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Grimma Grimma: Malermeister Aurig ist Hobbymaler
Region Grimma Grimma: Malermeister Aurig ist Hobbymaler
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14:03 13.09.2019
Bernd Aurig ist ein malender Malermeister. In seinem Haus in Pöhsig hat er sich eine hübsche Malerwerkstatt eingerichtet. Sein Faible ist das Abzeichnen, das figürliche Malen. Als Künstler bezeichnet er sich nicht. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Pöhsig

Es dürfte Seltenheitswert haben, dass ein Maurer- und Malermeister auch an der Staffelei steht. Bernd Aurig ist so ein Exot. Der heute 63-jährige Pöhsiger entdeckte schon als Jugendlicher sein Faible für Stift und Pinsel, legte nach der Armeezeit aber eine sehr lange Pause ein...

Stadtbekannter Mann in Grimma

Aurig ist in Grimma ein stadtbekannter Mann. Vor 23 Jahren machte sich der gelernte Dekorationsmaler mit der Maler Aurig GmbH selbstständig, deren Geschäftsführung er bei seinem 35-jähriger Sohn Peter mittlerweile in guten Händen weiß. Für die Freien Wähler sitzt der Unternehmer seit 2014 im Stadtrat. Und auch mit seinem Engagement rund um die Hospitalkapelle, die er der Kunst öffnete, machte sich Aurig einen Namen. Es ist nicht die einzige ehrenamtliche Tätigkeit.

In Pöhsig kleine, feine Malerwerkstatt

Auf seinem zu DDR-Zeiten erworbenen Hof in Pöhsig hat sich Aurig ein kleines, aber feines Atelier im Erdgeschoss eingerichtet, das nach Arbeit riecht. Er nennt es Malerwerkstatt, die Wände schmücken mehrere Bilder, die unter seinen Händen entstanden sind. Allerdings bannt Aurig keine kreativen Eingebungen auf die Leinwand. Vielmehr malt er Motive ab, die er zuvor mit dem Fotoapparat eingefangen hat. „Ich bin kein Künstler“, betont der 63-Jährige. „Ich verstehe meine Bildermalerei als Handwerk.“ Die Arbeiten des malenden Malermeisters bestechen denn auch durch ihre Detailtreue und inhaltlichen Schärfe.

Das ist eine kleine Kostprobe von Motiven, die der Pöhsiger Malermeister bei seinem Hobby Malen abzeichnet.

Schon der Zeichenlehrer an der Oberschule in Mutzschen erkannte Aurigs Talent. „Er brachte mir viel bei“, erinnert sich der Pöhsiger an seine Zeit als Acht- bis Zehntklässler. Noch während der Lehre vervollkommnete Aurig seine Fertigkeiten in der Malschule des Naunhofer Kunstmalers Fritz Keßner. In jener Zeit seien erste professionelle Arbeiten entstanden, erzählt der Pöhsiger und zieht eine Bleistiftzeichnung, ein Portät, hervor. Als pazifistisch erzogener Mensch kam Aurig zu den NVA-Bausoldaten – und konnte selbst hier dank einer Kunst-Truppe an seiner Veranlagung schmieden.

Nach der Armeezeit verlor sich die Malerei

Nach der Armeezeit besuchte Aurig sogar noch einen Kalligraphie-Lehrgang an der Volkshochschule, „doch dann waren andere Dinge wichtiger“. So verlor sich die Malerei an der Staffelei, Familie und Malermeister-Beruf rückten in den Vordergrund.

Aurig erinnert sich noch genau, wie alles wieder anfing. Als Fan alter Fachwerkhäuser kaufte er um die Jahrtausendwende das marode Döbener Gasthaus. Es war gedacht als Restaurant für den ältesten Sohn, der aber krankheitsbedingt seinen Koch-Beruf an den Nagel hängen musste. Vor dem Wiederverkauf malte Aurig den alten Gasthof und fand sein Werk „gar nicht dumm“. So ward das Steckenpferd neu geboren. „Ich habe anfangs nur für mich gemalt, später auch im Auftrag“, erzählt der 63-Jährige. Mittlerweile entstehen jedes Jahr etwa 50 Gemälde unter seinen Händen.

Der Grimmaer Bernd Aurig ist ein malender Malermeister. In seinem Haus in Pöhsig hat er sich eine hübsche Malerwerkstatt eingerichtet. Sein Faible ist das Abzeichnen, das figürliche Malen. Als Künstler bezeichnet er sich nicht. Quelle: Frank Prenzel

Mit seinen Bildern wolle er die Schönheiten der Natur und Heimat im Muldeland einfangen, nennt der dreifache Vater, dessen Tochter ebenfalls malt, ein Motiv für sein ausgleichendes Tun. Darstellungen von Mensch und Tier gehörten dazu. Ob eine winterliche Flussaue, die Klosterruine Nimbschen, ein Blick auf Grimma oder auch mal ein Neubaugebiet – in Aurigs Bildern findet sich Mutter Erde.

Aurig wählt bei den Techniken die gesamte Klaviatur

Bei den Techniken greift der Autodidakt auf die gesamte Klaviatur der Malerei zurück. „Nur die Aquarellmalerei beherrsche ich nicht“, gibt er zu. Da könne man beim Arbeiten nichts mehr korrigieren. Derzeit favorisiert der malende Malermeister Rötelkreide für seine Bilder. Hier und da schmücken übrigens auch Häuserfassaden ein Aurig-Werk.

Viele seiner Bilder hat Aurig im eigenen Lager deponiert, auch einige Auftragswerke angefertigt. Gern packt er eine Arbeit als Geschenk ein, zuletzt bedachte er seinen Cousin zum 60. Geburtstag mit einer Rötelzeichnung der Colditzer Kirche. „So kommen die Bilder unters Volk“, schmunzelt der Pöhsiger.

Große Resonanz bei der ersten Ausstellung

Nie vergessen wird Aurig seine erste eigene Ausstellung in der Ragewitzer Peterskirche, kurz nachdem er wieder mit dem Malen begonnen hatte. „Ich dachte, zur Eröffnung kommt eh keiner und hatte mich schon darauf vorbereitet, in der Zeit die Kirchentür zu streichen“, lächelt der 63-Jährige noch heute. Doch die Resonanz war riesig. Das habe den Ausschlag gegeben, so Aurig, weiterzumachen. Seine letzte Ausstellung liegt nun aber schon zwei bis drei Jahre zurück. Ihr Titel: „Mystisches Döben“.

Von Frank Prenzel

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