Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimma blitzt über 5000 Temposünder
Region Grimma Grimma blitzt über 5000 Temposünder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:53 08.04.2019
Mit einer Leivtec wird auch in Grimma geblitzt. Quelle: Unbekannt
Grimma

Ungeliebte Post vom Ordnungsamt: Im vorigen Jahr ertappte die Stadt Grimma 5107 Kraftfahrer mit überhöhter Geschwindigkeit und forderte von ihnen ein Verwarn- oder Bußgeld ein. Der schnellste Raser wurde nach Bußgeldkatalog mit einer Strafe von 320 Euro und zwei Flensburg-Punkten belegt.

Unterm Strich registrierte die Kommune 345 Tempoverstöße mehr als noch 2017. Wie aus der Statistik des Ordnungsamtes weiter hervor geht, wurden darüber hinaus 7154 Vergehen beim Abstellen von Fahrzeugen geahndet. Das wiederum ist ein Minus zum Jahr 2017 von 1299 Fällen.

Grimma blitzt seit fünf Jahren selbst

Vor fünf Jahren kündigte Grimma die Zweckvereinbarung mit dem Landkreis und nahm das Blitzen in die eigene Hand. Die Stadt ist dazu einen Vertrag mit der gemeinnützigen Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit eingegangen, die auf Anforderung mit ihrer Technik anrollt und pro Messtag bezahlt wird. Ein Verlustgeschäft ist die Verkehrsüberwachung für die Stadt nicht.

In der Regel gibt es pro Woche einen Einsatztag, erläutert Franziska Strowick, im städtischen Ordnungsamt für Bußgeldsachen zuständig. Im vorigen Jahr listet die Statistik an insgesamt 48 Tagen exakt 134 Messeinsätze auf.

Die Mitarbeiter entscheiden Strowicks Worten zufolge am Tag, an welchen Orten sie in den sieben Einsatzstunden das Gerät aufbauen – derzeit hat die Kommune 145 Messstellen in ihrem Kataster. „Wir bewerten sie immer wieder neu“, sagt Ordnungsamtsleiterin Katrin Werner mit Blick auf Gefahrenschwerpunkte in Stadt und Ortsteilen sowie Aspekte der Sicherheit.

A14-Anschluss ist Blitzer-Schwerpunkt

Als wesentlichen Unfallschwerpunkt betrachtet das Ordnungsamt die Auf- und Abfahrt zur A 14, wo es auch schon Todesfälle gegeben haben soll. „Dort sind wir oft“, verrät Strowick. Kraftfahrer müssen hier das Tempo auf 50 Kilometer pro Stunde drosseln, was offenbar nicht jedem gelingt.

1316 Temposünder gingen der Stadt im vorigen Jahr in die Fotofalle, was allein ein Viertel aller geahndeten Verstöße ausmacht. Allerdings ist auf der Bundesstraße das Verkehrsaufkommen auch hoch. An manchen Tagen werden hier geschätzt 200 bis 300 Fahrer fotografiert.

Auch auf der Staatsstraße in Höhe der Rumberg-Siedlung, vor der Grundschule in Zschoppach oder auf dem Grimmaer Nicolaiplatz postieren sich die Messbediensteten regelmäßig. „Wir sehen Schulen und Kindertagesstätten als Schwerpunkt und wollen auch die Ortsteile bedienen“, bekräftigt Amtsleiterin Werner.

Bürgeranliegen gehe das Ordnungsamt ebenfalls nach. Pro Jahr kämen 20 bis 30 Beschwerden über vermeintliche Raser vor der Haustür – etwa, wenn Umleitungen zu neuen Verkehrsströmen führen. Allerdings müssen Vorschriften beachtet werden und Gegebenheiten passen, um den Blitzer dann auch wirklich aufbauen zu können.

Mit einer Leivtec wird auch in Grimma geblitzt. Quelle: Unbekannt

Wobei es das Wort „Blitzer“ gar nicht mehr so trifft. Grimma bedient sich einer Leivtec XV 3, laut Strowick ein Gerät, das sich auf seinen drei Beinen am Straßenrand gut platzieren lässt und flexibel einsetzbar ist. Bei Tageslicht braucht es jedenfalls keinen roten Blitz, um auswertbare Fotos zu liefern. Auch der am Amtsgericht Grimma zuständige Richter sei mit den Beweismitteln sehr zufrieden, weiß Strowick. Immer wieder erhält die Stadt Einsprüche gegen Bescheide, werden Geschwindigkeitsübertretungen ein Fall für die Justiz.

15 Prozent der Autofahrer im Bußgeld-Bereich

Die meisten Kraftfahrer, die im vorigen Jahr von der Stadt Grimma als Temposünder erfasst wurden, bewegten sich im Bereich der Ordnungswidrigkeit. Das heißt, sie waren bis zu 20 Stundenkilometer zu schnell unterwegs. Etwa 15 Prozent der erwischten Fahrer hatten den Fuß aber stärker auf dem Gaspedal und erhielten einen Bußgeldbescheid.

Amtsleiterin Werner hat fünf Vollzugsbedienstete in ihrem Team, drei von ihnen wurden für die Geschwindigkeitskontrollen geschult. Täglich kontrollieren sie abgestellte Fahrzeuge und zücken Strafzettel für Falschparker. Wer zum Beispiel eine Feuerwehrzufahrt zustellt oder unberechtigt einen Behindertenparkplatz blockiert, ist mit einer 35-Euro-Verwarnung dabei.

Eine vergessene Parkscheibe kostet zehn Euro. Allerdings müssen sich die Politessen ein dickes Fell zulegen. Beschimpfungen sind nicht selten. Bei der Kontrolle und im Amt fallen da gleich mal unschöne Tiernamen, weiß Werner zu berichten. Strowick dazu: „Die Leute werden immer uneinsichtiger und fühlen sich angegriffen, wenn sie einen Strafzettel bekommen.“

Von Frank Prenzel

Was Pferde leisten können auf dem Feld und im Forst: Der Ackertag in Glasten führte das vor Augen. Hunderte Besucher erlebten, dass eine Tradition bis heute lebt und trägt.

08.04.2019

Etliche Naunhofer und Gäste pilgerten am Sonntag ins Naunhofer Kranwerk. Bei bestem Frühlingswetter erlebten sie den Saisonauftakt mit Angeboten zum Genießen und zum Mitmachen.

08.04.2019

Erstmals hat sich die Stadt Grimma an den europäischen Tagen des Kunsthandwerks beteiligt. Die altehrwürdige Klosterkirche lockte zahlreiche Anbieter und Besucher an.

07.04.2019