Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimma: Zeichensaal-Sanierung mit Fragezeichen
Region Grimma Grimma: Zeichensaal-Sanierung mit Fragezeichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:08 11.09.2019
Blick aufs Grimmaer Gymnasium. Dort möchte der Augustiner-Verein jetzt Geld in die Sanierung des Zeichensaals stecken. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Der Grimmaer Augustiner-Verein hat sein nächstes Großprojekt für das Gymnasium „St. Augustin“ im Visier. Diesmal geht es um die Sanierung des architektonisch beeindruckenden Zeichenkabinetts neben der Schulaula. Allerdings ist das anspruchsvolle Vorhaben noch mit einigen Fragezeichen versehen, wie Vorsitzender Klaus-Dieter Tschiche zur Jahreshauptversammlung des Vereins am 13. September verdeutlichen wird. Die vorgeschlagene Empfehlung zur Farbgestaltung würde laut Tschiche die Finanzkraft des Vereins sprengen, so dass nach einem tragbaren Kompromiss gesucht wird.

Lehrer erarbeiten Konzept zur Raumnutzung

Bereits Ende vorigen Jahres erarbeitete eine Gruppe von Lehrern ein Raumnutzungskonzept für den Zeichensaal und stellte es der Lehrerversammlung vor. „Da waren auch einige Blütenträume dabei“, meint Tschiche. Deshalb sei unter Einbeziehung von Schulträger und Denkmalschutzbehörde besprochen worden, was machbar ist. In einem ersten Schritt wurde der Grimmaer Farbgestalter und Restaurator Uwe Marx beauftragt, eine Farbuntersuchung vorzunehmen. Marx, mit seiner Frau Burga Mitglied im Verein, fand wohl auch zur eigenen Überraschung fünf übereinander liegende Farbschichten vor. Sein Fazit: Nur die Farbigkeit der Erstfassung unterstütze die Architektur des Kunstraumes.

Ursprünglicher Vorschlag übersteigt Möglichkeiten

In einer Vorstandssitzung gab der beauftragte Bauleiter Lutz Glauer jedoch klipp und klar zu verstehen, dass dies die Mittel des Vereins weit überschreiten würde. Also beschloss der zehnköpfige Vorstand, der Bauleiter solle gemeinsam mit Marx und der Unteren Denkmalschutzbehörde einen genehmigungsfähigen Kompromiss erarbeiten. „Wir werden die Erneuerung des Kabinetts finanzieren, aber nur in einer abgespeckten Variante, bekräftigt der 78-jährige Vereinschef gegenüber der LVZ. Auch dann rechnet der Verein, der ungebrochen zu dem Vorhaben steht, noch mit etwa 80.000 Euro. Möglich wäre etwa, so Tschiche, dass man bestimmte Teile der ursprünglichen Farbgebung erkennen lässt. „Es soll ja ein Unterrichtsraum und kein Museumsraum sein.“

Der 1991 gegründete Augustiner-Verein hat der Stadt Grimma als Schulträger schon so manchen Euro ersparen können. Zu seinen Großprojekten zählen die Sanierung der Aula, des Kleinen Festsaales und des Bio-Kabinetts, die Stiftung eines Blüthner-Flügels, die Gestaltung des Schulhofes im Seume-Haus und zuletzt die Rekonstruktion eines Raumes der ehemaligen Rektorenwohnung im altehrwürdigen Schulhaus.

Blick auf den Eingang zum Grimmaer Gymnasium. Quelle: Klaus Peschel

Der Augustiner-Verein greift dem Gymnasium aber auch in vielen anderen Dingen unter die Arme, wie Tschiche am Freitag in seinem Rechenschaftsbericht vor Augen führen wird. Geld fließt in Schüleraustausche und Schülerprojekte, an das Schultheater und den Schulchor, für die verschiedenen Augustiner-Preise und die Augustiner-Konzerte... Erst kürzlich wurde laut Tschiche eine große vierstellige Summe für die Renovierung von fünf Internatszimmern frei geschaltet. Und jedes Jahr erhält der Schulleiter 4000 Euro zur freien Verwendung. Der Verein habe viele Aufgaben übernommen, so Tschiche, die den Schulträger entlasten. Auch das Fürstenschüler-Archiv hat er mittlerweile unter seinen Fittichen.

Spendenflut nach dem Hochwasser in Grimma

Vor allem die Spendenflut nach dem Hochwasser spülte viele Euro in die Vereinskasse. „Die Solidarität 2002 war unbeschreiblich“, erinnert sich Tschiche, einst selbst Direktor des Gymnasiums und langjähriger SPD-Stadtrat. 2009 wurde schließlich die eigenständige Augustiner-Stiftung ins Leben gerufen, um Geld zu sichern und zu mehren. Hin und wieder erhält der Verein auch eine Erbschaft.

Derzeit zählt die Organisation etwa 350 Mitglieder, darunter heutige und ehemalige Schüler sowie viele Eltern. „Ich wünschte mir mehr Mitglieder als Bekenntnis zur Schule“, merkt Tschiche an. Der Mitgliedsbeitrag von 15 Euro pro Jahr sei sicher zu verkraften.

Die Jahreshauptversammlung am 13. September ist eingebettet in das 469. Stiftungsfest der Bildungsstätte. In diesem Rahmen werden auch der Samuel-von-Pufendorf-Preis für Schüler vergeben und kulturelle Einlagen geboten. Am Abend, 19 Uhr, findet in der Aula das 35. Augustiner-Konzert statt, bei dem der weit bekannte Bassbariton Jochen Kupfer auftritt.

Von Frank Prenzel

Am nördlichen Stadtrand von Grimma steht der Bau einer Jet-Tankstelle unmittelbar bevor. Sie entsteht in der Wurzener Straße zwischen den zwei Kreisverkehren. Die letzten Widerstände gegen den Bau sind gebrochen.

11.09.2019

Ein neues Wandbild zur Stadtgeschichte ist am Bad Lausicker Bahnhof entstanden. Bemalte Stromkästen gibt es auch andernorts in der Stadt. Und es werden mehr.

11.09.2019

In einem zweijährigen Projekt will die Grundschule Belgershain ihre Kinder an die sie umgebende Heimat heranführen. Von Bedeutung ist das Vorhaben nicht nur für die Kleinen, auch Erwachsene sollen davon profitieren.

11.09.2019