilias von Homer in der Form zwei aneinandergereihter Bücher (1817). Entscheidend sei, dass es in Altgriechisch gedruckt wurde, verdeutlicht der Museumsleiter. „Das war damals nicht ganz einfach.“ Der Verleger zog deshalb den deutschen Schriftgießer Johann Carl Ludwig Prillwitz zu Rate. Ab 1797 hatte Prillwitz eine altgriechische Letter entwickelt, die Göschen verwendete. Die Ilias von Homer, der im 7. oder 8. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben soll, ist laut einer Internet-Enzyklopädie eines der ältesten erfunden Literaturstücke Europas und schildert einen Teil des Trojanischen Krieges. Das Werk, das jetzt im Göschenhaus steht, muss laut Bolte in die Hand eines Restaurators.

Übrigens investierte der Museumsleiter im vorigen Jahr weitere 500 Euro in die Büchersammlung. Für neuere Sekundärliteratur.

Von Frank Prenzel

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