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Grimma Grimma: Muldentaler Faschingsclub feiert die Zwanziger Jahre
Region Grimma Grimma: Muldentaler Faschingsclub feiert die Zwanziger Jahre
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13:58 17.02.2019
Beim Fasching in Nimbschen erfuhren die Goldenen Zwanziger eine mitreißende Renaissance. Quelle: MFC Gerundt
Grimma/Nimbschen/Trebsen/Seelingstädt

Närrinnen und Narren sind nicht dafür bekannt, prüde zu sein. Auf jeden Fall war eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber unbekleideter weiblicher wie männlicher Haut am Samstagabend in der Nimbschener Kulturscheune zwingend vonnöten, um sich am Programm des Muldentaler Faschingsclub (MFC) vorbehaltlos erfreuen zu können.

Allerdings dürften die Gäste durch das Motto der 25. Saison der Nimbschener Karnevalisten „Die Goldenen 1920er“ ausreichend vorgewarnt gewesen sein. Schließlich hatte der jüngste öffentlich-rechtliche TV-Straßenfeger „Babylon Berlin“ dem Fernseh-Publikum einmal eindrücklich vor Augen geführt, dass die Weimarer Republik weit mehr als muffige Tristesse zu bieten hatte und es insbesondere in der Hauptstadt bisweilen zügellos und frivol zuging.

Varieté ist nicht nur etwas für biegsame Damen. Das wurde in Nimbschen deutlich. Quelle: MFC Gerundt

Muldentaler Faschingsclub feierte die 20er-Jahre

Wer nun im Umkehrschluss mutmaßte, dass sich die knapp 60 Nimbschener Karnevalisten mit ihrem diesjährigen Motto das von dem medialen Erfolg befeuerte große Interesse an den 20er-Jahren bewusst zu Nutze gemacht hätten, befand sich auf dem Holzweg.

„Nach dem Fasching ist für uns vor dem Fasching“, erklärt Fred Urban, der künstlerische Leiter des MFC. Heißt: Nach Rosenmontag macht sich der Verein bereits Gedanken über das Motto der nächsten Saison. Entsprechend stand auch das diesjährige weit vor der Fernseh-Ausstrahlung fest. „Nichtsdestotrotz freut es uns außerordentlich, dass wir ein stückweit auf der historischen Hype-Welle, die der Film ausgelöst hat, mitschwimmen können“, so Urban.

Mit viel unbekleideter Hautentführte der MFC sein Publikum in die goldenen 20er-Jahre. Quelle: MFC Gerundt

Nimbschener Kulturscheune wurde zum Varieté

Am Sonnabend verwandelet sich die Nimbschener Kulturscheune in ein Varieté. Die Gäste – viele in Kostümen der Weimarer Zeit – bekamen ein mit jeder Menge artistischen und tänzerischen Einlagen gespicktes, zweistündiges Programm geboten. Flotte Hüften gab es etwa bei Charleston zu sehen – einem Tanz, der, wie MFC-Tanztrainerin Dana Knoblich bemerkte, leichter aussehe als er tatsächlich zu tanzen sei. „Unsere Damen haben sich damit deutlich leichter getan als die Herren“, so Knoblich augenzwinkernd.

Das Nachsehen hatten allerdings jene Faschingsliebhaber aus der Region, die sich nicht rechtzeitig Karten für das MFC-Programm besorgt hatten. Wer das Spektakel live erleben will, hat dazu noch einmal am 23. Februar sowie am 2. März und letztmalig am Rosenmontag die Gelegenheit. „Für diese drei Veranstaltungen sind nur noch einige Stehtickets verfügbar“, so Urban.

Stuhlpolonaise beim Kinderfasching in Seelingstädt. Quelle: Roger Dietze

Heimatvereins Seelingstädt feierte ebenfalls Faschings-Party

Der MFC stellte das diesjährige Programm innerhalb von zwei Monaten inklusive eines Proben-Wochenendes in tschechischen Gefilden auf die Beine. Ganz so aufwendig waren die diesjährigen Faschings-Vorbereitungen des Heimatvereins Seelingstädt zwar nicht, der Stimmung im Seelingstädter Speicher tat dies aber keinen Abbruch.

Heimatvereinsvize Heinrich Eickers zeigt dem närrischem Nachwuchs die Musiktechnik. Quelle: Roger Dietze

Am Samstagabend feierten die älteren Karnevals-Semester aus dem Trebsener Ortsteil unter dem Motto „Zirkus, Clowns, Artisten und Tiere“. Am Freitagnachmittag hatte der Verein den närrischen Nachwuchs eingeladen. Auf dem Programm stand dabei unter anderem die gemeinsame Zubereitung von Mini-Burgern und einige Runden Stuhltanz.

Von Roger Dietze

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