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Grimma Grimma plant Glasfaser für unterversorgte Gebiete
Region Grimma Grimma plant Glasfaser für unterversorgte Gebiete
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12:11 30.06.2018
Glasfaser-Netze – etwas anderes kommt für Grimma nicht in Frage. Quelle: Vodafone
Grimma

Den sechsten Call zum Breitbandausbau in Deutschland, der Mitte Juli startet, will Grimma nicht verstreichen lassen. „Unser Ziel ist es, unserer Beraterfirma Ende August den Fördermittelantrag zu übergeben“, sagte Beigeordnete Ute Kabitzsch, als der Stadtrat jetzt über die Vergabe der Grobplanung für ein Glasfasernetz zu entscheiden hatte. Die bisherigen fünf Förderaufrufe der Bundesregierung ließ die Muldestadt ungenutzt, weil sie mit politischen Entscheidungen haderte und ihr Vorhaben nicht entscheidungsreif war. Wie berichtet, wird der Freistaat Sachsen jetzt den zehnprozentigen Eigenanteil der Kommunen übernehmen.

Nach 15-minütiger Debatte hoben alle Stadträte die Hand. Die noch junge Hallenser Firma DIMAnet erhält den Auftrag, eine sogenannte Grobplanung für die unterversorgten Gebiete der Stadt vorzunehmen. Die Kosten in Höhe von 45 000 Euro muss Grimma aus eigener Tasche bezahlen. Die Phase der Markterkundung sei abgeschlossen, jetzt sei die Grobplanung nötig, um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, heißt es im Beschlusstext. Grimma kann erst mit dem Fördergeld in der Hand die vermutlich EU-weit auszuschreibende Feinplanung auslösen und später mit dem Verlegen der Kabel fürs schnelle Internet beginnen.

Die Beigeordnete kündigte an, dass der Stadtrat im Sommer, sobald die Berechnungen vorliegen, mit einer Sondersitzung rechnen müsse. Dann seien ein Ausbaumodell festzulegen und der Weg für die Investition von 2019 bis 2022 freizumachen. Die jetzt beendete Markterkundung zeigt alle weißen Flecken der Stadt auf, sagte Kabitzsch. Diese seien nun mit der Grobplanung zu untersetzen. Damit würden auch die Kosten der detaillierten Planung ermittelt.

Glasfaser bis ins Haus, anders geht es nicht“, bekräftigte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Die Stadt sei gescholten worden, weil sie das Fördergeld für den Kupferkabel-Ausbau ausgeschlagen habe. „Jetzt sagen alle ,Gott sei Dank‘.“ Schnelles Internet sei für Grimma Daseinsfürsorge, die Stadt habe den An­spruch, 99,9 Prozent der Einwohner zu vertretbaren Preisen mit Glasfaser zu versorgen. „Das wird noch Jahre dauern, aber lassen Sie es uns machen.“ Berger wiederholte seine schon oft geäußerte Kritik an der Politik, die den Zug der Zeit verschlafen habe, und an der Telekom, die ihre Zusagen zum Ausbau nicht einhalten könne und immer noch mit Kupfer um die Welt ziehe. „Kupferkabel ist nicht mehr zeitgemäß. Das haben wir schon vor drei Jahren gesagt. Doch erst jetzt kriegen es alles mit.“

Von Frank Prenzel

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